Paralympics-Protest Nur ein ukrainischer Athlet bei der Eröffnungsfeier

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die 11. Paralympischen Winterspiele eröffnet. Die spektakuläre Zeremonie stand auch im Zeichen der Krim-Krise. Für die Ukraine nahm nur Fahnenträger Michailo Tkatschenko teil.

Ukraines Fahnenträger Tkatschenko: Das Publikum honorierte sein Kommen mit tosendem Beifall
DPA

Ukraines Fahnenträger Tkatschenko: Das Publikum honorierte sein Kommen mit tosendem Beifall


Hamburg - In Sotschi sind die größten Paralympischen Winterspiele der Geschichte eröffnet worden. Um 21.37 Uhr Ortszeit sprach Russlands Präsident Wladimir Putin im ausverkauften Fischt-Stadion die traditionelle Formel und gab damit den Startschuss für die 11. Winterspiele der Behindertensportler. Das Paralympische Feuer wurde von den russischen Paralympics-Helden Olesija Wladykina und Sergej Schilow entzündet.

Zuvor waren unter dem Jubel der 40.000 Zuschauer die 45 teilnehmenden Nationen durch einen Lichterwald - gigantische Leuchtstäbe wurden dazu vom Hallendach abgeseilt - in die Arena eingezogen. An der vom politischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine überschatteten Großveranstaltung nehmen insgesamt 547 Sportler teil.

Die Ukraine, die sich erst Stunden zuvor für eine Teilnahme an den Wettbewerben entschlossen hatte, schickte als Reaktion auf Russlands umstrittene Außenpolitik nur Fahnenträger Michailo Tkatschenko zu der Zeremonie. Das Publikum honorierte sein Kommen mit tosendem Beifall. "Wir wollen teilnehmen - für den Frieden in der Ukraine, in Europa und der Welt", hatte Waleri Suskewitsch, Präsident des Paralympischen Komitees der Ukraine, am Mittag gesagt.

Das Aufgebot des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), der in Sotschi mit insgesamt 13 Athleten vertreten ist, führte Skirennfahrerin Andrea Rothfuß als Fahnenträgerin in die Arena.

Nach der Eröffnung kämpfen die Athleten ab Samstag bis zum 16. März in fünf Sportarten um 72 Goldmedaillen.

mib/sid/dpa



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
langenscheidt 07.03.2014
1. Unverschämte Bundesregierung
Schämen sollte sich die deutsche Bundesregierung. Zu den Paralympics glänzt sie mit Abwesenheit. Das IOC betont Sport und Politik nicht zu vermischen bzw. Sport nicht zu einem Politikum zu missbrauchen. Vllt. sollte die Bundesregierung noch einmal Benimmschulstunden absolvieren. Dass nur ein Sportler der Ukraine bei der Eröffnung erscheint ist den vielen vorherigen Gesprächen zwischen dem ukrainischen Verband und dem Internationalem Paralympischen Komitee zu verdanken, die gemeinsam nach einem Kompromiss suchten, um die ukrainischen Sportler nicht wegen politischem Firlefanz (Maidan und Krim) die Paralympics zuvermasseln aber ihr Gesicht zu wahren.
oskarm 07.03.2014
2. Inkonsequent
Auf der Krim demonstriert Putin seine Verachtung gegenüber souveränen Staaten und den Menschenrechten. Der politische Druck läuft ins Leere, wenn Sport und Wirtschaft so rückgratlos daher kommen. Bietet dem Aggressor weiterhin eine Bühne. Freue mich schon auf die Fussball-WM 2018 in Grossrussland!
sportlich-gesund 07.03.2014
3. Schließe mich an
... Sport & Politik haben mit einander nichts zu tun. Traurig schon bei Olympia, dass sich die deutschen Politiker mit völligem Desinteresse zeigten, derweil ihre Diäten erhöhen und es nicht schaffen auch nur ein Funken Präsenz zu zeigen. Und nun noch schlimmer: bei den paralympics zeigen sie die völlig Kalte Schulter und ignorieren die Sportler vollkommen im Zeichen der Politik. Wirklich schämen sollten sie sich und nicht mehr in den Spiegel schauen können...
nr.14 07.03.2014
4. optional
Nr 1 - verstehe ich nicht! Die Ukrainer protestieren mit nur einem Athleten, Deutschland mit Abwesenheit der Regierungsdelegation. Andere Methode, selbe Aussage. Was gibt's da zu schämen? Wem wurde was vermasselt? "Sport und Politik nicht vermischen" sagt das IOC doch auch nur, damit sie sich keine Gedanken drüber machen müssen, mit wem sie ihre Geschäfte machen.
tel33 08.03.2014
5. Das ist ja wohl ein Scherz...
Zitat von langenscheidtSchämen sollte sich die deutsche Bundesregierung. Zu den Paralympics glänzt sie mit Abwesenheit. Das IOC betont Sport und Politik nicht zu vermischen bzw. Sport nicht zu einem Politikum zu missbrauchen. Vllt. sollte die Bundesregierung noch einmal Benimmschulstunden absolvieren. Dass nur ein Sportler der Ukraine bei der Eröffnung erscheint ist den vielen vorherigen Gesprächen zwischen dem ukrainischen Verband und dem Internationalem Paralympischen Komitee zu verdanken, die gemeinsam nach einem Kompromiss suchten, um die ukrainischen Sportler nicht wegen politischem Firlefanz (Maidan und Krim) die Paralympics zuvermasseln aber ihr Gesicht zu wahren.
Die Olympischen Spiele waren eine einzige Propagandainszenierung um das russische Volk in ein Art nationalistischen Trancezustand zu versetzen und die Gunst der Stunde zu nutzen, in andere Länder einzufallen und fremdes Territorium zu annektieren. Spätestens jetzt sollte eigentlich jedem einigermaßen klar denkenen Bürger (und dazu zähle ich sowohl Sportler, als auch Politiker) bewusst geworden sein, welchen Zielen eine Unterstützung dieses Spektakels tatsächlich dient.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.