Paralympics Norwegerin spielt im Männer-Eishockeyteam

Als Frau im Männerteam - bei den Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang ist das möglich. Lena Schrøder macht für Norwegen bei den männlichen Eishockeykollegen mit.

Eishockeyspielerin Lena Schroeder
Paralympic Games

Eishockeyspielerin Lena Schroeder


Sie ist "einfach einer der Jungs": Als erst zweite Frau überhaupt und erste seit 24 Jahren wird die Norwegerin Lena Schrøder bei den Winter-Paralympics in Pyeongchang mit einem Männerteam im Para-Eishockey spielen. Und die 24-Jährige erhält unter den Männern keinerlei Sonderrechte. "Wir werden nicht unsere Organisation für sie umstellen", stellte Trainer Espen Hedge klar: "Sie muss als einer der Jungs funktionieren."

Doch Sonderrechte will und braucht Schrøder, die mit dem ebenfalls nominierten Nationalspieler Morten Værnes liiert ist, auch nicht. Sie sagt: "Ich bin einer der Jungs". Das gelte auch für die Kabine: "Ich sehe mich nicht als jemand anderes. Und ich denke, die Jungs tun das auch nicht."

17 Spieler gehören zu jedem Para-Eishockey-Team bei den am Freitag beginnenden Winterspielen, darunter zwei Torhüter. Frauen dürfen zusätzliche Plätze einnehmen. Dennoch hat kein anderes Team eine nominiert. Und Trainer Hedge stellt klar, dass Schrøder aus Leistungsgründen zum Team gehört. "Sie ist hier, weil sie zu den Besten gehört", sagte er: "Wir haben keine Freikarten verteilt."

Schrøder, die mit einem Wirbelspalt ("Spina bifida") geboren wurde, hatte schon im Vorfeld gesagt: "An den Paralympics teilzunehmen, wäre mein großer Traum. Aber ich will mir den Platz verdienen, ich will ihn nicht geschenkt haben." Ihr Ziel für die Spiele: "Auf dem Eis stehen. Ich will zeigen, dass man auch als Mädchen in diesem Männersport mitspielen kann." Länderspiele hat sie schon absolviert.

Als bislang einzige Frau hatte 1994 in Lillehammer Brit Mjaasund Øjen ebenfalls mit dem norwegischen Männerteam bei Paralympics mitgespielt.

aha/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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alt-nassauer 06.03.2018
1. Ist das so Spektakulär?
Beim EHC Klostersee (Landesliga-Bayernliga) spielt schon seit einiger Zeit eine Frau als Torhüterin im Männerteam mit. Vor kurzem wurde von zwei Frauen berichtet (Hessenschau) beim ERC Pohlheim (Hessenliga) sogar zwei Frauen im Sturm! Mir scheint da ist man in Deutschland mit weniger Schlagzeilen und schon bei "fast" normalen Verhältnissen. Wobei sich es nicht hier um Profiis (weder die besagten Frauen hier in D noch Lena Schrøder) handelt? Trotz alledem Respekt davor, sich als Frau bei Männer durch zukämpfen und dort als Frau den "Mann" ersetzen!
3liter 06.03.2018
2. Normal
In den Top-Ligen gibt es zwar keine Frauen, aber OL sind sie aber immer häufiger anzutreffen. Ivonne Schröder und Jennifer Harß spielen z.B. als Torhüter in der Oberliga, Maren Valenti hat es sogar mal in der 2. Bundesliga als Feldspieler probiert. Je tiefer man in die Ligenstruktur geht, desto häufiger trifft man auf "harte" Mädels. Zuerst im Tor, dann auch öfter mal auf dem Feld. Im Hobbybereich spielen Frauen häufig auch in Männerteams, da die Anzahl der Spielerinnen oft gar nicht für ein eigenes Damenteam ausreichen. Oder die Mädels wollen aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mehr in der Damenbundesliga spielen, was einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeutet. Auch in meinem Team und den der Gegner sind Mädels am Start, erst kürzlich habe ich die Dame unseres Teams zum "Man of the match" gekürt. Bevorzugungen gibt's offiziell zwar nicht, aber man merkt schon, dass die Gegner oft nicht voll durchziehen, wenn sie eine Dame im Zweikampf vor die Flinte bekommen.
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