Doping Russlands Team von Paralympics ausgeschlossen - Einzelstarts möglich

Russland ist von den Winter-Paralympics in Pyeongchang ausgeschlossen worden. Einzelne Behindertensportler des Landes dürfen aber im Gegensatz zu den Spielen in Rio 2014 unter neutraler Flagge starten.

Logo des Russischen Paralympischen Komitees
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Ausgewählte russische Behindertensportler dürfen unter neutraler Flagge an den Paralympics in Pyeongchang (9. bis 18. März) teilnehmen. Wie das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bekannt gab, bleibt das Russische Paralympische Komitee (RPC) zwar aufgrund des staatlich gelenkten Dopingsystems in Russland suspendiert. Zwischen 30 und 35 ausgewählte Athleten dürfen aber an den Spielen in Südkorea teilnehmen.

Bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio hatte das IPC anders als das Internationale Olympische Komitee (IOC) wegen des staatlich gelenkten Dopingsystems alle russischen Behindertensportler ausgeschlossen.

Dieses Mal folgt das IPC dem Vorbild des IOC und lässt ausgewählte russische Sportler unter neutraler Flagge zu.

"Die Entscheidung vor Rio war die richtige. Es handelte sich bei den positiven Proben nicht um Zufall und nicht um Einzelfälle, sondern um eine organisierte Aktion, die den Sport, wie wir ihn kennen, bedroht", sagte der neue IPC-Präsident Andrew Parsons: "Aber nun, 17 Monate später, haben wir eine neue Situation. Es gab signifikante Verbesserungen, denen wir Tribut zollen müssen. Damals konnten wir nicht sagen, welche Sportler sauber sind und welche nicht. Wir haben jetzt großes Vertrauen, dass das System in Russland nicht mehr korrupt ist und wollen jenen Athleten, die sauber sind, die Teilnahme unter neutraler Flagge ermöglichen."

Das RPC war nach Rio zu zahlreichen Maßnahmen aufgefordert worden - unter anderem der Akzeptanz und Anerkennung des McLaren-Berichts, in dem Russland flächendeckendes Doping bescheinigt wird. "Obwohl das RPC suspendiert bleibt, haben sie erhebliche Fortschritte gemacht. Das müssen wir anerkennen", sagte Parsons. Starten dürfen einzelne Sportler im Biathlon, Ski alpin, Langlauf, Snowboard und im Rollstuhl-Curling. Im Sledge-Eishockey darf kein russisches Team teilnehmen.

Im Weltcup durften russische Athleten in diesem Jahr provisorisch unter neutraler Flagge starten, damit sie im Falle einer Paralympics-Zulassung die Qualifikations-Kriterien erfüllen konnten. Zahlreiche Athleten führen dabei ihre Weltcup-Wertung an. Auch 2014 in Sotschi dominierten die Russen den Medaillenspiegel.

Mit 30 Gold-, 28 Silber- und 22 Bronzemedaillen und damit insgesamt 80 Podestplätzen lagen sie weit vor den zweitplatzierten Deutschen (9/5/1/15). Diese zeigten sich enttäuscht über die Entscheidung des Verbandes: "Leider hat sich das IPC nun irgendeinem Druck gebeugt. Die Entscheidung ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Es ist schade, dass das IPC von seiner konsequenten Antidopingpolitik abgerückt ist", sagte Verbandspräsident Friedhelm Julius Beucher.

mfu/sid



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
s.gustavsson 29.01.2018
1.
Ich stehe dem zwiegespalten gegenüber. Die Paralympics sind wichtige Botschafter für Gleichberechtigung und erzeugen Aufmerksamkeit für Behinderte. Ein wichtiges Thema, dem so sicherlich viel verloren geht.
k.hohl 29.01.2018
2. Nachfrage zu Hintergrundinformationen
Es wäre nett gewesen, wenn der Artikel Hintergrundinformationen (auch in Kurzform) über die Zahl der gedopten, russischen Sportler mit Handicap geliefert hätte. Gab es diese überhaupt? Wurden sie im McLaren-Report aufgeführt? (Soweit mir bekannt, gab es nur das pauschale Urteil auch die behinderten Sportler seien gedopt - keine Nachweise) Oder in einer anderen, seriösen Quelle?
volkerettlich 29.01.2018
3. Nichts Neues
Die "guten Demokraten" verhängen Kollektivstrafen.... Hab ich auch schon durch. Ohne den Nachweis individueller Schuld wird pauschal eine Gruppe, die einem nicht passt, bestraft. Ich sage dazu nur Strafrente ---- und genauso läuft es hier. Nicht akzeptabel und in keiner Weise mit den eigenen Maßstäben vereinbar. Aus meiner Sicht alles nur Doppelmoral und politisch gewollt. Jetzt kann ich dann zensiert werden. Mit sportlichen Grüßen.
uzsjgb 29.01.2018
4.
Zitat von volkerettlichDie "guten Demokraten" verhängen Kollektivstrafen.... Hab ich auch schon durch. Ohne den Nachweis individueller Schuld wird pauschal eine Gruppe, die einem nicht passt, bestraft. Ich sage dazu nur Strafrente ---- und genauso läuft es hier. Nicht akzeptabel und in keiner Weise mit den eigenen Maßstäben vereinbar. Aus meiner Sicht alles nur Doppelmoral und politisch gewollt. Jetzt kann ich dann zensiert werden. Mit sportlichen Grüßen.
Doper passen dem internationalen Sport nicht. Genau diese Gruppe von Sportler wird bestraft.
exilant64 29.01.2018
5. Ich versuch es noch einmal...
Zitat von volkerettlichDie "guten Demokraten" verhängen Kollektivstrafen.... Hab ich auch schon durch. Ohne den Nachweis individueller Schuld wird pauschal eine Gruppe, die einem nicht passt, bestraft. Ich sage dazu nur Strafrente ---- und genauso läuft es hier. Nicht akzeptabel und in keiner Weise mit den eigenen Maßstäben vereinbar. Aus meiner Sicht alles nur Doppelmoral und politisch gewollt. Jetzt kann ich dann zensiert werden. Mit sportlichen Grüßen.
Auch wenn es ja nicht verstanden werden will. Hier wird keine Gruppe bestraft, sondern ein Verband, der seine WADA-Compliance nicht belegen kann. Nicht Sportler sondern der jeweilige Verband wird zur Teilnahme an Olympischen und Paralympischen Spielen eingeladen. Dieser entsendet dann Sportler. Will sagen: Hält sich der Verband nicht an Regeln, wird er nicht eingeladen und kann auch keine Sportler entsenden. Also ist dies Gesumse von wegen Kollektivstrafe und Nachweis individueller Schuld völliger Blödsinn und beweist, dass man nun so gar keine Ahnung hat. Ganz im Gegenteil, der IPC hält sogar, obwohl diese normalerweise eben nicht teilnehmen könnten, nachweislich den Weg für "saubere" Athleten offen, was Ihrer "Kollektiv"-These völlig widerspricht.
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