Sprintwettbewerbe bei der WM "Nur" einmal Gold für deutsche Rodler

Das Gold ist nicht genug: Am ersten Tag der Weltmeisterschaft haben die deutschen Rodler nur eine von drei möglichen Medaillen gewonnen. Besonders enttäuscht war Natalie Geisenberger.

Tobias Wendl (l.) und Tobias Arlt
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Tobias Wendl (l.) und Tobias Arlt


Für die deutschen Rodler gilt das schon als Misserfolg: Am ersten Tag der Weltmeisterschaft in Igls bei Innsbruck gewannen die Schlitten des BSD "nur" eine von drei möglichen Goldmedaillen. Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt gewannen das Sprintrennen der Doppelsitzer. Bei den Frauen siegte Erin Hamlin aus den USA, bei den Männern der Österreicher Wolfgang Kindl.

"Das ist auf alle Fälle ernüchternd. Wir hatten uns deutlich mehr ausgerechnet am ersten Tag", sagte der deutsche Bundestrainer Norbert Loch. Sein Sohn, Olympiasieger Felix Loch, setzte auch in Tirol seinen Negativtrend fort und blieb nach einem Fehler als Zehnter chancenlos. "Die Jungs vorne fahren stark, das sieht man auch am Wolfgang", sagte Loch, der seinen Titel vom Vorjahr nicht verteidigen konnte, über Sieger Kindl, der den Österreichern das erste Gold bescherte. Zweiter wurde der Russe Roman Repilov vor Dominik Fischnaller aus Italien.

Bei den deutschen Frauen lief es am Fuße des Patscherkofels nicht viel besser. Nach einem gravierenden Fahrfehler am Start landete Natalie Geisenberger auf dem 15. und letzten Platz. "Momentan ist es ein bisschen schwierig, daraus irgendetwas Positives ziehen zu können", sagte die Olympiasiegerin. Auf die Frage, was nach der Enttäuschung am meisten tröste, schaute sie mit enttäuschtem Blick in die hereinstrahlende Sonne und sagte: "Die Ruhe."

Tatjana Hüfner durfte sich hingegen über Rang drei freuen. "Ich bin sehr glücklich mit Bronze. Das ist schon mal eine Medaille mehr als im Vorjahr", sagte Hüfner mit Blick auf 2016, als sie am Königssee überraschend leer ausgegangen war. Silber ging an die Titelverteidigerin Martina Kocher aus der Schweiz.

Bei den Doppelsitzern verteidigten Wendl/Arlt ihren Titel, sie sind bei Großereignissen seit 2013 ungeschlagen. "Die Rechnung ist mal wieder aufgegangen", sagte Wendl. Für das bisher in dieser Saison dominante Duo Toni Eggert und Sascha Benecken wurde der Sprint mit Platz drei zur Enttäuschung. "Natürlich sind sie angefressen", sagte Bundestrainer Loch. Trotz sieben Saisonsiegen in neun Rennen wurde es nichts mit dem ersten WM-Titel für das Doppel. Silber ging an die Österreicher Peter Penz und Georg Fischler.

rae/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
caheid 28.01.2017
1. Sprintwettbewerb im Rodeln?
Neue Disziplin, um den Medaillespiegel des DOSB hochzutreiben, weil da, wie im Kanu-Doppelzweier-Rueckwaerts, ausser Deutschland mit seinen Staatsamateuren, keiner mitmacht. Ohne Steuergelder gaebs das, was sowiso keinen interessiert, schon lange nicht mehr.
Mathias Vogel 28.01.2017
2.
Etwas Bescheidenheit könnte nichts schaden. Unsere Rodler holen einen Titel und eine Bronzemedaille. Und was schreibt Spiegel: Das Gold ist nicht genug. Wieso eigentlich nicht. Andere Nationen können auch Schlitten fahren.
jackohnereacher 28.01.2017
3. Herzlichen Glückwunsch
zu Gold und Bronze.
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