Rodel-WM: Team-Staffel endet als Lachnummer

Geplant war eine gelungene Vorführung, heraus kam eine peinliche Aktion. Wegen technischer Probleme konnte die Team-Staffel bei der Rodel-WM nicht beendet werden. Von der Aufnahme ins olympische Programm ist der Wettbewerb weit entfernt.

Rodler bei WM in Cesana: "Das Format ist klasse, doch die Technik muss mitspielen"Zur Großansicht
dpa

Rodler bei WM in Cesana: "Das Format ist klasse, doch die Technik muss mitspielen"

Hamburg - "Der Worst Case ist eingetroffen. Schlimmer geht es nicht", sagte Josef Fendt, Präsident des Rodel-Weltverbands (Fil), bei der WM im italienischen Cesana. "Ich kann nicht sagen, was wir verbrochen haben, dass uns das hier passiert."

Aufgrund von technischen Problemen wurde zunächst bei vier Teams, darunter auch bei der favorisierten deutschen Staffel, trotz erfolgreichen Anschlags im Ziel die Startklappe für den nachfolgenden Teamkollegen nicht ausgelöst.

Doch anstatt den Schaden möglichst gering zu halten, entschied sich die Jury zu einem Neustart - ein folgenschwerer Fehler. Schon beim ersten Wechsel des slowakischen Teams streikte die Technik erneut. Der Wettkampf wurde abgesagt.

"Mit dem Neustart haben wir uns nicht lächerlich gemacht", so Fendt. Dem widersprach Bundestrainer Norbert Loch: "Das ist ein Desaster. Ich bin angefressen und sauer."

Auch unter den Sportlern gab es Aufregung. Im Zielbereich wurde jeder erfolgreiche Wechsel mit höhnischem Applaus bedacht. "Das Format ist klasse, doch die Technik muss mitspielen", sagte Fendt über die Staffel. Jedes Team besteht aus einer Frau, einem Mann und einem Doppelsitzer.

Fendt verwies darauf, dass es in den fünf Rennen der laufenden Weltcupsaison immer reibungslos funktioniert habe. Allerdings hatte es schon bei der WM 2009 in Lake Placid ähnliche Probleme wie in nun in Cesana gegeben.

Nach dem völlig misslungenen Wettbewerb haben sich die Chancen für die Aufnahme der Rodel-Staffel ins Programm der Olympischen Winterspiele deutlich verschlechtert.

Die Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dürfte ihrem Präsidenten Jacques Rogge nichts Gutes berichten können. Der Belgier will im April alleinverantwortlich eine Entscheidung über die Aufnahme treffen.

Das Staffel-Rennen wird in diesem Winter nicht mehr ausgetragen. Zunächst hatte der Weltverband erwogen, den Wettbewerb beim Weltcup-Finale nachzuholen.

Im lettischen Sigulda ist am Wochenende 19./20. Februar das sechste und letzte Team-Rennen der Weltcup-Saison geplant. Zu diesem hatte sich auch Rogge angesagt.

ach/dpa/sid

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