Rückkehr aus Sotschi Athleten fordern mehr Geld

"Wir brauchen mehr Geld": Die deutschen Athleten sind von den Olympischen Spielen in Sotschi zurückgekehrt. Sprecher Christian Breuer sprach den Wunsch aus, die Sportler besser zu entlohnen. Bundespräsident Joachim Gauck will zumindest am bisherigen Volumen der Förderung festhalten.

AFP

Hamburg - Die deutsche Olympiamannschaft ist zurück. Hinter den Athleten liegen durchwachsene Spiele, überschattet vom Dopingfall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle. Am Münchner Flughafen wurden die Sportler von Bundespräsident Joachim Gauck herzlich empfangen. Sie bekamen Lebkuchenherzen mit der Aufschrift "Welcome Home" - und ein paar warme Worte des Staatsoberhaupts.

Gauck sprach sich für die Beibehaltung der Förderung für olympische Wintersportarten aus, auch in der bisherigen Größenordnung: "Ich möchte, dass wir Ja sagen zur Sportförderung des Spitzensports und auch in der Breite", sagte Gauck. "Ich hoffe schon, dass es gut weitergeht." Wegen der mageren Ausbeute in Sotschi mit 19 Medaillen drohen vielen Fachverbänden Kürzungen. Man dürfe aber nicht nur den Medaillenspiegel betrachten, forderte Gauck.

Den Athleten reicht ein Festhalten am Status quo aber nicht. "Wir brauchen mehr Geld", forderte Christian Breuer, der Athletensprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Wir leisten uns einige Rettungsschirme. Dann kann man auch mal den Sport retten."

Der frühere Eisschnellläufer spielte nicht allein auf eine Aufstockung der staatlichen Zuwendungen von rund 130 Millionen Euro an. Darüber soll nun mit dem Bundesinnenministerium verhandelt werden. Breuer wünscht sich aber vor allem, dass die Athleten selbst besser entlohnt werden.

Diese Forderung hatte auch der Curler John Jahr erhoben. Ein "vermögender Staat" wie der deutsche sollte in seine Leistungsträger investieren, hatte der 48-jährige Hamburger angemahnt. "Ich habe das nicht böse gemeint", sagte Jahr, "aber ich glaube, ein so großes Land könnte besser fördern".

cte/dpa



insgesamt 36 Beiträge
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Zaphod 24.02.2014
1. Streikrecht
Nachdem weder Übersetzungskosten noch Mühen gescheut wurden, um für die Sporter Herzen mit der Aufschrift "Welcome home" zu produzieren, erlauben sie sich keck nach mehr Geld zu fragen. Denn sie sind ja "Leistungsträger", wahrscheinlich sehen sie sich sogar als Stützen der Gesellschaft. Sollte es nicht mehr Geld geben, so sollten die Sportler ernsthaft einen Streik bei der nächsten Olympiade erwägen. Komischerweise würde dieser Streik niemandem weh tun - außer den Sportler selbst. Und genau in diesem Moment würden sie vielleicht erkennen, worin ihre Leistungen gegenüber der Gesellschaft eigentlich liegt!
76fritz 24.02.2014
2. Und mehr Geld ...
... macht leistungsstark? Oder bekommt man dann besseres Doping? Vielmehr soll der Sport freiwillig "geleistet" werden und man soll Spass daran haben! Geld macht den Sport kaputt und vor allem die Sportlichkeit!
charly136 24.02.2014
3. Wirtschafts-Prinzip und einfache
Handhabung! Wer Leistung bringt erhält mehr Geld, PR-Schaulaufen und "Urlaubsreisen" zu Großveranstaltungen werden nicht mehr vergütet! Mindestens 50% der Sotschi Athleten können beruhigt als Olympia-Urlauber bezeichnet werden. Die Edelmetall gewinnen sollen auch entsprechend entlohnt werden, dafür werden dann die Fleischtöpfe für "Urlauber" höher gehängt!!!
hjellsint 24.02.2014
4. ausgerechnet ein Curler
ein Sieg im ganzen Turnier und schon Forderungen stellen
DeutscherimAusland 24.02.2014
5. Mehr Geld,..
ist kein Garant fuer bessere Leistung! Das "gesamte" System des deutschen Sports sollte vielleicht "etwas" ueberdacht und korrigiert werden! Und ein wenig mehr "Erwartungshaltung" (frueher auch Druck genannt!) und weniger Lobhudelei, waeren "wahrscheinlich" zukuenftig hilfreicher!
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