Schmerzhafte Prellung: Ski-Star Lindsey Vonn bangt um Olympiastart
Sie gilt als Favoritin für eine Goldmedaille in Vancouver - doch nun könnten die alpinen Wettbewerbe für Skifahrerin Lindsey Vonn schon vor dem ersten Rennen beendet sein. Die US-Amerikanerin plagt eine schmerzhafte Prellung am Schienbein - gegen die sie ein altes Hausmittel einsetzt.
Hamburg - Die größte Rivalin von Maria Riesch wird möglicherweise nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen können. Doppel-Weltmeisterin Lindsey Vonn äußerte am Mittwoch in Vancouver die Befürchtung, dass die alpinen Wettbewerbe für sie bereits zu Ende sind, ehe sie begonnen haben. "Ich bin möglicherweise nicht in der Lage, zu starten", sagte die 25 Jahre alte Amerikanerin. Die als große Favoritin auf Gold in der Abfahrt und im Super-G leidet an einer Prellung am rechten Schienbein.
Die alpinen Rennen der Frauen beginnen am Sonntag mit der Super-Kombination. Für Donnerstag ist das erste Training in Whistler angesetzt. Davor will Vonn zum ersten Mal, seit sie sich die Verletzung vor einer Woche im Training in Österreich zuzog, wieder auf Skiern stehen.
"Ich werde mal schauen, ob es geht. Ich kann normal laufen, aber wenn ich versuche, meine Skistiefel anzuziehen, kann ich mich kaum nach vorne beugen und habe entsetzliche Schmerzen", sagte sie. Die Ratschläge der Ärzte, die Verletzung röntgen zu lassen, hat Vonn bislang ignoriert. "Ich habe keine Ahnung, ob es vielleicht gebrochen ist. Ich will auch nicht hören, dass es vielleicht gebrochen ist, denn sonst ist meine Saison zu Ende." Ihr Arzt habe den Knochen abgetastet und ihr gesagt, er fühle sich "ziemlich stabil" an. Die fragliche Stelle am rechten Unterschenkel sei etwa 15 Zentimeter lang. Eine Schienbein- oder Schuhrandprellung kommt bei alpinen Ski-Rennläufern häufig vor.
Vonn war von den US-Medien in Anspielung auf den erfolgreichen Schwimmer bereits als "Michael Phelps der Winterspiele" bezeichnet worden, nachdem sie in diesem Winter schon neun Weltcup-Rennen gewonnen hat und ihren dritten Gesamtweltcupsieg hintereinander ansteuert. Fünfmal Gold wären möglich, nun scheint zunächst der Kombinations-Start stark gefährdet.
Mit Quarkwickeln gegen den Schmerz
"Es könnte sein, dass ich das erste Training mal auslasse", sagte Vonn. Um in der Kombination starten zu können, muss sie aber zuvor mindestens an einem der drei geplanten Abfahrtstrainings teilgenommen haben.
Vonn will bei der Therapie nun auch auf "Topfen", also Quark setzen. Er wirkt kühlend und abschwellend. Die Amerikanerin gab sich trotzdem äußerst skeptisch: "Ich muss ja mit 75, 80 Meilen pro Stunde Ski fahren, und dabei drücken viele Kräfte gegen mein Schienbein, und ich weiß ganz ehrlich nicht, ob ich in der Lage sein werde, das zu tun", sagte sie am Mittwoch.
Allzu optimistisch wirkte Maria Rieschs Freundin allerdings nicht. "Ich muss jetzt erstmal schauen, wie es sich am Donnerstag anfühlt. Ich muss von Tag zu Tag schauen, weiter Therapie machen und hoffen, dass es besser wird", so Vonn.
jok/dpa
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