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29. Dezember 2012, 14:19 Uhr

Ski alpin

Knappste Männer-Entscheidung der Geschichte

Das hat es im Ski-Weltcup der Männer noch nie gegeben: Bei der Abfahrt in Bormio siegten der Österreicher Hannes Reichelt und Dominik Paris aus Italien mit der gleichen Zeit - eine Hundertstelsekunde vor dem Norweger Aksel Lund Svindal. Maria Höfl-Riesch verpasste zum Jahresabschluss das Podest.

Hamburg - Abfahrt ist die schnellste Disziplin im alpinen Skiport, die Abstände zwischen dem Ersten, Zweiten und Dritten betragen nicht selten eine halbe Sekunde und mehr. Kaum zu glauben ist daher, was sich beim Weltcup im italienischen Bormio ereignet hat, wo die Zuschauer die knappste Entscheidung bei den Männern in der Geschichte des Ski-Weltcups erlebten.

Hannes Reichelt aus Österreich und der Italiener Dominik Paris kamen mit der gleichen Zeit ins Ziel und sorgten so für einen Doppelsieg. Das Duo lag dabei nur eine Hundertstelsekunde (0,01 Sekunden) vor Aksel Lund Svindal. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte der drittplatzierte Norweger.

Vierter wurde der Österreicher Klaus Kröll - und der hatte auf Svindal ebenfalls nur 0,01 Sekunden Rückstand. "Da fühlt man sich ein bisschen wie der Depp vom Tag", sagte Kroll, der als Vierter das Podest ganz knapp verpasste. Als bester deutscher Fahrer kam Stephan Keppler, zeitgleich mit dem Italiener Peter Fill, auf den elften Platz, 0,99 Sekunden langsamer als die beiden Sieger.

Drei Siegerinnen beim Riesenslalom 2002 in Sölden

Nie zuvor hatte es bei den Herren eine engere Weltcup-Entscheidung gegeben. Zwei Sieger in einem Rennen hatte es zwar schon mehrfach gegeben, der Abstand des Dritten war dabei aber stets größer. Die bislang knappste Entscheidung bei den Männern datiert vom 2. März 2012 im norwegischen Kvitfjell, als Kjetil Jansrud aus Norwegen im Super-G drei Hundertstelsekunden hinter dem Schweizer Beat Feuz und Kröll lag.

Bei den Frauen hat es dagegen schon zwei Rennen mit je drei Siegerinnen gegeben. Beim Riesenslalom 2002 im österreichischen Sölden standen Tina Maze aus Slowenien, Nicole Hosp aus Österreich und Andrine Flemmen aus Norwegen alle auf Rang eins. Zeitgleiche Siegerinnen waren im März 2006 beim Super-G im norwegischen Hafjell auch die Österreicherin Michaela Dorfmeister, Lindsey Vonn aus den USA (die damals noch Kildow hieß) und Nadia Styger aus der Schweiz. Vierte war damals Kelly Vanderbeek aus Kanada - mit einer Hundertstelsekunde Rückstand auf das Sieger-Trio.

Höfl-Riesch beim Slalom in Semmering Vierte

Beim Slalom-Weltcup der Frauen im österreichischen Semmering hat Maria Höfl-Riesch ihren dritten Podestplatz in dieser Saison verpasst. Die 28-Jährige fuhr zwar noch vom sechsten auf den vierten Rang vor, zum Podium fehlten aber satte 0,91 Sekunden. Der Sieg ging an die Slowakin Veronika Velez Zuzulova vor Kathrin Zettel aus Österreich. Die Gesamtweltcup-Führende Tina Maze aus Slowenien wurde Dritte und übernahm dadurch auch die Führung im Disziplin-Weltcup. Christina Geiger fuhr als Sechste ihr bestes Saisonergebnis ein. Lena Dürr (24.) und Veronika Staber (27.) holten ebenfalls Weltcup-Punkte.

ham/sid/dpa

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