Ski Alpin Chmelar gelingt Überraschung, Cuche triumphiert trotz Handicap

Platz eins knapp verpasst: Die deutsche Skirennläuferin Fanny Chmelar landete beim Slalom im schwedischen Åre auf dem zweiten Rang - und stahl Weltmeisterin Maria Riesch die Show. Didier Cuche glänzte mit nur einem Stock, Benjamin Raich sorgt für Spannung.


Hamburg - Das deutsche Team hatte doppelten Grund zum Jubeln: Neben dem Weltcuptitel im Slalom für Maria Riesch überraschte Chmelar mit einem starken Auftritt und fuhr am Ende auf Rang zwei. Es war für Chmelar der erste Podestplatz im alpinen Ski-Weltcup überhaupt. Sie musste sich beim Torlauf im schwedischen Åre mit einer Zeit von 1:49:29 nur der Französin Sandrine Aubert um sechs hundertstel Sekunden geschlagen geben. Dritte wurden zeitgleich die Schwedin Therese Borssen und die Tschechin Sarka Zahrobska.

Feiernde Chmelar (l.), Riesch: "Eine Riesenbelohnung"
REUTERS

Feiernde Chmelar (l.), Riesch: "Eine Riesenbelohnung"

Chmelar fuhr im zweiten Durchgang mit Laufbestzeit noch von Rang elf auf zwei vor. "Das ist ein super Gefühl. Ich weiß auch nicht, wie ich das geschafft habe", sagte die 23-Jährige, die erst zum dritten Mal überhaupt in die Top-Ten fuhr. Ihr bislang bestes Ergebnis war ein sechster Platz bei einer Super-Kombination im Dezember 2006. "Das freut mich brutal für die Fanny", sagte Trainer Mathias Berthold.

Weltmeisterin Maria Riesch fiel im Finaldurchgang vom zweiten auf den fünften Platz zurück. "Ein tolles Ergebnis für unsere Mannschaft, auch wenn ich es selbst gerne aufs Podium geschafft hätte", sagte Riesch, die bereits vor dem Rennen als Gewinnerin der kleinen Kristallkugel in dieser Disziplin festgestanden hatte. "Die ist eine Riesenbelohnung." Kathrin Hölzl und Susanne Riesch schieden im zweiten Durchgang aus. Monika Bergmann belegte in ihrem letzten Weltcup-Rennen den 17. Platz - einen Rang vor Gesamtweltcup-Siegerin Lindsey Vonn (USA).

Spannung im Gesamtweltcup

Aksel Lund Svindal hat in Åre seine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um den Gesamtweltcup ein Rennen vor Saisonende eingebüßt. Der Norweger wurde beim Sieg seines härtesten Rivalen Benjamin Raich (Österreich) im Riesenslalom nur 19. und holte keine Weltcup-Punkte. Raich verkürzte den Rückstand auf Svindal damit vor dem abschließenden Slalom am Samstag auf nur noch zwei Punkte. Für Raich war es bereits der 34. Weltcup-Sieg. Der Führende des ersten Durchgangs setzte sich am Ende bei schlechter Sicht in 2:18,95 Minuten knapp vor Ted Ligety (USA/0,13 Sekunden zurück) und Didier Cuche (Schweiz/0,71) durch. "Ich hätte einen Scheibenwischer gebraucht", sagte er über die Verhältnisse.

Cuche, der während seines ersten Durchgangs einen Stock verlor und dennoch mit der Spitze mithielt, gewann dank seines dritten Platzes die Disziplinwertung. Für den 34-Jährigen war es bereits die dritte Kristallkugel nach den Abfahrtserfolgen 2007 und 2008. Raich geht als Topfavorit auf den Gesamtsieg in den Slalom am Samstag. Er gilt als der wesentlich bessere Torläufer als Svindal. Sollte der Norweger wie erwartet leer ausgehen, würde Raich Platz 15 zum zweiten Gesamtweltcupsieg nach 2006 reichen. "Im Slalom kann man immer mal ausscheiden. Es wird kein leichtes Rennen", sagte er.

bka/sid/dpa



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