Riesenslalom Erster Weltcupsieg für Luitz - ein Jahr nach Kreuzbandriss

Nach der Verletzung von Thomas Dreßen stand der Deutsche Skiverband unter Schock. Aber nur zwei Tage später siegte Stefan Luitz - im zweiten Rennen nach langer Pause.

Stefan Luitz
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Stefan Luitz


Skirennfahrer Stefan Luitz hat den Riesenslalom von Beaver Creek gewonnen und den ersten Weltcupsieg seiner Karriere gefeiert. Nach fast einjähriger Verletzungspause - Luitz hatte sich Mitte Dezember 2017 das Kreuzband gerissen - trat Luitz erst zum zweiten Mal in einem Weltcuprennen an und gewann direkt in seiner Lieblingsdisziplin.

Luitz verwies Topfavorit Marcel Hirscher (+0,14 Sekunden) und den überraschend starken Schweizer Thomas Tumler auf die weiteren Podestplätze. Der 26 Jahre alte Luitz ist der 14. Fahrer in der Geschichte des Deutschen Skiverbands (DSV), der im Weltcup ein Rennen gewann. Die Erfolgsliste des DSV führt der derzeit verletzte Felix Neureuther mit 13 Siegen an, dahinter liegen Markus Wasmeier (neun) und Armin Bittner (sieben).

Der Sieg von Luitz ist für den DSV der Abschluss eines Wochenendes mit Höhen und Tiefen. Bei den Damen war Kira Weidle in der Abfahrt von Lake Louise erstmals aufs Podest gefahren, Viktoria Rebensburg schaffte es im Super G ebenfalls auf den dritten Platz. Überstrahlt wurden die Tage in Übersee jedoch von der schweren Verletzung von Thomas Dreßen. Der beste Abfahrer des DSV riss sich bei einem Sturz das Kreuzband und wird in dieser Saison nicht mehr Ski fahren können. Doch der Erfolg von Luitz zeigt, was nach einer so langen Pause möglich ist.

krä/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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worlorn 03.12.2018
1. sensationelles Comeback
Auf Anhieb im ersten Rennen nach so schwerer Verletzung und so langer Pause zu gewinnen, ein sensationelles Comeback. Bei der letzten Zwischenzeit lag er schon 24/100 zurück, aber konnte Hirscher in einem grandiosen Finish fast 4/10 abnehmen, irre! Was für ein verrücktes Wochenende für unsere Alpinen, eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Zuerst der bittere Verlust von Thomas, dann die guten dritten Plätze von Weidle und Vicky und schließlich, ganz am Schluss, der Knaller mit dem Sieg von Stefan. Von tief betrübt bis zu himmelhoch jauchzend, so faszinierend kann der Skirennsport sein, wo der Grat ganz schmal ist zwischen Sturz mit Verletzung, zwischen Hundertstelpech und riesigem Jubel, wenn es bei der letzten Fahrt im Ziel grün aufleuchtet. Das ist der pure Wahnsinn. Schade, dass bei uns so Wenige einen Sinn dafür haben. Ich kann es nur empfehlen, ist wirklich was ganz Besonderes, wie nur wenige Sportarten. Auch das Niveau ist enorm, eine ziemlich einzigartige Mixtur aus Kraft, Artistik und Mut, vor allem bei den Herren. Kein anderer Wintersport kommt da ran, nicht annähernd.
starsnake 03.12.2018
2. stimmt
guter Kommentar von worlorn, muss jetzt bei den nächsten Wochenenden drauf achten. Skisport wird ja bei den ÖR noch ganz gut übertragen. Übersee ist wegen der Zeitverschiebung immer etwas mühsam.
Sibylle1969 03.12.2018
3. @2 starsnake
Bei Skirennen stellt die Zeitverschiebung zu Nordamerika kein allzu großes Problem dar. Die Skirennen aus Beaver Creek bzw. Lake Louise wurden am Abend zur Primetime übertragen.
worlorn 03.12.2018
4.
Zitat von Sibylle1969Bei Skirennen stellt die Zeitverschiebung zu Nordamerika kein allzu großes Problem dar. Die Skirennen aus Beaver Creek bzw. Lake Louise wurden am Abend zur Primetime übertragen.
In Österreich und Schweiz, aber bei ARD/ZDF ist es unrealistisch. Das sind Vollprogramme, die am Abend Familienunterhaltung senden. Bringt mehr Quote. Einzige sportliche Ausnahme ist Fußball. Aber in den Digitalprogrammen wie ARD ONE und ZDFneo oder im BR wäre es m.E. schon möglich. Der BR bring ja in der Primetime den 2. Lauf des Schladminger Slaloms, warum nicht auch andere attraktive Rennen wie die spektakuläre Abfahrt in Beaver Creek? Diesmal mit unglücklichen Ausgang, aber das letzte Mal mit dem großartigen 3. Platz von Dreßen, was sein Durchbruch in die Spitze der Abfahrer war.
zweituerer 03.12.2018
5.
Mega-Leistung von Luitz! Dramatisch aber seit Jahren der ultraknappe Rückstand von Kristoffersen. Zwei Hunderstel! Und das immer und immer wieder. Einen Spitzensport permanent als Zweiter zu betreiben, in dem stetigen Wissen: "Wenn Hirscher nicht wäre..." würde Viele zermürben. Und es zeugt von wahrer Sportlichkeit von Kristofferson, nicht längst aufgegeben zu haben. Und da kommt Luitz!
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