Ski-Langlauf Olympiasieger Legkow und Teamkollege Below lebenslang gesperrt

Der russische Skilanglauf-Olympiasieger Alexander Legkow und dessen Teamkollege Jewgeni Below sind vom IOC lebenslang gesperrt worden. Beide sollen bei den Olympischen Spielen in Sotschi gedopt gewesen sein.

Alexander Legkow
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Alexander Legkow


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den russischen Skilanglauf-Olympiasieger Alexander Legkow und dessen Teamkollegen Jewgeni Below lebenslang in allen Funktionen für Olympia gesperrt. Legkow hatte 2014 in Sotschi Gold über 50 Kilometer gewonnen, die Medaille muss der russische Skiverband zeitnah an das IOC zurückgeben. Beiden wird vorgeworfen, vom staatlich gelenkten Dopingprogramm der Russen bei den Spielen 2014 in Sotschi profitiert zu haben.

Das Urteil betrifft auch die russische 15-Kilometer-Staffel, die hinter Schweden Silber gewonnen hatte. Das Quartett war ebenfalls nachträglich disqualifiziert worden, Frankreich und Norwegen rücken auf die Plätze zwei und drei vor.

Legkow-Verteidiger bezeichnet Urteil als "Skandal"

Legkows deutscher Anwalt Christof Wieschemann nennt das Urteil der IOC-Disziplinarkommission "skandalös". Mit der Entscheidung gehe das IOC "ohne weitere Ermittlungen und ohne weitere Beweise weit über die Angaben des McLaren-Reports hinaus und stellt sich gegen die bereits vorliegende Entscheidung des CAS (internationaler Sportgerichtshof, Anm. d. Red.) in gleicher Sache."

Die Entscheidung, so Wieschemann, habe "die Bezeichnung Skandal verdient. Sie verhöhnt geradezu die Erklärung des Präsidenten des IOC, Thomas Bach, nur auf der Grundlage sicherer Beweise entscheiden zu wollen."

Spätestens am Donnerstag werden die betroffenen Athleten laut Wieschemann Berufung beim CAS einlegen. "Sollte sich das Verfahren über den Zeitpunkt des Beginns der Olympischen Spiele 2018 verzögern und eine Verschiebung der Wettbewerbe durch einstweilige Verfügung nicht möglich sein, werden die Ergebnisse möglicherweise nachträglich annulliert werden müssen", sagte der Jurist.

Der russische Skilanglauf-Verband will die lebenslange Sperre von ihren beiden Athleten beim CAS anfechten. Sobald alle Dokumente über die Entscheidung des IOC vorlägen, gebe es dafür eine 21-tägige Frist, sagte Verbandspräsidentin Jelena Wjalbe der Agentur R-Sport. "Wir sind alle schockiert über die Nachricht", sagte sie.

Wjalbe bestätigte zudem, dass sich Legkow und Below wegen der Vorwürfe nicht für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea anmelden könnten.

mru/dpa/sid



insgesamt 12 Beiträge
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andreasm.bn 01.11.2017
1. was für'n Schwachsinn!
Wenn die bei Olympia 2018 wegen Sperre nicht starten dürfen, was soll da nachträglich korrigiert werden, wenn sie nicht angetreten sind?
jewill 01.11.2017
2. Typisch Jurist
Verschiebung der Wettbewerbe durch einstweilige Verfügung bzw. Annulierung der Ergebnisse - was so einem Juristen alles einfällt. Ich vermute das Urteil soll Härte demonstrieren, so dass man am Ende nicht die ganze russische Mannschaft ausladen muss. Denn wenn der McLaren-Report recht hat, und Russland wirklich die Gastgeberrolle missbraucht hat, um Doping zu vertuschen, dann dürfte der IOC Russland für lange Zeit nicht mehr zu den Spielen einladen.
Grummelchen321 01.11.2017
3. Dann
müssten erstmal alle die des Dopings in sotchi überführt worden sind gesperrt werden.Berichte haben ja systematische Doping bestätigt.
jo.lu 01.11.2017
4. Hä???
Sind diese beiden Sportler nun gedopt gewesen oder nicht? Was für eine Farce ... Vielleicht sollte man mal bei der IOC-Disziplinarkommission auch mal auf verbotene Mittel prüfen.
Namal 01.11.2017
5.
Zitat von Grummelchen321müssten erstmal alle die des Dopings in sotchi überführt worden sind gesperrt werden.Berichte haben ja systematische Doping bestätigt.
Blödsinn. Der Bericht bzw. Report hat bisheute KEINE Beweise für systimatsiches Doping liefern können! Das hat selbst die WADA vor kurzem so zugegeben.
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