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23. Februar 2013, 11:30 Uhr

Kreuzbandriss bei Ski-WM

Vonn gibt Jury Mitschuld an Horror-Sturz

Die Piste nicht sicher, der Schnee zu weich: Lindsey Vonn hat der Jury nach ihrem schweren Sturz bei der Ski-WM Fehlentscheidungen vorgeworfen. Die US-Amerikanerin hatte sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Sie hoffe, dass die Juroren künftig "wirklich scharf nachdenken".

Hamburg - Sie schrie vor Schmerzen, musste minutenlang auf der Piste behandelt werden, schließlich brachte ein Hubschrauber sie ins Krankenhaus. Der schwere Sturz von Lindsey Vonn überschattete die Ski-WM in Schladming, die US-Amerikanerin erlitt dabei einen Kreuzbandriss sowie einen Riss des Innenbandes im rechten Knie. Zudem zog sich die 28-Jährige einen Haarriss am Schienbeinkopf zu.

Nun, 17 Tage nach dem Sturz, hat Vonn das Verhalten der Rennjury um den Norweger Atle Skaardal scharf kritisiert. "Ich denke, die Jury hat eine Fehlentscheidung getroffen, es war nicht sicher", sagte Vonn. Die Rennleitung hatte das Super-G-Rennen am 5. Februar trotz widriger Bedingungen gestartet. Zuvor war es mehrfach verschoben worden.

Sie habe während ihrer Fahrt kaum glauben können, wie schlecht die Verhältnisse waren, so Vonn jetzt: "Der Schnee war zu weich, die Piste war gebrochen." Außerdem sei das Verschieben im Viertelstundentakt für sie und ihre Kolleginnen ein großes Problem gewesen. Der eigentlich für 11 Uhr vorgesehene Start war insgesamt 13-mal verschoben worden, jeweils um nur 15 Minuten. Später war das Rennen wegen schlechter Sicht nach 36 von insgesamt 59 Läuferinnen abgebrochen worden.

Zum Sturz sei es gekommen, weil es für sie am sogenannten Posersprung zu weit gegangen sei und sie im zu weichen Schnee landete. "Mein rechtes Knie legte eine Vollbremsung hin. Das war der Moment, als mein Knie einknickte und ich ausgehoben wurde." Sie hoffe, dass die Jury künftig "wirklich scharf nachdenke", ehe sie Rennen starte, "denn die Sicherheit sollte doch vorgehen".

Die 28-Jährige wiederholte zudem, dass sie zur kommenden Saison zurückkehren wolle. "Ich habe keine Zweifel, dass ich wieder Ski fahren kann - genauso gut, oder sogar besser", sagte sie. Nach der Verletzung fühle sie sich aber jetzt als "Underdog", so Vonn."Das nimmt mir vielleicht ein bisschen Druck."

leh/sid

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