Ski-WM Cuche mit Rekordsieg, Riesch erleidet Innenbandzerrung

Mit Routine an die Spitze: Didier Cuche hat in Val d'Isere den Super-G gewonnen. Älter als der Schweizer war bei einem vergleichbaren Erfolg noch keiner. Maria Riesch stürzte schwer, kann aber weiter starten. Eine Konkurrentin hatte weniger Glück. Der Zustand der Pisten rief Kritik hervor.


Hamburg - Didier Cuche hat sich zum ältesten alpinen Ski-Weltmeister der Geschichte gekrönt. Im Alter von 34 Jahren und 172 Tagen gewann der Schweizer bei den Titelkämpfen in Val d'Isere den Super-G und damit auch die erste Goldmedaille seiner Karriere.

Skirennfahrer Cuche: Sieg im Super-G
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Skirennfahrer Cuche: Sieg im Super-G

Der Routinier siegte in einem spektakulären Rennen auf der Strecke "Face de Bellavarde" mit 0,99 Sekunden Vorsprung vor dem Südtiroler Peter Fill. Bronze gewann Aksel Lund Svindal aus Norwegen (1,02), der bei der WM 2007 in Åre Gold in der Abfahrt und im Riesenslalom geholt hatte. Auf der technisch äußerst anspruchsvollen Olympia-Piste von 1992 schieden zahlreiche Fahrer aus, einige stürzten wie Andreas Strodl. Der 21-Jährige verletzte sich am rechten Knie, er wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Sein älterer Bruder Peter schied ebenfalls aus. Bester der drei deutschen Starter war Stephan Keppler: Mit 3,70 Sekunden Rückstand auf den Sieger belegte er allerdings nur den 24. Platz.

Cuche war bei seiner Goldfahrt rund ein halbes Jahr älter als der Österreicher Stephan Eberharter beim Super-G-Titelgewinn 2003 in St. Moritz. Fritz Strobl war bei der WM 2007 in Åre fünf Tage älter als der Schweizer, allerdings gewann der Österreicher damals nur mit der Mannschaft die Goldmedaille.

Riesch kann weiter starten, Kritik an den Veranstaltern

Medaillen-Anwärterin Maria Riesch ist im ersten Abfahrtstraining schwer gestürzt, muss aber vorerst nicht um ihren Start bei den weiteren Rennen bangen. Die 24-Jährige erlitt bei ihrem Sturz am Mittwoch eine Prellung der Wirbelsäule und eine Innenbandzerrung im linken Knie. Darüber hinaus zog sich Riesch Abschürfungen im Gesicht sowie eine geschwollene Lippe zu.

Nach Aussage von Cheftrainer Mathias Berthold ist Rieschs Teilnahme an den ausstehenden vier Einzelrennen sowie im Team-Wettbewerb jedoch nicht gefährdet. Am Freitag findet bei der WM zunächst die Super-Kombination statt, für die sich Riesch bislang neben dem Slalom die größten Chancen auf eine Medaille ausrechnete. Am Sonntag folgt die Spezialabfahrt. Riesch selbst ließ am Mittwochabbend ausrichten, die Knieverletzung "dürfte kein größeres Problem sein: Ich tape das."

Ob sie aber im zweiten Trainingslauf am Donnerstag startet, wollte sie erst kurzfristig entscheiden. Für die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby sind die Meisterschaften schon vor dem zweiten Wettbewerb beendet. Die 24-Jährige zog sich beim ersten Abfahrtstraining, bei einem heftigen Sturz einen Kreuzbandriss sowie eine Innenbanddehnung im rechten Knie zu. Lindell-Vikarby hatte vor eineinhalb Wochen den Weltcup-Super-G in Cortina d'Ampezzo gewonnen und gehörte bei der WM in Frankreich zum erweiterten Favoritenkreis.

Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), hat derweil heftige Kritik an den Veranstaltern geübt. Sowohl die extrem anspruchsvolle Piste "Face de Bellevarde" als auch die "Rhone-Alpes", auf der Riesch gestürzt war, bewegten sich " am obersten, obersten, obersten Limit", sagte er. Die "Rhone-Alpes" habe beim ersten Abfahrtstraining "eher nach einem Acker ausgesehen als nach einer weltcup- oder WM-tauglichen Piste". Von 55 gestarteten Athletinnen kamen nur 37 in die Wertung. " Da waren zwei Drittel überfordert", so Maier. Die "Bellevarde" sei beim Super-G der Männer "extrem präpariert" gewesen, kritisierte Maier weiter. "Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum man das so extrem betreiben muss."

Die Veranstalter sprachen dennoch von " wundervollem Skilauf". Maier sagte: "Wer da von wundervollem Skilauf spricht, dem kann ich nur sagen: Ab und zu mal Brille putzen, Jungs! Wundervollen Skilauf hat nur Cuche gezeigt."

luk/sid



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