Ski-WM: Deutsche Langläufer versagen im Sprint

Frühes Aus im Sprint: Bei der nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Liberec hatten die DSV-Läufer keine Medaillen-Chance. Bereits im Viertelfinale war für die deutschen Athleten Endstation. Einen guten Eindruck hinterließ lediglich Debütantin Miriam Gössner.

Hamburg - Beim Sprint-Auftritt der deutschen Langläufer im tschechischen Liberec sorgte Miriam Gössner bei ihrem ersten WM-Einsatz für einen kleinen Lichtblick. Das erwartete Debakel in der Speed-Disziplin konnte aber auch die "ausgeliehene" Nachwuchs-Biathletin nicht verhindern. Nach dem frühen Viertelfinal-Aus für das Damen-Quartett sowie Josef Wenzl und Franz Göring bei den Herren warten die DSV-Läufer weiter auf ihr erstes Edelmetall und das Ende der Krise. Gold gewannen am Dienstag die Italienerin Arianna Follis und der Norweger Ola Vigen Hattestad.

Italiens Langläuferin Arianna Follis (l.): WM-Sieg im Sprint
DPA

Italiens Langläuferin Arianna Follis (l.): WM-Sieg im Sprint

"Das Ergebnis kommt nicht überraschend. Heute hat keiner eine Medaille erwartet", sagte Bundestrainer Jochen Behle.

Obwohl die deutschen Läufer im Sprint seit mehreren Jahren wenig erfolgreich sind, war Behle mit dem Abschneiden nicht zufrieden. "Bei vier Damen im Viertelfinale hatten wir natürlich gehofft, dass es eine ins Halbfinale schafft", sagte der Bundestrainer. Doch als es darauf ankam, ließen die DSV-Läuferinnen taktisches Geschick vermissen. Bei ihrem ersten WM-Auftritt wurde Miriam Gössner in ihrem Lauf gleich mehrmals von Nicole Fessel ausgebremst. "Ich habe gelernt, dass man im Sprint mit sehr viel Körpereinsatz laufen muss. Das habe ich noch nicht so drauf", so die 19-jährige Gössner.

"Im Rennen schaut jeder auf sich und dass er gut durchkommt. Da merkt man nicht, wer neben einem ist", sagte Fessel, die als 16. beste deutsche Läuferin war. Auch von Behle gab es keine Schuldzuweisungen: "Im Sprint gehört der Ellbogeneinsatz dazu." Gössner nahm es gelassen: "Das passiert halt, wenn sechs Frauen auf engstem Raum laufen. Es ist zwar ein wenig blöd gelaufen, aber es war trotzdem total schön, dass ich dabei sein durfte". Sie war mit einem gebrochenen Daumen ins Rennen gegangen.

Mit ihrem Auftritt empfahl sie sich für einen Einsatz in der Staffel am Donnerstag. "Sie hat sich hervorragend verkauft und gut in Szene gesetzt", lobte Behle. Enttäuscht zeigten sich hingegen Claudia Nystad und Andrea Henkel, die ebenfalls in einem gemeinsamen Lauf ausschieden. "Ziel war das Halbfinale, aber ich kann es jetzt nicht ändern", sagte Henkel. "Das ist nicht das Ergebnis, was ich mir vorgestellt habe. Aber das gilt ja für die gesamte Saison", so Nystad.

Nur knapp scheiterte Göring, der bis zum letzten Viertelfinale auf ein Weiterkommen als einer der zwei Zeitschnellsten hoffen durfte. "Es haben nur ein paar Zentimeter gefehlt. Daher bin ich ein bisschen traurig", sagte Göring. Bitteres Lehrgeld zahlte der lange in Führung liegende Wenzl. "Auf der Abfahrt sind die anderen aus dem Windschatten an mir vorbeigeschossen", schilderte er die entscheidende Szene. "Wenn du Erster bist, musst du dich wehren und so breitmachen, dass keiner vorbei kann", sagte Trainer Behle.

luk/dpa

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