Hamburg - Die Kritik an der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming reißt nicht ab. Nachdem der Super-G der Damen trotz widriger Bedingungen durchgeführt worden war, zeigt sich nun auch Stephan Keppler über das Verhalten der Verantwortlichen empört. Nach dem ersten Trainingslauf für die WM-Abfahrt übte der Deutsche scharfe Kritik an der Rennleitung.
"Ein paar Sachen sind echt kritisch", sagte er über die Strecke, und das hätten Athleten und Trainer der Jury um Günter Hujara auch nach der Besichtigung mitgeteilt. "Aber es ist immer das Gleiche: Wir können sagen, was wir wollen - das interessiert die nicht groß. Der Zeitplan ist denen wichtiger", sagte der 30-Jährige, der den Verantwortlichen nach seinem Lauf den "Scheibenwischer" zeigte.
Keppler kam bei der Einfahrt in den Zielhang fast zu Fall und rettete sich mit einer akrobatischen Einlage. "Im Training passiert das relativ oft, dass du auf den Hintern kommst", sagte er.
Keppler kritisierte konkret, dass bei seiner Fahrt ein Tor nicht eingehängt gewesen sei. Außerdem monierte er "schlechtes Rutschen" an den Richtungstoren sowie, dass im oberen Bereich viele Wellen nicht mit Farbe markiert worden seien. Einige dieser Wellen hätten zudem "abgetragen gehört". Doch dafür habe der Rennjury wegen des für den Nachmittag angesetzten Frauen-Trainings die Zeit gefehlt. Erst, als die Schwierigkeiten nach einigen Fahrern offensichtlich geworden seien, sei gefärbt worden. "Wenn da ein paar fast stürzen, sieht's auch der Hujara", sagte Keppler über den "Kesslersprung".
Keppler war mit Startnummer 1 ins Training gegangen und ließ bei seinem Beinahe-Sturz ein Tor aus. Er wurde mit der elftbesten Zeit geführt, 1,50 Sekunden hinter dem Tagesbesten, Hannes Reichelt aus Österreich. Zweiter wurde der Südtiroler Dominik Paris (plus 0,11 Sekunden) vor seinem Teamkollegen Christof Innerhofer (plus 0,35). Das Rennen findet am Samstag (11 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) statt.
Das Rennen verpassen wird Tobias Stechert, der seine Teilnahme am Donnerstag absagte. "Das ist natürlich bitter, denn ich dachte, ich bin rechtzeitig fit zur WM", sagte er: "Die Strecke hätte mir gelegen, aber im Super-G habe ich gemerkt, dass das Knie dem Renneinsatz noch nicht standhält."
Stechert hatte bei der Abfahrt in Lake Louise sensationell Rang fünf erreicht, doch nur eine Woche später verletzte er sich in Beaver Creek. Erst im letzten Moment hatte er sich für die Teilnahme an der WM entschieden. In München will sich Stechert nun untersuchen lassen und dann in den Weltcup zurückkehren.
leh/sid
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