"Großer Fehler der Jury, den Anlauf nicht zu verkürzen" Schwerer Sturz von Siegel überschattet Sieg der DSV-Springer

Die deutschen Skispringer haben den Mannschaftswettbewerb in Zakopane gewonnen - aber teuer bezahlt: David Siegel musste nach einem Sturz ins Krankenhaus. DSV-Trainer Schuster kritisierte die Jury.

David Siegel
Grzegorz Momot/EPA-EFE/REX

David Siegel


Ein schwerer Sturz von David Siegel hat den Sieg der deutschen Skispringer beim Teamwettkampf im polnischen Zakopane überschattet. Der 22-Jährige konnte sich nach seinem weiten Sprung im zweiten Durchgang auf 142,5 Meter nicht auf den Beinen halten und musste mit einer Trage aus dem Auslauf gebracht werden. Siegel wurde mit starken Schmerzen ins Krankenhaus gebracht, eine genaue Diagnose gab es zunächst nicht.

Am Ende lagen Karl Geiger, Markus Eisenbichler, Siegel und Stephan Leyhe umgerechnet 5,5 Zentimeter vor den zweitplatzierten Österreichern. Rang drei ging an die Gastgeber. Japan um Weltcup-Dominator Ryoyu Kobayashi erreichte Platz fünf.

Der Tourneezweite Eisenbichler war kurz vor Siegel bereits zum Schanzenrekord von 143 Metern gesprungen, danach verkürzte die Jury den Anlauf offenbar nicht ausreichend. Auch nach Siegels Sturz wurde die Weitenjagd fortgesetzt, und der Pole Dawid Kubacki verbesserte Eisenbichlers Marke um einen halben Meter.

Kritik an der Jury

"Das ist extrem bitter. Es war so ein toller Wettkampf dieser jungen Mannschaft", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der ARD: "Ich will nicht vorgreifen, aber wir haben wohl einen Sportler verloren für den Rest der Saison. Da ist wohl im rechten Knie etwas kaputtgegangen. David hätte uns für die WM sehr unterstützen können."

Schuster gab der Jury eine Mitschuld. "Natürlich war es auch Davids Fehler bei der Landung. Aber es war ein großer Fehler der Jury, nicht zu verkürzen", sagte der Österreicher, der verärgert mit den Offiziellen um Fis-Renndirektor Walter Hofer diskutierte.

Siegel, zuletzt in Val di Fiemme Fünfter, hatte in Zakopane seinen ersten Teamwettkampf im Weltcup bestritten. Richard Freitag wurde von Coach Schuster nicht nominiert. Damit verpasste Freitag erstmals seit dem März 2014 in Lahti ein Mannschaftsspringen im Weltcup.

jan/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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gammoncrack 19.01.2019
1. Ist es nicht so, dass auch
der Trainer eine Verkürzung des Anlaufes veranlassen kann?
hileute 19.01.2019
2. @gammoncrack ja natürlich
aber das macht wenig Sinn wenn man den Wettkampf gewinnen will. Bei Siegel konnte man ja nicht unbedingt mit dem perfekten Sprung rechnen, auch wenn er in guter Form ist. Hoffen wir mal das die Bänder nicht völlig hinüber sind, wovon ich allerdings ausgeh, und er nächste Saison wieder voll angreifen kann. Nebenbei natürlich noch Gratulation zum Sieg, sehr schwer das nach dem Sturz geschafft zu haben
gammoncrack 19.01.2019
3. Das verstehe ich dann aber nicht.
Zitat von hileuteaber das macht wenig Sinn wenn man den Wettkampf gewinnen will. Bei Siegel konnte man ja nicht unbedingt mit dem perfekten Sprung rechnen, auch wenn er in guter Form ist. Hoffen wir mal das die Bänder nicht völlig hinüber sind, wovon ich allerdings ausgeh, und er nächste Saison wieder voll angreifen kann. Nebenbei natürlich noch Gratulation zum Sieg, sehr schwer das nach dem Sturz geschafft zu haben
Die deutsche Mannschaft hat doch vor diesem Sprung einen Riesenvorsprung auf die Österreicher gehabt. Man hat ja sogar trotz des Sturzes gewonnen. Da hätte doch die Sicherheit des vorgehen müssen. Aber vor allen Dingen verstehe ich die Kritik von Schuster nicht. Wie kann man denn, wenn man sich des Risikos bewusst war, die Schiedsrichter kritisieren, sich selbst aber nicht?
ein-berliner 19.01.2019
4.
Zitat von gammoncrackDie deutsche Mannschaft hat doch vor diesem Sprung einen Riesenvorsprung auf die Österreicher gehabt. Man hat ja sogar trotz des Sturzes gewonnen. Da hätte doch die Sicherheit des vorgehen müssen. Aber vor allen Dingen verstehe ich die Kritik von Schuster nicht. Wie kann man denn, wenn man sich des Risikos bewusst war, die Schiedsrichter kritisieren, sich selbst aber nicht?
Schuld sind immer die Anderen.
viceman 19.01.2019
5. Schuster
ist mindestens mitschuldig... aber ist schon klar, verantwortlich sind immer die anderen. schickt den Typen weg...er will eh gehen...
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