Skispringen in Zakopane Wellinger trotzt dem Wind

Beim Weltcup in Zakopane machte das Wetter den Skispringern zu schaffen. Kamil Stoch kam gar nicht zurecht - im Gegensatz zu Andreas Wellinger.

Andreas Wellinger
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Andreas Wellinger


Andreas Wellinger lächelte erleichtert auf dem Podest, Richard Freitag reist mit dem Gelben Trikot in die Heimat: Die deutschen Skispringer sind zwei Wochen vor den Olympischen Spielen weiter in starker Form und dürfen auf Medaillen in Pyeongchang hoffen. Beim Weltcup im polnischen Zakopane sprang Wellinger im Einzel auf Rang zwei.

Der Sieg, mit Sätzen auf 134,5 und 137,5 Meter, ging überraschend an den Slowenen Anze Semenic, der zuvor noch nie ein Weltcup-Springen gewonnen hatte. "Es waren schwierige Bedingungen, aber glücklicherweise hatte ich den Wind heute auf meiner Seite", wird Semenic auf der Internetseite des internationalen Skiverbandes Fis zitiert: "Bei den Olympischen Spielen möchte ich gute Sprünge zeigen und dann werden wir weitersehen."

Semenics bestes Weltcup-Ergebnis bisher war ein achter Platz in Kulm in diesem Jahr. Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf hatte er Silber im Mannschaftswettbewerb gewonnen.

3,6 Punkte hinter Semenic folgte Wellinger: "Mit dem Wind habe ich heute nicht das große Los gezogen, dafür waren die Sprünge gut. Platz zwei freut mich immens", sagte der Zweitplatzierte, der im wohl turbulentesten Saisonspringen bei starken und wechselnden Winden noch von Platz neun auf zwei flog. Wellinger hatte nach 119,5 Metern zur Halbzeit noch klar zurückgelegen, mit 136,5 Metern ging es dann aber noch überraschend weit nach vorne. Dritter wurde Semenics Landsmann Peter Prevc.

Favorit Kamil Stoch enttäuschte vor heimischem Publikum

Eine große Enttäuschung erlebte vor rund 25.000 Zuschauern Tournee-Vierfachgewinner Kamil Stoch: Einen Tag nach 141,5 Metern und einem Schanzenrekord scheiterte der Pole in seiner Heimat nach einem Satz auf 108,5 Meter. Als letzter Springer des ersten Durchgangs musste der 30-Jährige bei schwierigen Bedingungen von der Schanze - und verpasste als 38. das Finale. Wie Stoch schied auch Markus Eisenbichler im ersten Durchgang aus.

Freitag musste seinen zweiten Sprung bei starkem Aufwind frühzeitig abbrechen. Dennoch genügte ihm ein zehnter Platz, um sich die Gesamtführung von Kamil Stoch zurückzuholen und als Weltcup-Spitzenreiter zur Olympia-Generalprobe nach Willingen zu fahren. Vier Punkte trennen die beiden Rivalen, die die Saison bislang prägen.

ngo/dpa/sid



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lobundwuff 28.01.2018
1. Herausragend
SPON schafft es, selbst eine ansonsten marginale Meldung zu einem journalistischen Highlight werden zu lassen: "Platz zwei freut mich immens", sagte der Zweitplatzierte, der im wohl turbulentesten Saisonspringen bei starken und wechselnden Winden noch von Platz neun auf zwei flog." Platz Z W E I, ja, wir haben es begriffen!
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