Skispringen Jacobsens Sensationssprung entscheidet Tournee

Er kam, sprang und siegte: Anders Jacobsen hat bei seiner Premiere die Vierschanzentournee gewonnen. Beim letzten Springen in Bischofshofen reichte ihm der zweite Platz. Den Tagessieg holte sich Geburtstagskind Schlierenzauer.


Bischofshofen - Der österreichische Shooting-Star Gregor Schlierenzauer setzte sich zum Abschluss mit Weiten von 139,5 und 141,0 Metern durch, flog jedoch an seinem 17. Geburtstag knapp am Gesamtsieg vor. Er belegte mit 17,3 Punkten Rückstand auf den 21-jährigen Norweger (961,9 Punkte) Jacobsen Rang zwei. Dritter wurde Simon Ammann aus der Schweiz (931,9)

Norweger Jacobsen: "Absoluter Traumtag"
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Norweger Jacobsen: "Absoluter Traumtag"

In einem dramatischen Finale vor 22.000 Zuschauern behielt Jacobsen, der bis zum Sommer noch als Klempner tätig war, die Nerven und hielt die Verfolger mit Sprüngen von 137,5 und 142 Meter auf Distanz. Als Lohn erhielt der Liebhaber alter Autos einen neuen Geländewagen im Wert von etwa 30.000 Euro.

"Das ist ein absoluter Traumtag. Ich habe nie daran gedacht, die Tournee gewinnen zu können", sagte Jacobsen, der bis vergangenen Sommer als Hobbyspringer noch hauptberuflich an Toiletten gearbeitet hatte. Jacobsen ist nach den beiden Finnen Riisto Laakonen (1989) und Toni Nieminen (1992) erst der dritte Springer in den vergangenen 50 Jahren, der bei seinem Tournee-Debüt gleich den Gesamtsieg holte.

Als bester deutscher Springer landete Michael Uhrmann auf Rang zehn, konnte als Gesamt-Neunter die Pleite für das Rumpf-Team von Bundestrainer Peter Rohwein aber nicht verhindern. "Wir sind unter Wert geschlagen worden", sagte Rohwein nach dem schlechtesten Abschneiden einer deutschen Mannschaft seit 15 Jahren. Martin Schmitt landete auf dem enttäuschenden 18. Rang und beendete die Tournee als Gesamt-14. "Die Leichtigkeit hat gefehlt, es hat nicht gepasst. Mir fehlt das Selbstvertrauen, daher springe ich unter meinen Möglichkeiten", sagte Schmitt.

Wie schon im Vorjahr blieben die Deutschen damit ohne Podestplatzierung und befinden sich sieben Wochen vor den Weltmeisterschaften weiter in der Krise. "Wir haben uns deutlich mehr erhofft. Der Zustand ist unbefriedigend und stimmt einen schon traurig", bilanzierte DSV- Präsident Alfons Hörmann. Dennoch muss Rohwein derzeit nicht um seinen Job bangen. "Wir haben keine Zweifel, dass er mit seinem Trainerteam hervorragende Arbeit leistet."

mac/dpa/sid



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