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Skispringen: Severin Freund ist Weltmeister auf der Großschanze

Skispringer Freund: Weltmeister von der Großschanze Zur Großansicht
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Skispringer Freund: Weltmeister von der Großschanze

Erstes Einzel-Gold für Severin Freund bei der WM: Der Deutsche ließ seiner Konkurrenz beim Skispringen von der Großschanze in Falun keine Chance. Seinen Titel sicherte er sich mit Schanzenrekord.

Hamburg - Lange musste Skispringer Severin Freund auf einen WM-Titel im Einzel warten, jetzt ist er Weltmeister von der Großschanze. Bei den Wettkämpfen im schwedischen Falun setzte sich der 26-Jährige mit zwei starken Sprüngen (268,7 Punkte) deutlich vor Gregor Schlierenzauer (246,6) durch. Dritter wurde der Norweger Rune Velta (242,9). Nach Gold im Mixed-Wettbewerb und Silber von der Normalschanze ist es für Freund bereits die dritte Medaille bei diesen Titelkämpfen.

"Das braucht ein bisschen Zeit, bis ich das begriffen habe. Es war ein absolut geiler Wettkampf, in dem alles für mich gespielt hat und alles aufgegangen ist. Ich hatte zweimal brutal viel Spaß", sagte Freund: "Wenn man auf Sicherheit geht, verliert man meistens. Daher bin ich im Angriffsmodus geblieben."

Auch Bundestrainer Werner Schuster war voll des Lobes. "Ich bin schon sehr gerührt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal einen Weltmeister abwinken darf", sagte der Österreicher: "Das ist der vorläufige Höhepunkt für Severin. Das ist ein ganz bewegender Moment. Ich kann ihm nur von Herzen gratulieren, das war ein fantastischer Wettkampf."

Den Grundstein für seinen Erfolg legte Freund bereits im ersten Durchgang, denn sein Sprung auf 134 Meter brachte ihm die deutliche Führung. Der zweitplatzierte Anders Bardal aus Norwegen kam auf 131,5 Meter, ihm fehlten vor dem zweiten Sprung fast fünf Punkte auf den Deutschen. Dahinter klaffte eine ähnlich große Lücke, Schlierenzauer lag mit 8,1, Precv mit 9,3 Punkten zurück.

Freund sichert Titel mit Schanzenrekord

Im zweiten Durchgang konnte Bardal seine Position nicht mehr halten, sein Versuch auf 122 Meter brachte ihm insgesamt 236,5 Punkte und Rang sechs. Davon profitierte vor allem Schlierenzauer, der sich mit seinem Sprung auf 130 Meter noch bis auf den zweiten Platz vorschieben konnte. Velta konnte sich im zweiten Versuch ebenfalls verbessern, der Norweger holte mit Sprüngen auf jeweils 128,5 Meter die Bronzemedaille.

Gegen Freund hatte aber keiner der übrigen Favoriten eine Chance, denn der Deutsche konnte seinen Vorsprung aus dem ersten Durchgang sogar noch einmal ausbauen - und wie. Seine 135,5 Meter im zweiten Versuch bedeuteten Schanzenrekord, damit hatte er seine eigene Bestweite aus dem Vorjahr noch einmal um einen halben Meter überboten. Am Ende hatte Freund einen Vorsprung von 22,1 Punkten und bescherte Deutschland damit den ersten Einzel-WM-Titel seit Martin Schmitts Erfolg im Jahr 2001.

Freunds Teamkollegen Markus Eisenbichler und Richard Freitag konnten die guten Leistungen aus der Qualifikation nicht mit in den Wettkampf nehmen. Nach 124 Metern im ersten Durchgang fiel Freitag nach seinem zweiten Versuch auf 120,5 Metern auf Rang 15 zurück. Eisenbichler konnte seine 122,5 Meter aus dem ersten mit seinem zweiten Sprung noch mal um fünf Meter steigern, er wurde am Ende Zehnter. Andreas Wellinger konnte aufgrund von Magen-Darm-Problemen kurzfristig nicht starten.

Dennoch macht ein vernünftiges Mannschaftsergebnis Hoffnung auf den letzten Wettkampf: Mit dem Team-Wettbewerb auf der Großschanze am Samstag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) beenden die Skispringer ihre Titelkämpfe in Schweden.

Datum Disziplin Startzeit
19. Februar Skilanglauf Frauen und Männer Sprint-Finals (klassisch) 15.15 Uhr
20. Februar Nordische Kombination Sprunglauf (Normalschanze) 10 Uhr
Nordische Kombination 10-km-Langlauf 16 Uhr
Skispringen Frauen (Normalschanze) 17 Uhr
21. Februar Skilanglauf Frauen 15-km-Jagdrennen 13 Uhr
Skilanglauf Männer 30-km-Jagdrennen 14.30 Uhr
Skispringen Männer (Normalschanze) 16.30 Uhr
22. Februar Nordische Kombination Sprunglauf Team (Normalschanze) 10 Uhr
Skilanglauf Frauen und Männer Team-Sprint-Finals 14.30 Uhr
Nordische Kombination 4x5-km-Staffel 16 Uhr
Skispringen Mixed (Normalschanze) 17 Uhr
24. Februar Skilanglauf Frauen 10 km (frei) 13.30 Uhr
25. Februar Skilanglauf Männer 15 km (frei) 13.30 Uhr
26. Februar Nordische Kombination Sprunglauf (Großschanze) 10 Uhr
Skilanglauf Frauen 4x5-km-Staffel 13.30 Uhr
Nordische Kombination 10-km-Langlauf 15.15 Uhr
Skispringen Männer (Großschanze) 17 Uhr
27. Februar Skilanglauf Männer 4x10-km-Staffel (klassisch/frei) 13.30 Uhr
28. Februar Nordische Kombination Sprunglauf Team (Großschanze) 10 Uhr
Skilanglauf Frauen 30 km Massenstart (klassisch) 13 Uhr
Nordische Kombination Teamsprint (2x7,5 km) 15.15 Uhr
Skispringen Männer Team (Großschanze) 17 Uhr
1. März Skilanglauf Männer 50 km Massenstart (klassisch) 12.30 Uhr

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1. Großartig
rockfred 26.02.2015
Man darf gespannt sein, was all die Sofa-Trainer, die gegen die Sportler unkten und den Trainer zum Teufel wünschten, nach dieser fantastischen WM von sich geben. Glückwunsch an Severin Freund und den Trainer.
2. wie beim Bundesjogi
mats73 26.02.2015
bezogen auf den Sportler war es natürlich Glück und versagen der Gegner, die nur drittklassige Leistung abgegeben haben. bezogen auf den Trainer war der Sportelr so gut, den hätte jeder Depp an dem Tag zum Weltmeister gemacht.. Und wenn Freund in 2 Wochen wieder einmal nicht auf dem Treppchen ist, werden alle Stimmen wieder laut, die alles schon immer besser gewußt haben ;-)
3.
TS_Alien 26.02.2015
Wer diese Randsportart ständig ins deutsche Fernsehen bringt, darf die nächsten Jahre damit weitermachen. Leider.
4. Sofa-Trainer
ronny.grahl 26.02.2015
Also Sofa-Trainer würde ich entgegenhalten, dass die deutschen Springer zum falschen Zeitpunkt in Form sind. Neben Olympia gibt es nur ein Skisprung-Event, welches ein relevantes mediales Echo findet. Und das ist die Vierschanzen-Tournee. Und da versagen die deutschen Springer seit Jahren komplett. Österreich macht es vor, wie man sich auf das wichtigste Event des Jahres vorbereitet. Die WM ist bestenfalls ein Trostpreis.
5. Das mit dem Trostpreis sieht man beim DSV offensichtlich nicht so.
HejAlterHastMalnEuro 26.02.2015
Zitat von ronny.grahlAlso Sofa-Trainer würde ich entgegenhalten, dass die deutschen Springer zum falschen Zeitpunkt in Form sind. Neben Olympia gibt es nur ein Skisprung-Event, welches ein relevantes mediales Echo findet. Und das ist die Vierschanzen-Tournee. Und da versagen die deutschen Springer seit Jahren komplett. Österreich macht es vor, wie man sich auf das wichtigste Event des Jahres vorbereitet. Die WM ist bestenfalls ein Trostpreis.
Reinhard Heß der erfolgreichste Skisprung-Trainer Deutschlands, musste 2003 nach der Weltmeisterschaft in Predazzo (Italien), dem ersten wichtigen Wettkampf ohne Medaillen-Erfolg während seiner Trainerzeit, zurücktreten. Treibende Kraft waren der letzte Deutsche Vierschanzen-tournee Sieger Sven Hannawald und sein Heimtrainer Wolfgang Steiert, der die Position von Heß übernahm und das deutsche Skispringen für ca. 10 Jahre in die Bedeutungslosigkeit führte. Erst Werner Schuster ist es gelungen die Deutschen Skispringer wieder in die Weltspitze zu führen. Deshalb freut es mich für ihn, das Severin Freund in diesem Jahr Skiflugweltmeister und Weltmeister von der Großschanze geworden ist. Im Gesamtweltcup, dem eigentlichen Leistungsnachweis, abseits von den Hype-Events ist für Severin Freund auch noch alles drin. Also Glückwunsch an Severin Freund und seinen Trainer.
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Beim Skispringen gibt es die Normal- und die Großschanze. Von beiden gibt es jeweils Einzelwettbewerbe, bei denen jeder Starter zunächst einen Sprung hat. Die besten 30 des ersten Durchgangs qualifizieren sich für das Finale. Sieger ist der Springer mit der höchsten Gesamtpunktzahl, die sich aus der Weite des Sprungs und den Noten der Kampfrichter für Absprung, Flugphase und Landung ergibt. Die Teamkonkurrenz wird von der Großschanze bestritten, jede Mannschaft hat vier Springer, erneut gibt es zwei Durchgänge. Seit 2011 gibt es auch einen Weltcup für Frauen - allerdings nur im Einzel von der Normalschanze. 2014 in Sotschi war dieser Wettbewerb erstmals olympisch.

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