Späth-Interview "Das ist mein größter Tag"

Gemeinsam mit Michael Uhrmann ist Georg Späth bei der Vierschanzentournee dabei, Sven Hannawald und Martin Schmitt als deutsche Vorzeigespringer abzulösen. Nach seinem dritten Platz in Garmisch Partenkirchen spricht der 22-Jährige über Nervosität und Selbstvertrauen.


Georg Späth, den ersten Podestplatz Ihrer Karriere haben Sie ausgerechnet beim Neujahrsspringen errungen. Haben Sie damit gerechnet?


Georg Späth: "Dachte, dass ich nervöser bin"
AP

Georg Späth: "Dachte, dass ich nervöser bin"

Georg Späth:

Einfach Wahnsinn. Das ist mein größter Tag. Auf dem Siegerpodest zu stehen, ist schon ein tolles Gefühl. Nach Oberstdorf habe ich gedacht, dass das schon extrem gut war, und jetzt ist es noch besser geworden. Eigentlich ist es fast nicht zu glauben.


Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie als Vorletzter im zweiten Durchgang an den Ablauf mussten?


Späth: Das war schon eine spezielle Situation, aber ich hatte gedacht, dass ich nervöser bin. Mit den guten Sprüngen bei der Tournee ist auch bei mir die Sicherheit gekommen. Ich habe eigentlich noch keinen schlechten Sprung gemacht, und da hat man einfach jede Menge Selbstvertrauen.

Haben Sie eine Erklärung für Ihre Leistungsexplosion bei der Tournee?


Späth: Ich weiß auch nicht, es geht fast alles von allein. Es ist schön zu wissen, dass ein Sprung wie der andere klappt. Ich bin körperlich top fit und muss mir keine Gedanken machen.


Michael Uhrmann und Sie haben die Hierarchie im deutschen Team komplett durcheinander gewirbelt.


Späth: Das ist schon komisch. Man sagt immer, wir sind die zweite Garde. Uns tut diese Situation unheimlich gut. Schöner wäre es natürlich, wenn Sven Hannawald und Martin Schmitt auch besser wären.


Wie gehen Sie mit dem Trubel um, der um Sie entstanden ist?


Späth: Ich finde das eher positiv. Es ist schön, dass ich auch mal diese Aufmerksamkeit genießen kann. Das ist schon ein völlig neues Gefühl, wenn man nach dem Wettkampf ins RTL-Studio geht vor die vielen Fernsehkameras.


Gehören Sie jetzt beim Springen in Innsbruck zu den Favoriten?


Späth: Am Bergisel komme ich gut zurecht. Die Schanze liegt mir.


Welche Ziele haben Sie für die Gesamtwertung?


Späth: Darüber habe ich noch gar nicht richtig nachgedacht. Ich bin erst mal froh und genieße die neue Situation. An einen Podestplatz will ich gar nicht denken. Ich mache weiter meine Sprünge und versuche, ruhig zu bleiben. Dann kommt alles von selbst.


Aufgezeichnet von sid, dpa



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