Biathlon nach Magdalena Neuner: Miri und Evi mit Ladehemmung

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In der Saison eins nach Magdalena Neuner fehlt Deutschland eine herausragende Biathletin. Andrea Henkel hat keinen Glamour, Miriam Gössner schießt nicht gut genug, Evi Sachenbacher-Stehle ist gerade erst vom Langlauf gekommen. Für die großen Erfolge sind nun die Männer verantwortlich.

Deutsches Biathlon-Team: So stark ist das deutsche Team Fotos
DPA

Die eine hat längst aufgehört, und die andere ist noch zu schlecht. Dennoch bestimmen Magdalena Neuner und Evi Sachenbacher-Stehle derzeit die Schlagzeilen des deutschen Biathlonsports. Und das sagt viel über das Frauen-Team aus, in dem erstmals seit Jahren die ganz großen Namen fehlen, die auch sportliche Schlagzeilen machen.

"Die Ansprüche von außen werden enorm hoch sein. Aber damit müssen wir leben", sagte Bundestrainer Uwe Müßiggang im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE vor dem Weltcup-Start am Sonntag im schwedischen Östersund. Den 61-Jährigen erwartet eine schwierige Saison: Er hat erstmals seit Jahren kein Spitzenteam bei den Frauen am Start. Doch in der Öffentlichkeit will das kaum jemand hören. Schließlich ist man seit Jahrzehnten gewohnt, dass die deutschen Biathletinnen Siege und Podestplätze abliefern. Das dürfte sich in dieser Saison ändern.

Mit dem Abgang von Magdalena Neuner am Ende des vergangenen Winters verabschiedete sich die alles überstrahlende Figur der Szene. Sie hinterließ ein schweres Erbe. Es war zugleich das Ende einer Rücktrittswelle im deutschen Frauen-Biathlon: In Magdalena Neuner, Kati Wilhelm und Martina Beck hörten innerhalb von nur zwei Jahren drei Top-Athletinnen auf, die es zusammen auf fünf olympische Goldmedaillen und 20 WM-Titel gebracht haben. Solche Abgänge "verkraftet kein Verband", sagt DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller. Und weil auch unter anderem Kathrin Hitzer und Simone Hauswald ihre Karrieren beendeten, gibt Müßiggang zu bedenken: "In den vergangenen Jahren hat ein komplettes Team aufgehört."

"Es wird keine Nachfolgerin von Magdalena Neuner geben"

Geblieben vom alten Team ist nur Andrea Henkel, mittlerweile fast 35 Jahre alt und immer für vordere Plätze gut. Weil der zweifachen Olympiasiegerin und achtfachen Weltmeisterin aber jeglicher Glamourfaktor fehlt, wird Miriam Gössner (22 Jahre alt), Shooting-Star der vorvergangenen Saison, als Neuner-Nachfolgerin gehandelt. Eine Erwartung, die sie vermutlich nicht erfüllen kann.

"Es würde mich freuen, wenn Miri solche Ergebnisse wie Magda bringen würde. Aber das ist nicht realistisch", sagt Müßiggang: "Es wird keine Nachfolgerin von Magdalena Neuner geben, weil sie einfach zu gut war. Im deutschen Sport steht sie auf einer Stufe mit Boris Becker und Steffi Graf."

Podestplätze für Sachenbacher-Stehle illusorisch

Nach einer schwachen vergangenen Saison, einer komplizierten Zahnoperation sowie einer Ernährungsumstellung aufgrund einer Weizenunverträglichkeit und einer Laktoseintoleranz bleibt sowieso abzuwarten, wie gut Gössner drauf ist. Ihr großes Plus sind die Laufleistungen, aber die waren zuletzt durchwachsen. Am Schießstand hat sie zudem fast immer Probleme.

Zudem besteht das deutsche Team unter anderem aus Tina Bachmann, Nadine Horchler (beide 26) und eben Evi Sachenbacher-Stehle. Die zweifache Langlauf-Olympiasiegerin sucht bei den Biathletinnen mit 31 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung. "Läuferisch gibt sie den Ton an", sagt Müßiggang. Mit der Waffe hat sie aber - natürlich - noch ihre Schwierigkeiten. Daher wird sie zunächst im zweitklassigen IBU-Cup an den Start gehen. Ein Weltcup-Einsatz ist für Mitte Dezember im slowenischen Pokljuka geplant. Allerdings scheinen Podestplätze für Sachenbacher-Stehle in dieser Saison illusorisch.

In der Diskussion um die Biathletinnen wird fast immer übersehen, dass die deutschen Männer ein starkes Team haben. Andreas Birnbacher, 31, und Arnd Peiffer, 25, Dritter und Vierter des Gesamt-Weltcups in der vergangenen Saison, laufen und schießen um Siege mit. Michael Greis, 36, ist das Pendant zu Henkel: schon etwas älter aber immer für das Podest gut. Dazu Simon Schempp, 24, Florian Graf, 24, und Erik Lesser, 24, denen Müßiggang ebenfalls vordere Plätze zutraut. "Bei den Männern haben wir eine gute teaminterne Konkurrenz. Das Niveau ist höher als bei den Frauen."

Die Männer haben das sportliche Tal, das den Frauen jetzt bevorsteht, schon hinter sich. Nachdem die Altmeister Frank Luck, Ricco Groß und Sven Fischer abgetreten waren, kamen bald Peiffer, Schempp, Graf und Lesser nach.

Bei den Biathletinnen sind solche Top-Talente derzeit nicht in Sichtweite. Daher wollten die Verantwortlichen beim Deutschen Skiverband hoffnungsvolle Nachwuchskräfte aus dem Langlauf von einem Wechsel ins Biathlon-Lager überzeugen. Acht junge Talente haben sich an der Waffe ausprobiert - den Schritt gewagt hat keines von ihnen.

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1. DER SPIEGEL und der Glamour Faktor
Humboldt 23.11.2012
Zitat von sysop(...) Andrea Henkel ist immer für vordere Plätze gut, hat keinen Glamour Faktor (...)
So ein Bullshit. Frau Henkel ist eine symphatische Top Biathletin und zweifache Olympia-Siegerin und kann zumindest für das Podest des Gesamtweltcups klar mitkämpfen wenn nicht sogar um den Gesamtsieg. Ich will ehrlichen Sport sehen und keine Glamour Girls. Liebe SPON-Redakteure, wenn ihr Glamour haben wollt, dann geht zur Bambi-Verleihung und nicht zum Biathlon! Durch so ein Herumschwadronieren hab't ihr auch schon erfolgreich Magdalena Neuner in die Flucht geschlagen. Der ging nämlich der "Glamour"-Hype am Schluss einfach auf die Nerven...
2.
mauerfall 23.11.2012
Zitat von sysopIn der Saison eins nach Magdalena Neuner fehlt Deutschland eine herausragende Biathletin. Andrea Henkel hat keinen Glamour, Miriam Gössner schießt nicht gut genug, Evi Sachenbacher-Stehle ist gerade erst vom Langlauf gekommen. Für die großen Erfolge sind nun die Männer verantwortlich. Start der neuen Biathlon-Saison im schwedischen Östersund - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/wintersport/start-der-neuen-biathlon-saison-im-schwedischen-oestersund-a-868703.html)
Glamour? Sind wir hier beim Sport oder auf dem Laufsteg? Es ist gut, dass Andrea Henkel ist wie sie ist....
3.
DocEmmetBrown 23.11.2012
Glamour? Ja, das macht eine herausragende Biathletin aus. Egal ob sie auf Platz 25 landet. Hauptsache sie sieht dabei klasse aus. Willkommen bei "Bild" und "Bunte"
4.
_derhenne 23.11.2012
"Mir*i* und Ev*i*?"? Hmmmm, die Klatschpresse (zu der man jetzt wohl auch SPON zählt) ist wohl traurig, dass ihnen niemand die Magg*i* ersetzen kann, die in den letzten Jahren doch immer sooooo strahlte. Und ich dachte immer da gehts um Sport. Jetzt versteh ich auch die Popularität von Ann*i* F., die kann wenigstens ihre sekundären Geschlechtsmerkmale medienwirksam einsetzen.
5.
_derhenne 23.11.2012
"Mir*i* und Ev*i*?"? Hmmmm, die Klatschpresse (zu der man jetzt wohl auch SPON zählt) ist wohl traurig, dass ihnen niemand die Magg*i* ersetzen kann, die in den letzten Jahren doch immer sooooo strahlte. Und ich dachte immer da gehts um Sport. Jetzt versteh ich auch die Popularität von Ann*i* F., die kann wenigstens ihre sekundären Geschlechtsmerkmale medienwirksam einsetzen.
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Fotostrecke
Neuner, Disl und Co.: Die besten deutschen Biathletinnen der Geschichte

Biathlon: Gewinnerinnen Gesamt-Weltcup
Jahr Name (Land)
2013 Tora Berger (Norwegen)
2012 Magdalena Neuner (Deutschland)
2011 Kaisa Mäkäräinen (Finnland)
2010 Magdalena Neuner (Deutschland)
2009 Helena Jonsson (Schweden)
2008 Magdalena Neuner (Deutschland)
2007 Andrea Henkel (Deutschland)
2006 Kati Wilhelm (Deutschland)
2005 Sandrine Bailly (Frankreich)
2004 Liv Greté Poirée (Norwegen)
2003 Martina Glagow (Deutschland)
2002 Magdalena Forsberg (Schweden)
2001 Magdalena Forsberg (Schweden)
2000 Magdalena Forsberg (Schweden)
Fotostrecke
Luck, Groß und Co.: Die besten deutschen Biathleten der Geschichte

Gewinner Biathlon-Gesamtweltcup seit 2000
Jahr Name (Land)
2012 Martin Fourcade (Frankreich)
2011 Tarjei Bø (Norwegen)
2010 Emil Hegle Svendsen (Norwegen)
2009 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2008 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2007 Michael Greis (Deutschland)
2006 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2005 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2004 Raphaël Poirée (Frankreich)
2003 Ole Einar Bjørndalen (Norwegen)
2002 Raphaël Poirée (Frankreich)
2001 Raphaël Poirée (Frankreich)
2000 Raphaël Poirée (Frankreich)