Hamburg - Im Arbeitskampf in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL scheint nach etlichen Monaten endlich eine Lösung gefunden. Wie die NHL am Sonntag vermeldete, haben die Clubchefs und die Spielergewerkschaft eine vorläufige Einigung erzielt. "Wir haben uns auf die Rahmenbedingungen verständigt", sagte NHL-Chef Gary Bettman nach 16 Stunden intensiver Verhandlungen vor Reportern in New York. Mit dem Ende des Lockouts enden die Gastspiele vieler NHL-Stars in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).
Details der Vereinbarung und ein definitiver Vertrag müssten aber noch ausgearbeitet und von beiden Partien offiziell unterzeichnet werden. Auch ein Datum für den Saisonstart steht noch nicht fest, dem Vernehmen nach werden ein erster Spieltag zwischen 15. und 19. Januar und danach 48 bis 50 Hauptrundenspiele angepeilt. Der neue Kontrakt soll US-amerikanischen Medienberichten zufolge auf zehn Jahre angelegt sein, mit einer beidseitigen Kündigungsklausel nach acht Jahren.
Hauptstreitpunkt der Tarif-Diskussion, durch die die Spieler seit Mitte September aus ihren Vereinen ausgesperrt waren und der bereits alle Spiele bis 14. Januar zum Opfer gefallen waren, war die Verteilung der jährlichen Liga-Gesamteinnahmen von 3,3 Milliarden Dollar. Die Saison hätte am 10. Oktober beginnen sollen.
Vor einer Woche hatte Bettman noch verkündet, dass die Liga spätestens am 19. Januar den Spielbetrieb aufnehmen müsse, damit jede Mannschaft noch vor Beginn der Play-offs auf 48 Saisonspiele kommen könne.
Die DEL steht nun wie andere europäische Ligen vor dem Verlust vieler Gast-Stars. Spieler wie Dennis Seidenberg, Marcel Goc (beide Adler Mannheim) oder Christian Ehrhoff (Krefeld Pinguine) waren während des Streiks für ihre früheren Clubs aufgelaufen. Ihre Verträge enthielten aber Klauseln, wonach sie bei einer Einigung in der NHL sofort zu ihren nordamerikanischen Vereinen zurückkehren können.
Wie Adler-Sprecher Matthias Fries mitteilte, wurden Seidenberg und der aus Buffalo geholte Jason Pominville schon nicht mehr für das Spiel am Sonntag nominiert. "Beide fliegen an diesem Montag wieder zurück in die USA", sagte Fries. Auch die EHC-München-Leihspieler Blake Wheeler und Paul Stastny reisen Anfang der Woche zurück in die USA. "Dass der Lockout irgendwann zu Ende geht, war der sportlichen Leitung des EHC immer klar", sagte Geschäftsführer Christian Winkler.
psk/dpa/sid
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