Tour de Ski Teichmann trotz Sturz weiter vorn dabei, Künzel-Nystadt auf Rang fünf

Top-Platzierungen im Visier: Deutschlands Langläufer haben bei der Tour de Ski weiterhin alle Chancen in der Gesamtwertung. Claudia Künzel-Nystad verbesserte sich um fünf Ränge. Axel Teichmann stürzte zum dritten Mal im vierten Rennen.


Hamburg - Die deutschen Langläuferinnen haben sich zur Hälfte der Tour de Ski im Gesamtklassement weiter nach vorne geschoben. Nach dem vierten von acht Wettbewerben liegt Claudia Künzel-Nystadt nur noch 30,8 Sekunden hinter der neuen Gesamtführenden Charlotte Kalla. Die Schwedin erreichte heute im tschechischen Nove Mesto beim Jagdrennen mit Handicap-Start über zehn Kilometer im freien Stil 8,5 Sekunden vor der Italienerin Arianna Follis das Ziel. 10,1 Sekunden zurück lief Justyna Kolwalczyk (Polen) auf Rang drei. Evi Sachenbacher-Stehle ist mit einem Rückstand von 34 Sekunden Achte im Gesamtklassement.

Sturzopfer Teichmann: Verzicht auf Röntgenuntersuchung
AP

Sturzopfer Teichmann: Verzicht auf Röntgenuntersuchung

"Wir haben heute als Team gearbeitet. Dass das bei uns Frauen geht, hätte ich nicht gedacht. Aber in unserer Gruppe wollten viele nach vorn, deshalb haben wir so gut harmoniert", sagte Künzel-Nystad und wurde von Bundestrainer Jochen Behle gelobt: "Sie ist heute sehr clever und taktisch klug gelaufen. Das war eine Top-Leistung."

Der Gesamtsieg ist für Künzel-Nystad kein Thema. "Das war das erhoffte Resultat, die Schmerzen werden jetzt natürlich früh immer größer - aber das schaffe ich schon", sagte sie. Katrin Zeller belegte mit 1:09,4 Minuten Rückstand Rang 14, Stefanie Böhler (1:17,5) kam als 17. ins Ziel, Manuela Henkel wurde 36. (4:44).

Axel Teichmann bleibt das Pech auch im neuen Jahr erhalten. Er stürzte heute im 15-Kilometer-Jagdrennen der Männer unglücklich und verletzte sich den Daumen der rechten Hand. "Ich bin am ersten Anstieg auf einer Eisplatte ausgerutscht", beschrieb Teichmann die Szene. Ein erster Verdacht auf Bruch bestätigte sich nicht, eine genaue Diagnose könnte nur eine Röntgenuntersuchung bringen, auf die Teichmann aber verzichten will. "Entweder es geht morgen oder nicht", sagte der zweimalige Weltmeister, der zuvor trotz des Missgeschicks und der Schmerzen eine Glanzleistung vollbracht und sich in der Gesamtwertung auf Rang zehn nach vorn gelaufen hatte. Neuer Spitzenreiter der Tour ist wieder der Tscheche Lukas Bauer.

Bauer hatte im heutigen Rennen den führenden Norweger Simen Östensen schnell überholt. Im hinteren Feld formierte sich angeführt vom Italiener Pietro Piller-Cottrer ein Verfolgerzug, zu dem auch die deutschen Herren gehörten. Als Teichmann bereits nach 2,5 Kilometern stürzte und zurückfiel, schienen alle Chancen für ihn dahin. Doch er kämpfte sich zurück und nimmt bei Halbzeit der Tour als bester Starter des Deutschen Ski-Verbands Platz zehn mit einem Rückstand von rund 36 Sekunden ein.

Tobias Angerer gelang die geplante Aufholjagd dagegen nicht. Er liegt als 16. knapp eine Minute zurück. "Immerhin bin ich ein paar Plätze geklettert - es geht nur Schritt für Schritt. Der Druck ist groß, ich versuche das abzublocken. Ich hoffe, noch ganz weit nach vorn zu kommen", sagte Angerer. Franz Göring (38,2 Sekunden zurück) und Rene Sommerfeldt (39,0) liegen auf den Plätzen 12 und 13. Jens Filbrich ist mit 1:25,2 Minuten Rückstand 19., Benjamin Seifert 42. (3:42).

fsc/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.