Enttäuschende Vierschanzentournee Bundestrainer wirft Wank aus dem Team

"Olympia-Bonus aufgebraucht": Bundestrainer Schuster hat Skispringer Andreas Wank aus dem Team für die Vierschanzentournee geworfen. Warum enttäuscht das deutsche Team bislang?

Skispringer Wank: aus dem Team gestrichen
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Skispringer Wank: aus dem Team gestrichen


Hamburg - Für Team-Olympiasieger Andreas Wank ist die 63. Vierschanzentournee vorzeitig beendet. Nach zwei schwachen Auftritten in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen hat Bundestrainer Werner Schuster den 26-Jährigen aus der Weltcup-Mannschaft verbannt und stattdessen Daniel Wenig aus der nationalen Gruppe für die weiteren Tournee-Stationen in Innsbruck und Bischofshofen nominiert.

"Wanks Olympia-Bonus ist aufgebraucht. Er kommt nicht vom Fleck. Man hat nicht das Gefühl, dass er noch mal eine Rakete zünden kann", begründete Schuster seine Entscheidung. Wank muss nun im Continental Cup einen neuen Anlauf nehmen. Wenn er in der zweiten Liga des Skispringens gute Leistungen anbiete, ist laut Schuster eine Rückkehr in den Weltcup Ende Januar in Sapporo denkbar.

Markus Eisenbichler hingegen erhält eine zweite Chance: "Wir lassen ihn im Team, obwohl er bis jetzt desaströse Leistungen angeboten hat. Aber er hat schon die WM-Norm und ist ein wichtiger Springer für uns", erklärte Schuster.

Freund abgeschlagen auf Rang zwölf

Der Auftritt der Deutschen bei der Vierschanzentournee war bislang enttäuschend. Dabei hatten die Skispringer vom Podest geträumt, sich sogar den Gesamtsieg zugetraut - allen voran Severin Freund. Doch in der Gesamtwertung, in der keiner der DSV-Springer unter den Top 10 zu finden ist, liegt Freund nur auf Rang zwölf. Er hat bereits 46,7 Punkte Rückstand auf den Führenden Stefan Kraft aus Österreich und damit keine Chance mehr auf einen vorderen Platz in der Tournee-Wertung.

Freund galt als Mitfavorit, hatte selbst die hohen Erwartungen weiter geschürt. Nach seinem zehnten Platz beim Neujahrsspringen suchte er Erklärungen für das Debakel: "Ich habe mir sicher mehr vorgenommen, aber das ist halt die Tournee und kein Kasperle-Springen."

Auch Teamkollege Richard Freitag war nicht über Rang neun hinausgekommen. "Mit unseren beiden Topleuten ist es ein bisschen verhext. Sie kämpfen, sie gehen aufs Ganze, aber es reicht nicht. Das war kein berauschendes Ergebnis, wenn man die nackten Zahlen sieht", sagte Bundestrainer Schuster: "Der erste Durchgang ist leider in die Hose gegangen, der zweite war für die Moral aber ganz wichtig. Ich bleibe bei meiner Zielsetzung: Mit der Mannschaft ist mehr drin."

Für Freund und Co. geht nur noch darum, die Tournee anständig zu beenden. Am Samstag steht die Qualifikation für das Springen in Innsbruck (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) an. Freund hat die Hoffnung auf ein Einzel-Podest noch nicht aufgegeben: "Innsbruck liegt uns als Mannschaft wirklich sehr gut." Und auch Bundestrainer Schuster sagte, wenigstens einmal würden sie gern auf Podest fliegen.

mrr/dpa/sid



insgesamt 25 Beiträge
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un-Diplomat 01.01.2015
1. Außer den Experten ...
... verschlägt es offensichtlich allen Interessierten die Sprache. So ist es recht. Eine einzige bessere (welche? Platzierung in der zweiten Hälfte der Tournee sichert diesen Experten weiterhin ihr Einkommen und ihren Wintersport in professioneller Kleidung vor dem Mikrofon. Na, ja.
genugistgenug 01.01.2015
2. Deutsche (Sportler)Krankheit?!
und wie immer wird hinterher erklärt wieso es das zuvor großspurig angekündete nicht funktionierte. Hauptsache darüber geredet und in der Presse gewesen! Das git nicht nur für den Sport. In Freiburg ist es immer dieselbe Platte - da erklärte der Trainer im Radio vor dem Spiel was sie alles machen wollen und danach denselben Sermon mit 'wir haben nichtumgesetzt dass wir.....alter Sermon) Im Badischen gibt es ein Sprichwort: schaffe, nit schwätze (arbeiten und nicht schwurbeln)
viceman 01.01.2015
3. herr schuster hatte nur glück
mit dem mannschaftstitel, ansonsten hat er und sein team nichts gebacken bekommen. schon der begriff "adler"ist für diese truppe irreführend., nahezu lächerlich...
mirkor 01.01.2015
4. Wenig Überrascht!
Hab ehrlich gesagt nix anderes erwartet, ist doch die letzten zehn Jahre nix mehr bei rumgekommen bei der Vierschanzentournee. Letzter deutscher Sieger bei auch nur einem Springen 2002/2003 Sven Hannawald. Mehr als Top 15 ist halt nicht drinnen. Da helfen auch Wunschträume nicht weiter.
stefan211 01.01.2015
5.
Korrigiert mich wenn dass nicht stimmen sollte. Aber besteht diese Erfolglosigkeit der Deutschen nicht schon seit dem Schuster Bundestrainer geworden ist? Ich würde nicht einen Springer raus werden sondern endlich diesen Trainer.
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