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30. Dezember 2012, 18:16 Uhr

Vierschanzentournee

Nach vier Jahren wieder ein Deutscher auf dem Podest

Was für ein Auftakt in die Vierschanzentournee! Severin Freund hat beim Auftaktspringen in Oberstdorf einen Podestplatz erreicht, wurde hinter Anders Jacobsen und Gregor Schlierenzauer Dritter. Das gute deutsche Ergebnis komplettierten Michael Neumayer und Andreas Wellinger.

Hamburg - Eine fast vierjährige Durststrecke der deutschen Skispringer ist zu Ende gegangen. Beim Auftakt zur 61. Vierschanzentournee in Oberstdorf wurde Severin Freund Dritter. Es war der erste Podestplatz für den Deutschen Skiverband (DSV) bei der Tournee seit Januar 2009. Damals hatte Martin Schmitt in Innsbruck ebenfalls den dritten Platz geholt.

Der nachträglich ins DSV-Team berufene Schmitt kam auf Platz 16 und war damit fünftbester Deutscher. Michael Neumayer als Achter und Andreas Wellinger als Zehnter sorgten für ein gutes Gesamtergebnis aus Sicht des DSV. Enttäuschend verlief der Auftakt dagegen für Richard Freitag, der nur Rang 15 belegte. Danny Queck wurde 19. und Maximilian Mechler belegte Platz 24.

"Die Jungs haben sich frei gesprungen und einen tollen Wettkampf gemacht. Dass Severin auf dem Podest gelandet ist, freut mich für ihn und die gesamte Truppe", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Den Sieg vor 24.500 Zuschauern holte sich der Norweger Anders Jacobsen mit Sprüngen auf 138 und 139 Metern (308,6 Punkte) vor Gregor Schlierenzauer aus Österreich, der mit Sprüngen auf 134,5 und 138,5 Meter auf 297 Punkte kam.

"Das hat sensationell geklappt. Besonders der erste Sprung war sehr schön", sagte Freund, der mit 138,5 Metern den weitesten Satz des ersten Durchgangs gezeigt hatte. Beim zweiten Sprung landete er bei 135,5 Metern, hatte am Ende 290,8 Punkte. Nun hofft der DSV bei den drei ausstehenden Springen auf einen deutschen Tagessieg. Den bislang letzten gab es vor zehn Jahren, am 29. Dezember 2002, als Sven Hannawald in Oberstdorf gewann.

Morgenstern ausgeschieden, Kofler disqualifiziert

Mitfavorit Thomas Morgenstern aus Österreich schied überraschend bereits im ersten Durchgang aus. Bei starkem Rückenwind kam der Gesamtsieger von 2010/2011 mit seinem Sprung nur auf 119,5 Meter und verpasste den zweiten Durchgang ebenso wie die Deutschen Andreas Wank und Felix Schoft. "Ich bin enttäuscht, aber es hat schon bittere Momente in meiner Karriere gegeben", sagte Morgenstern.

Nach dem Wettkampf wurde sein österreichischer Landsmann Andreas Kofler wegen eines nicht regelkonformen Anzuges nachträglich disqualifiziert. Der Tournee-Mitfavorit, der den achten Rang belegt hatte, hat somit keine Chance mehr auf seinen zweiten Gesamtsieg nach 2010. Durch die Disqualifikation Koflers rückten alle deutschen Skispringer mit Ausnahme des drittplatzierten Severin Freund im Klassement um einen Platz nach vorne (oben bereits berücksichtigt).

ham/dpa/sid

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