Vierschanzentournee: Nach vier Jahren wieder ein Deutscher auf dem Podest

Was für ein Auftakt in die Vierschanzentournee! Severin Freund hat beim Auftaktspringen in Oberstdorf einen Podestplatz erreicht, wurde hinter Anders Jacobsen und Gregor Schlierenzauer Dritter. Das gute deutsche Ergebnis komplettierten Michael Neumayer und Andreas Wellinger.

Vierschanzentournee in Oberstdorf: Ende der Durststrecke Fotos
AP

Hamburg - Eine fast vierjährige Durststrecke der deutschen Skispringer ist zu Ende gegangen. Beim Auftakt zur 61. Vierschanzentournee in Oberstdorf wurde Severin Freund Dritter. Es war der erste Podestplatz für den Deutschen Skiverband (DSV) bei der Tournee seit Januar 2009. Damals hatte Martin Schmitt in Innsbruck ebenfalls den dritten Platz geholt.

Der nachträglich ins DSV-Team berufene Schmitt kam auf Platz 16 und war damit fünftbester Deutscher. Michael Neumayer als Achter und Andreas Wellinger als Zehnter sorgten für ein gutes Gesamtergebnis aus Sicht des DSV. Enttäuschend verlief der Auftakt dagegen für Richard Freitag, der nur Rang 15 belegte. Danny Queck wurde 19. und Maximilian Mechler belegte Platz 24.

"Die Jungs haben sich frei gesprungen und einen tollen Wettkampf gemacht. Dass Severin auf dem Podest gelandet ist, freut mich für ihn und die gesamte Truppe", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Den Sieg vor 24.500 Zuschauern holte sich der Norweger Anders Jacobsen mit Sprüngen auf 138 und 139 Metern (308,6 Punkte) vor Gregor Schlierenzauer aus Österreich, der mit Sprüngen auf 134,5 und 138,5 Meter auf 297 Punkte kam.

"Das hat sensationell geklappt. Besonders der erste Sprung war sehr schön", sagte Freund, der mit 138,5 Metern den weitesten Satz des ersten Durchgangs gezeigt hatte. Beim zweiten Sprung landete er bei 135,5 Metern, hatte am Ende 290,8 Punkte. Nun hofft der DSV bei den drei ausstehenden Springen auf einen deutschen Tagessieg. Den bislang letzten gab es vor zehn Jahren, am 29. Dezember 2002, als Sven Hannawald in Oberstdorf gewann.

Morgenstern ausgeschieden, Kofler disqualifiziert

Mitfavorit Thomas Morgenstern aus Österreich schied überraschend bereits im ersten Durchgang aus. Bei starkem Rückenwind kam der Gesamtsieger von 2010/2011 mit seinem Sprung nur auf 119,5 Meter und verpasste den zweiten Durchgang ebenso wie die Deutschen Andreas Wank und Felix Schoft. "Ich bin enttäuscht, aber es hat schon bittere Momente in meiner Karriere gegeben", sagte Morgenstern.

Nach dem Wettkampf wurde sein österreichischer Landsmann Andreas Kofler wegen eines nicht regelkonformen Anzuges nachträglich disqualifiziert. Der Tournee-Mitfavorit, der den achten Rang belegt hatte, hat somit keine Chance mehr auf seinen zweiten Gesamtsieg nach 2010. Durch die Disqualifikation Koflers rückten alle deutschen Skispringer mit Ausnahme des drittplatzierten Severin Freund im Klassement um einen Platz nach vorne (oben bereits berücksichtigt).

ham/dpa/sid

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Endlich haben wir nach Silvester ...
un-Diplomat 30.12.2012
... eine Zukunft mit Hupferln in den Gegenhang. Der Ösi Schuster ist eine sehr angenehme Trainererscheinung - fast wie Kloppo.
2. Etwas mehr Sorgfalt bitte
spassbeseite 30.12.2012
Zitat: "Der nachträglich ins DSV-Team berufene Schmitt kam auf Platz 17 und war damit viertbester Deutscher. Michael Neumayer als Neunter und Andreas Wellinger als Elfter sorgten für ein gutes Gesamtergebnis aus Sicht des DSV. Enttäuschend verlief der Auftakt dagegen für Richard Freitag, der nur Rang 16 belegte. Danny Queck wurde 20. und Maximilian Mechler belegte Platz 25." Na so was, da belegt Freund Rang 3, Neumeier Rang 9, Wellinger Rang 11 und Freitag Rang 16. trotzdem ist Schmitt mit Rang 17 VIERTBESTER Deutscher °!° Häääää??? Leider fällt mir immer öfter auf, das auf SPON Beiträge von der Redaktion abgesetzt werden, die sehr, sehr fehlerhaft sind. Auch wenn sie von einer Agentur übernommen werden, kann der Redakteur auch beim übertragen mal das Hirn kurz einschalten - oder ist das zuviel verlangt?? Ach, ja: Glückwunsch an Severin Freund und die anderen deutschen Adler - gut gemacht....
3. Dank Ösi Trainer...
derpolokolop 30.12.2012
leben die Piefkes noch!
4. Seltsames Reglement
kritischerleser50 30.12.2012
Das Springen hat mir heute gut gefallen - nicht nur wegen des Ergebnisses der Deutschen. Erfrischend fand ich auch, dass nicht wieder einer der "Üblichen" gewonnen hat, sondern mit dem Norweger es zu einer richtigen Überraschung kam. Was mich allerdings stört, ist das Reglement. Man stelle sich einmal vor, man schaut Formel 1. Sieht die Zieldurchfahrt. Aber es hat nicht etwa der gewonnen, der als Erster durchs Ziel ist, sondern derjenige, der bei der Zieldurchfahrt auf Platz 5 lag. Und Zweiter wurde der, der auf Platz 4 durchs Ziel ist. Grund ist, dass beim 5. (Zieldurchfahrt) ein Mechaniker beim Reifenwechsel 3 Jahre älter ist als der Durchschnitt der Mechaniker aller Teams. Dadurch ist er etwas langsamer, was durch eine Zeitgutschrift am Ende des Rennens ausgeglichen wird. Und der, der als 4. durchs Ziel fuhr, hatte Ehekrach zu Hause und war deshalb in der Konzentration gestört, dafür gabe ebenfalls eine Zeitgutschrift. SOOO etwa, etwas ironisch ausgedrückt, läuft das Reglement beim Skispringen.... Ich denke, da wurde an den Regeln etwas zu viel "verschlimmbessert"..... Besonders kurios: Wenn ein Trainer meint, der Anlauf ist bei seinem Schützling, gemessen an den Windverhältnissen, zu lang, so dass der Springer Unsicherheit bei der Landung hätte (was zu Punktabzug führen könnte), darf er den Anlauf verkürzen lassen. Das führt dann dazu, dass sein Schützling besser landet, dafür gibts mehr Punkte. Und weil der Anlauf verkürzt wurde, gibts auch noch Bonuspunkte.... Hiiilfeeeeeeeee....
5. Häme nicht angebracht
to5824bo 30.12.2012
Zitat von spassbeseiteZitat: "Der nachträglich ins DSV-Team berufene Schmitt kam auf Platz 17 und war damit viertbester Deutscher. Michael Neumayer als Neunter und Andreas Wellinger als Elfter sorgten für ein gutes Gesamtergebnis aus Sicht des DSV. Enttäuschend verlief der Auftakt dagegen für Richard Freitag, der nur Rang 16 belegte. Danny Queck wurde 20. und Maximilian Mechler belegte Platz 25." Na so was, da belegt Freund Rang 3, Neumeier Rang 9, Wellinger Rang 11 und Freitag Rang 16. trotzdem ist Schmitt mit Rang 17 VIERTBESTER Deutscher °!° Häääää??? Leider fällt mir immer öfter auf, das auf SPON Beiträge von der Redaktion abgesetzt werden, die sehr, sehr fehlerhaft sind. Auch wenn sie von einer Agentur übernommen werden, kann der Redakteur auch beim übertragen mal das Hirn kurz einschalten - oder ist das zuviel verlangt?? Ach, ja: Glückwunsch an Severin Freund und die anderen deutschen Adler - gut gemacht....
Machen Sie nie Fehler, wenn Sie unter extremem Zeitdruck arbeiten? Ich schon, und deshalb ist es unangebracht, Häme über andere auszuzuschütten. Ich freue mich jedenfalls, wenn hier kurz nach Ende einer Veranstaltung bereits ein Artikel erscheint und kann gut damit leben, wenn sich da mal ein (noch dazu unbedeutender) Fehler einschleicht. dito.
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Schattenbergschanze - Oberstdorf
Getty Images

Name: Schattenbergschanze
Ort: Oberstdorf
Land: Deutschland
Zuschauerplätze: 27.000
Baujahr: 1925
Letzter Umbau: 2011
Schanzenrekord: 143,5 Meter durch Sigurd Pettersen (Norwegen/2003)

Hier geht's zur offiziellen Homepage

Vierschanzentournee: Rekordsieger
Athlet Land Siege
Janne Ahonen Finnland 5 (1999, 2003, 2005, 2006, 2008)
Jens Weißflog Deutschland 4 (1984, 1985, 1991, 1996)
Björn Wirkola Norwegen 3 (1967, 1968, 1969)
Helmut Recknagel Deutschland 3 (1958, 1959, 1961)
Jochen Danneberg Deutschland 2 (1976, 1977)
Veikko Kankkonen Finnland 2 (1964, 1966)
Matti Nykänen Finnland 2 (1983, 1988)
Andreas Goldberger Österreich 2 (1993, 1995)
Hubert Neuper Österreich 2 (1980, 1981)
Ernst Vettori Österreich 2 (1986, 1987)
Gregor Schlierenzauer Österreich 2 (2012, 2013)
Vierschanzentournee: Sieger seit 2000
Jahr Athlet
2014 Thomas Diethart (AUT)
2013 Gregor Schlierenzauer (AUT)
2012 Gregor Schlierenzauer (AUT)
2011 Thomas Morgenstern (AUT)
2010 Andreas Kofler (AUT)
2009 Wolfgang Loitzl (AUT)
2008 Janne Ahonen (FIN)
2007 Anders Jacobsen (NOR)
2006 J. Ahonen (FIN)/Jakub Janda (CZE)
2005 Janne Ahonen (FIN)
2004 Sigurd Pettersen (NOR)
2003 Janne Ahonen (FIN)
2002 Sven Hannawald (GER)
2001 Adam Malysz (POL)
2000 Andreas Widhölzel (AUT)

Vierschanzentournee: Die Rekordnationen
Platz Land Siege
1. Finnland 16
Deutschland 16
2. Österreich 13
3. Norwegen 10
4. Tschechien/Tschechoslowakei 2
5. Japan 1
Polen 1
Slowenien 1
UdSSR 1