Qualifikation bei der Vierschanzentournee Freund enttäuscht, Neumayer bester Deutscher

Michael Neumayer hat die Ehre der deutschen Skispringer bei der Qualifikation in Bischhofshofen verteidigt. Der 33-Jährige belegte als bester DSV-Athlet den vierten Platz. Vor dem Tournee-Finale gehört die Aufmerksamkeit aber dem Duell zwischen Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen.

Skispringer Neumayer: Bester Deutscher in Bischhofshofen
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Skispringer Neumayer: Bester Deutscher in Bischhofshofen


Hamburg - Der beste deutsche Skispringer bei der Qualifikation zum vierten Wettkampf der Vierschanzentournee in Bischhofshofen heißt Michael Neumayer. Der DSV-Athlet belegte bei schwierigen Bedingungen mit 137 Metern den vierten Platz. Angeführt von Severin Freund gehen aber alle sechs deutschen Athleten beim Finale am Sonntag (16.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) an den Start.

Sieger der Ausscheidung wurde der Österreicher Wolfgang Loitzl mit einem Satz auf 132 Meter und 136,1 Punkten. Er gewann vor dem Polen Kamil Stoch (135,5 Meter/136,0 Punkte) und dem Norweger Tom Hilde (133,8/135,5).

Der Gesamtvierte Freund konnte sich mit einem Sprung auf 126 Meter (Rang 25) allerdings wenig Selbstvertrauen für den Kampf um den dritten Platz im Endklassement holen. Die übrigen DSV-Athleten zeigten eine durchwachsene Leistung. Andreas Wellinger kam mit 130 Metern auf Rang sieben. Richard Freitag (128,5 Meter) wurde Zehnter, Andreas Wank (127) kam auf Rang 21, Martin Schmitt (122) erreichte Platz 32.

Schwere Stürze überschatten das Springen

Bei dem Springen hatten die Athleten mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Auf der Schanze gab es Probleme mit der Anlaufspur, durch den Dauerregen war der Landehügel in einem schlechten Zustand. "Ich kann nicht sagen, was an der Anlaufspur war. Bei den Bedingungen muss man froh sein, dass die Schanze steht", sagt Freund.

Der Tournee-Führende Gregor Schlierenzauer aus Österreich schaffte es in der Qualifikation nur auf 122 Meter und damit Rang 37. "Ich glaube, dass die Anlaufspur nicht gerade war. Das ist natürlich fatal. Ich hoffe, dass das morgen besser wird", sagte er. Schlierenzauer geht als Favorit in das morgige Tournee-Finale. Er führt in der Gesamtwertung (827,5 Punkte) vor Anders Jacobsen mit 10,7 Punkten, umgerechnet etwa sechs Metern.

Überschattet wurde die Qualifikation durch die schweren Stürze des Russen Denis Kornilow und des Österreichers Manuel Fettner. Beide mussten mit einem Schlitten aus dem Stadion gebracht werden. Bei Kornilow gab es anschließend Entwarnung, Fettner musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. "Manuel hat eine Verletzung am Ellenbogen, unser Arzt kann einen Bruch nicht ausschließen", sagte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner.

Doch schon in der Nacht zu Sonntag konnte Entwarnung gegeben werden: Die Untersuchungen im Krankenhaus ergaben, dass Fettner keine Knochenbrüche davongetragen hatte. Bei dem Skispringer wurde eine Riss-Quetschwunde am Ellenbogen genäht, zudem erlitt der 27-Jährige zahlreiche Prellungen.

Bischofshofen - Die Duelle der Deutschen im Überblick
DSV


Severin Freund - Stefan Hula (Polen)

Richard Freitag - Maciej Kot (Polen)

Michael Neumayer - Daiki Ito (Japan)

Andreas Wank - Krzysztof Mietus (Polen)

Martin Schmitt - Peter Prevc (Slowenien)

Andreas Wellinger - Ilja Rosliakow (Russland)

joe/sid/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
navysailor 05.01.2013
1. Wer richtig zugeschaut hat ...
... wird feststellen, dass alle Favoriten am Ende gestrauchelt haben weil die Anlaufstrecke Probleme bereitet hat bei den letzten zehn Startern (die gesetzten Springer). Also nix mit Enttäuschung ...
derlabbecker 05.01.2013
2. die Noten...
Zitat von sysopAPMichael Neumayer hat die Ehre der deutschen Skispringer bei der Qualifikation in Bischhofshofen verteidigt. Der 23-Jährige belegte als bester DSV-Athlet den vierten Platz. Vor dem Tournee-Finale gehört die Aufmerksmkeit aber dem Duell zwischen Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/vierschanzentournee-in-bischofshofen-a-875941.html
... beim Neumayer sind doch echt ein Witz. Der Russe vor ihm landet gerade so, verhindert einen Sturz, rudert da rum, geht in die Knie und langt fast in den Schnee... und bekommt 16 er und drüber. Der Neumayer fliegt gut, landet sicher... und bekommt auch diese Noten.
BettyB. 05.01.2013
3. Enttäuscht...
Na toll, wenn die Folge der Ent-täuschung Freude über die Einsicht ist, dass nicht jeder jedesmal mehrere Supersprünge hinlegen kann. Die angeblich Ent-täuschten werden aber auch bei nächsten Ereignis von unbegründeten Hoffnungen besehlt sein, weil sie sic zwar enttäuscht fühlen, aber nicht ent-täuscht wurden...
1beobachter2 05.01.2013
4. Alles beim Alten
Auch bei dieser Vierschanzen-Tournee zeigt sich, dass es unter den deutschen Spitzenspringern keine Konstanz auf internationalem Top-Niveau gibt. Vor allem die mentale Stärke, also die Fähigkeit, auch mit widrigen Verhältnissen und bei Wettkämpfen mit großem Zuschauer- sowie medialen Interesse klar zu kommen und dies in positive Energie umzuwandeln ist es nun einmal, die einen Athleten zu einem Top-Athleten mit Podestansprüchen macht! Davon sind die deutschen Athleten offenbar aber noch weit entfernt.
gutwort 05.01.2013
5. Ehre der deutschen Skispringer
Im Gegensatz zu einigen Schiedsrichtern haben unsere Skispringer noch eine Ehre. Das Wertungsverfahren im Skispringen öffnet doch förmlich Tür und Tor für Klientel-Begünstigung, hier der Ski-Branche mit ihren Werbe-/Sponsorverträgen, die auf nachhaltigen Erfolg ihrer Kontrahenten setzen. Die Entscheidungen Schiedsrichter-Gilde zeigen, durch teils nicht nachvollziehbare Wertungen, dass einige Springer einen ganz persönlichen Bonus haben. Vielleicht gibt es ja auch so etwas wie Schiedsrichter-Sponsoring, wer weiß?
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