Vierschanzentournee in Garmisch: Jacobsen springt mit Wahnsinns-Satz auf Platz eins

Von neun auf eins: Anders Jacobsen hat dank eines großartigen zweiten Sprungs den Wettkampf in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Für den Norweger war es der zweite Erfolg im zweiten Springen bei dieser Vierschanzentournee. Die deutschen Athleten enttäuschten hingegen.

Vierschanzentournee: Weit, weiter, Jacobsen Fotos
Getty Images

Hamburg - Deutschlands Skispringer haben den erhofften Podestplatz beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee klar verpasst. Als bester DSV-Adler landete Andreas Wellinger in Garmisch-Partenkirchen auf dem neunten Platz. Severin Freund, beim Auftaktspringen in Oberstdorf noch Dritter, kam hinter Routinier Martin Schmitt nur auf Rang 15. "Leider konnte ich mich mit der Schanze nicht anfreunden", sagte Freund.

Michael Neumayer wurde 21., einen Platz besser als Maximilian Mechler und zwei Ränge vor Danny Queck. Richard Freitag landete nur auf dem 25. Platz. Karl Geiger und Felix Schoft verpassten das Finale der besten 30 Springer. "Schade, dass wir vor dieser tollen Kulisse in der Spitze nicht mitgekommen sind. Das war ein bisschen enttäuschend", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Den Sieg sicherte sich wie in Oberstdorf Anders Jacobsen. Dabei lag der Norweger nach dem ersten Durchgang nur auf Platz neun, überholte mit einem fulminanten zweiten Sprung (143 Meter) aber alle Konkurrenten und gewann erneut vor Gregor Schlierenzauer. Dritter wurde Jacobsens Landsmann Anders Bardal.

Mit seinem Sieg baute der Norweger seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus. Jacobsen hat 586 Punkte, Schlierenzauer 574, auf Platz drei liegt der Norweger Tom Hilde (548). In den Top-Ten finden sich auch drei Deutsche: Severin Freund (543) ist Fünfter, Andreas Wellinger (525) Achter und Michael Neumayer (521) liegt auf Rang zehn.

Bundestrainer Schuster muss Kader auf sechs Springer reduzieren

Die Tournee zieht jetzt weiter in Richtung Österreich, wo die beiden anderen Springen stattfinden. Am Freitag findet der Wettbewerb in Innsbruck statt (13.45 Uhr), am Sonntag das Abschlussspringen in Bischofshofen (16.30 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dafür muss Schuster seinen Kader reduzieren, darf nur sechs Springer nominieren. "Der Werner wird schon die richtige Entscheidung treffen", sagte der wiedererstarkte Schmitt, als Gesamtzwölfter derzeit viertbester Deutscher im Klassement.

Zwei Springer, die vor der Tournee als Mitfavoriten auf den Gesamtsieg galten, müssen ihre Hoffnungen auf einen Erfolg aufgeben. Der Schweizer Simon Ammann, der die Tournee noch nie gewonnen hat, verpasste in Garmisch den zweiten Durchgang ebenso wie Wolfgang Loitzl. Dessen Aus war der dritte Rückschlag für die hoch favorisierten Österreicher: Schon in Oberstdorf hatten sich Thomas Morgenstern und Andreas Kofler aus dem Rennen um den Gesamtsieg verabschiedet.

ham/dpa/sid/dapd

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insgesamt 30 Beiträge
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1. Also
teletube 01.01.2013
ich finde, daß der Martin Schmitt eine großartige Tournee bis hierhin absolviert. Ihn haben, speziell die sog. Experten, schon abgeschrieben. Schade, daß ihm der zweite Sprung nicht so ganz gelungen ist.
2. Meine Fresse!!
debahn 01.01.2013
wenn ich das schon höre, die Deutschen haben enttäuscht!! Da krieg ich so einen Hals! Zählen denn nur noch der erste und mit Abstrichen Platz 2 und 3? Der echte Sportsfreund erkennt doch wohl, dass es sich ausnahmslos um absolute Könner handelt, die jedes Mal sehr eng beieinander liegen. Da kann so ziemlich jeder gewinnen! Die Deutschen schlagen sich vollkommen achtbar, insbesondere wenn man einen Kofler, Ammann, Loitzl usw. sieht. Ich jedenfalls sehe wieder gerne zu. Auch machen wir alle Interviews der Deutschen Spaß! Die sind weder angeberisch, noch voller Angst. Die Burschen haben Spaß und wollen mitreden. Das einzige, was hier enttäuscht, ist mal wieder SPON auf immer niedrigerem Niveau.
3.
jot-we 01.01.2013
Nett, glücklich oder was auch immer: für die Entwicklung im deutschen Skispringen ist MSchmitts dritter Frühling die reine Katastrophe. Man sollte folgendes sehen: nachdem er praktisch ein ganzes Jahr im A-Kader nicht präsent war, setzte dieser zu völlig ungeahnten Höhenflügen an. Kaum ist der Mann wieder dabei, läuft alles wie gehabt ... also eher durchschnittlich. Es ist halt wie bei einem Klassentreffen nach vielen Jahren - im Angesicht der alten Strukturen fällt man auch mental sofort wieder in die alten Bahnen zurück. Soll heissen: solange der Platzhirsch vergangener Tage wieder sein angestammtes Revier verteidigen darf, ist für die jungen Nachrücker Sendepause angesagt. Bleibt zu hoffen, dass die Trainer für den Rest der Tournee die richtigen Entscheidungen treffen.
4.
hador2 01.01.2013
Zitat von sysopVon neun auf eins: Anders Jacobsen hat dank eines großartigen zweiten Sprungs den Wettkampf in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Für den Norweger war es der zweite Erfolg im zweiten Springen bei dieser Vierschanzentournee. Die deutschen Athleten enttäuschten hingegen. Vierschanzentournee in Garmisch: Jacobsen siegt vor Schlierenzauer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/wintersport/vierschanzentournee-in-garmisch-jacobsen-siegt-vor-schlierenzauer-a-875298.html)
Das die deutschen Springer Probleme mit der Schanze in Garmisch haben ist ja nichts Neues. Das größere Übel für mich war der absolut unterirdische Kommentar von Tom Bartels...der war schon zu RTL Zeiten nervig und ist jetzt bei der ARD auch nicht besser geworden. Gepaart mit Opdenhövel frage ich mich eigentlich bloß wie Dieter Thoma das da noch aushält...
5. also..
Mimimat 01.01.2013
Zitat von sysopVon neun auf eins: Anders Jacobsen hat dank eines großartigen zweiten Sprungs den Wettkampf in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Für den Norweger war es der zweite Erfolg im zweiten Springen bei dieser Vierschanzentournee. Die deutschen Athleten enttäuschten hingegen. Vierschanzentournee in Garmisch: Jacobsen siegt vor Schlierenzauer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/wintersport/vierschanzentournee-in-garmisch-jacobsen-siegt-vor-schlierenzauer-a-875298.html)
Von ich sehe auch nicht, wo die Deutschen enttäuschten. Auf einer Schanze, die ihnen nicht so liegt, war das Ergebnis achtbar. Und was Anders Jacobsen angeht: Was der noch aus dem 1. Sprung rausgeholt hat, das war atemberaubend. So einer hat den Sieg aber so was von verdient... Gratulation!
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Fotostrecke
Vierschanzentournee in Oberstdorf: Ende der Durststrecke

Große Olympiaschanze - Garmisch-Partenkirchen
dapd

Name: Große Olympiaschanze
Ort: Garmisch-Partenkirchen
Land: Deutschland
Zuschauerplätze: 35.000
Baujahr: 1921
Letzter Umbau: 2007
Schanzenrekord: 143,5 Meter durch Simon Ammann (Schweiz/2010)

Hier geht's zur offiziellen Homepage
Fotostrecke
Skispringer Schmitt: Plötzlich wieder im Fokus

Vierschanzentournee: Rekordsieger
Athlet Land Siege
Janne Ahonen Finnland 5 (1999, 2003, 2005, 2006, 2008)
Jens Weißflog Deutschland 4 (1984, 1985, 1991, 1996)
Björn Wirkola Norwegen 3 (1967, 1968, 1969)
Helmut Recknagel Deutschland 3 (1958, 1959, 1961)
Jochen Danneberg Deutschland 2 (1976, 1977)
Veikko Kankkonen Finnland 2 (1964, 1966)
Matti Nykänen Finnland 2 (1983, 1988)
Andreas Goldberger Österreich 2 (1993, 1995)
Hubert Neuper Österreich 2 (1980, 1981)
Ernst Vettori Österreich 2 (1986, 1987)
Gregor Schlierenzauer Österreich 2 (2012, 2013)
Vierschanzentournee: Sieger seit 2000
Jahr Athlet
2014 Thomas Diethart (AUT)
2013 Gregor Schlierenzauer (AUT)
2012 Gregor Schlierenzauer (AUT)
2011 Thomas Morgenstern (AUT)
2010 Andreas Kofler (AUT)
2009 Wolfgang Loitzl (AUT)
2008 Janne Ahonen (FIN)
2007 Anders Jacobsen (NOR)
2006 J. Ahonen (FIN)/Jakub Janda (CZE)
2005 Janne Ahonen (FIN)
2004 Sigurd Pettersen (NOR)
2003 Janne Ahonen (FIN)
2002 Sven Hannawald (GER)
2001 Adam Malysz (POL)
2000 Andreas Widhölzel (AUT)

Vierschanzentournee: Die Rekordnationen
Platz Land Siege
1. Finnland 16
Deutschland 16
2. Österreich 13
3. Norwegen 10
4. Tschechien/Tschechoslowakei 2
5. Japan 1
Polen 1
Slowenien 1
UdSSR 1