Vierschanzentournee Morgenstern lässt Österreich träumen

Das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck bestätigte die Ausnahmestellung von Thomas Morgenstern. Der Österreicher ist nach seinem zweiten Tageserfolg großer Favorit auf den Gesamtsieg. Den deutschen Springern fehlt es dagegen an Konstanz.

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Als Thomas Morgenstern im Bergisel-Stadion nach seinem zweiten Sprung landete, war er in der Skisprung-Welt ganz oben angekommen. Er hatte soeben seinen 20. Weltcup-Sieg geholt, den zweiten bei der aktuellen Vierschanzentournee nach dem Auftaktspringen von Oberstdorf.

Mit Sprüngen auf 129,5 und 126,5 Meter (266,5 Punkte) ließ er den Polen Adam Malysz (257,5) und Tom Hilde aus Norwegen (255,2) deutlich hinter sich. Vor allem aber distanzierte er auch den Schweizer Simon Ammann. Morgenstern hat nun 27,3 Punkte Vorsprung auf seinen härtesten Konkurrenten um den Gesamtsieg, umgerechnet etwa 15 Meter. "Es war ein emotionaler Wettkampf für mich. Es war irrsinnig schön, wenn man da vorbeifliegt. Das trägt dann, das ist ein wunderschönes Gefühl", sagte der 24-Jährige.

Die 20.000 österreichischen Fans in Innsbruck bejubelten seinen Erfolg so enthusiastisch, als habe er schon die Tournee gewonnen. Doch Morgenstern blieb vorsichtig: "Man hat in Garmisch gesehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn das Glück nicht dabei ist."

Ammann, Sieger des von chaotischen Wetterbedingungen geprägten Neujahrsspringens von Garmisch-Partenkirchen, wollte seinen ersten Tournee-Gesamtsieg noch nicht abschreiben. "Es kann noch einiges passieren. Ich hoffe, dass es in Bischofshofen für mich spielt. Der Ruhetag macht mir ein kleines bisschen Hoffnung", sagte er. Ammann muss sich mittlerweile wie in einer Endlosschleife vorkommen: Wieder sieht alles danach aus, dass der 29-Jährige bei seinem Kampf um den Tournee-Gesamtsieg an einem Österreicher scheitern wird. Im vergangenen Jahr war Andreas Kofler zu stark, Ammann wurde Fünfter. 2009 gewann Wolfgang Loitzl, Ammann belegte Rang zwei.

"Zwei Seelen schlagen in meiner Brust"

Angesichts des österreichischen Jubels hätte man fast vergessen können, dass das Springen in Innsbruck neben der überragenden Form Morgensterns auch zwei Probleme im deutschen Team zeigte: mangelnde Konstanz und das Fehlen eines Spitzenspringers.

Für die fehlende Konstanz ist Martin Schmitt das beste Beispiel: Beim zweiten Springen in Garmisch-Partenkirchen überraschte er mit einem starken siebten Rang. Einen Tag später vermasselte er die Qualifikation in Innsbruck.

Bundestrainer Werner Schuster sagte nach dem Wettbewerb in Innsbruck: "Heute schlagen zwei Seelen in meiner Brust. Wir haben unseren Aufstieg als Team zwar selbst gebremst, aber wir sollten uns auch über das gute Resultat von Michael Uhrmann freuen." Mit Uhrmanns achtem und Pascal Bodmers zehntem Platz sowie Richard Freitag auf Rang 19. gab es drei positive Ergebnisse für das DSV-Team. "So langsam kommen meine guten Sprünge wieder. Ich freue mich riesig, dass es seit langem einmal wieder unter die besten Zehn ging", sagte Uhrmann. In der Gesamtwertung ist er jetzt Neunter und damit bester Deutscher.

Dagegen boten die Leistungen von Severin Freund, Stephan Hocke und Michael Neumayer keinen Grund zur Freude. Die drei hätten "sehr viel liegenlassen", sagte Schuster.

Neumayer verpasste mit einem Sprung auf 110 Meter das Finale und fiel von Rang sechs in der Gesamtwertung auf Platz 23 zurück. "Zwei Unglücke auf einmal sind mir lange nicht passiert. Erst bin ich beim Abstoßen mit dem Schuh am Balken hängen geblieben, dann habe ich beim Absprung an der Kante die Skier übereinandergeschlagen", sagte Neumayer. "Es ist blöd, dass mir der schlechteste Sprung des Winters ausgerechnet bei der Tournee passiert". Freund rutschte mit Rang 24 von der neunten Position auf die zwölfte ab. "Ich schaue ohnehin nicht auf die Tournee-Wertung", sagte Freund.

Dieser Blick wäre für die DSV-Springer auch wenig ermutigend. Zu weit ist der Abstand zu Spitzenleuten wie Morgenstern, Ammann oder dem Polen Adam Malysz. Selbst der derzeitige deutsche Spitzenspringer Uhrmann wusste nach seiner besten Saisonplatzierung, dass Bescheidenheit angebracht ist. "Ich habe gezeigt, dass ich noch unter die Top Ten kommen kann. Nach dem schwachen Saisonstart ist das eine Bestätigung für mich", sagte er. Er müsse einfach dranbleiben - dann könne "aus dem Winter noch was werden".

Mit Material von sid und dpa

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Seifert 03.01.2011
1. Konstanz
Zitat von sysopDas dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck bestätigte die Ausnahmestellung von Thomas Morgenstern. Der Österreicher ist nach seinem zweiten Tageserfolg großer Favorit auf den Gesamtsieg. Den deutschen Springern fehlt es dagegen an Konstanz. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,737545,00.html
Wat woll'n die mit Konstanz?? Det Springen war doch in Innsbruck,oder??
horstma 04.01.2011
2. Wie ich schon gesagt hatte...
es ändert sich rein garnichts, auch mit dem neuen Trainer nichts. Schmitt schafft nichtmal die Quali, fällt damit für einen kompletten Wettbewerb der 4Schanzen aus, aber solange er mit einem lila Helm springt, geht das. Der Hersteller, der braunen Zucker zu einer Masse presst und lila Helme verkauft, bringt das Geld. Da machst es auch nichts, daß Schmitt in Interviews immer noch wie ein 13jähriger abgehackt daherplappert und erzählt, daß er zu der absoluten Weltspitze nur ein paar lächerliche Meter aufzuholen hat. Ich bin kein Skispringer, aber ich hahe das Gefühl, daß zu dieser Sportart auch Intelligenz gehört. Jemand, der immer nur springt, bleibt vielleicht in seiner Pubertät und Entwicklung stecken. So leid es mir tut: Schmitt springt schon so lange, aber er hat es anscheinend immer noch nicht gelernt.
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