Hamburg - Martin Schmitt hat die Qualifikation für das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck überraschend verpasst. Einen Tag nach seinem siebten Platz in Garmisch-Partenkirchen kam der 32-Jährige am Sonntag auf der Bergisel-Schanze lediglich auf 96 Meter (54,5 Punkte), belegte den letzten Platz und ist damit beim Wettkampf am Montag (13.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht dabei.
Die beste Leistung in der Qualifikation zeigte Tom Hilde aus Norwegen (129 Meter). Platz zwei belegte Hildes Landsmann Bjørn Einar Romøren, Dritter wurde Matti Hautamäki aus Finnland. Die Tournee-Favoriten Thomas Morgenstern aus Österreich und der Schweizer Simon Ammann verzichteten auf die Qualifikation, da sie dank ihrer Top-Ten-Platzierung im Weltcup automatisch qualifiziert sind.
"Es ist natürlich schlimm, bei einem Tournee-Springen zugucken zu müssen", sagte Schmitt. Er haderte mit seiner Leistung: "Der Absprung war nicht sauber. Danach war ich so verdreht, dass ich den Sprung abbrechen musste, um einen Sturz zu vermeiden." Im Gegensatz zu dem 32-Jährigen hatten die übrigen sechs deutschen Springer keine Probleme, sich für das vorletzte Springen der Tournee zu qualifizieren. Am weitesten sprang Severin Freund, der bei 127,5 Metern landete. Neben Freund schafften auch Michael Uhrmann, Michael Neumayer, Richard Freitag, Pascal Bodmer und Stephan Hocke die Norm für das Springen.
Larinto verletzt sich beim Wind-Chaos in Garmisch schwer
Den Tournee-Tross beschäftigte auch noch in Innsbruck das Chaos-Springen von Garmisch-Partenkirchen vom Neujahrstag. Insbesondere die bis dahin überragenden Österreicher hatten unter den teilweise irregulären Windbedingungen gelitten. Das Team musste das schlechteste Tournee-Ergebnis seit 2001 hinnehmen. Vor allem Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner hatte heftige Kritik an der Jury geübt: "Gott sei Dank haben wir keine Verletzten - aber viele Athleten mit hängenden Köpfen. Man hätte einen Schlussstrich ziehen müssen."
Der deutsche Bundestrainer Werner Schuster blickte dagegen deutlich gelassener auf die Wind-Lotterie zurück: "Vor zwei Jahren hatten wir hier schon einmal dasselbe Problem, da haben sich die Österreicher nicht beschwert, weil sie gewonnen haben." Es sei ein zumutbares, wenn auch unfaires Springen gewesen. Man müsse so einen Tag mit Demut nehmen.
Während sich Österreich nur über verpatzte Sprünge und gesunkene Siegeschancen ärgerte, hatte das Chaos-Springen von Garmisch für Ville Larinto viel schlimmere Folgen. Der als Mitfavorit auf den Gesamtsieg gehandelte Finne zog sich einen Kreuzbandriss zu, als er bei seinem Sprung auf 140,5 Meter stürzte. Damit fällt Larinto für den Rest der Saison aus und verpasst damit auch die WM in Oslo vom 23. Februar bis zum 6. März.
ulz/sid/dpa
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