Hamburg - Die ersten beiden Springen der Vierschanzentournee sind beendet, wirkliche Erfolge gab es für die deutschen Skispringer dabei nicht. Weder beim Auftaktspringen in Oberstdorf, noch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen schaffte es ein DSV-Adler aufs Podest. Die großen Sprünge machten andere. Einzig Severin Freund gibt Grund zur Hoffnung. Im Auftaktspringen verpasste er mit Rang vier das Podium nur knapp. In Garmisch-Partenkirchen landete Freund nun als bester Deutscher auf Rang sieben.
Dass es auch im Neujahrsspringen nicht zu einem Platz unter den ersten Drei reichte, lag am zweiten Durchgang. "Ich hätte einen besseren zweiten Sprung machen müssen. Der ist daneben gegangen. Es war zu viel Gewalt im Spiel, dadurch war es ein zähes Kämpfen um die Meter", sagte der 23-Jährige. Begünstigt von guten Windbedingungen war Freund im ersten Durchgang noch auf die Bestweite von 138,5 Meter und Platz zwei gesegelt. "Er hat eine große Qualität und das super ausgenutzt", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Doch im Finale reichte es für Freund nur zu 130,5 Metern. "Er hat einen kleinen Fehler gemacht, das kostet gleich mal fünf Meter", so der Coach.
Auch für den zweiten deutschen Hoffnungsträger Richard Freitag läuft es bisher nicht wie erhofft. "An der Kante fehlt das Timing. Es geht nicht in die richtige Richtung. Das nervt", erklärte der vor der Tournee als Geheimfavorit gehandelte 20-Jährige. Mit 121 und 129,5 Metern reichte es in Garmisch-Partenkirchen nur zum 25. Platz, beim Auftakt in Oberstdorf hatte er immerhin Rang zehn belegt. Eine Top-Platzierung im Gesamtklassement kann Freitag damit bereits nach den ersten beiden Springen abhaken und sich ganz auf gute Tagesergebnisse bei den zwei ausstehenden Stationen in Innsbruck am Mittwoch (13.45 Uhr) und zwei Tage später in Bischofshofen (16.00 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE) konzentrieren. "Er ist ein junger Springer, der auch Fehler machen darf. Er springt hier nicht so befreit auf", sagte Schuster.
Vollkommene Ernüchterung herrscht bei Routinier Martin Schmitt, der mit 121 Metern als 38. beim Neujahrsspringen genau wie beim Auftakt in Oberstdorf bereits im ersten Durchgang ausschied. "Das bedeutet das Aus für die Tournee. Ich war ganz gut in Mathe und kann bis sechs zählen. Ich bin, glaube ich, Siebter", räumte der 33-Jährige mit Blick auf die interne deutsche Rangliste ein. Schuster bestätigte Schmitts Annahme nach dem Springen. "Er ist ein fairer Sportsmann und hat das richtig erkannt. Martin Schmitt und Andreas Wank haben den letzten von sechs Startplätzen, die wir für die zweite Tourneehälfte haben, ausgesprungen. Wank hat sich durchgesetzt", sagte Schuster. Schmitt muss damit bei seiner 16. Tournee erstmals vorzeitig aus dem DSV-Kader weichen.
Schlierenzauer nimmt Kurs auf die Millionen
An ein Karriereende denkt der Routinier aber noch nicht. "Für meine Laufbahn bedeutet das gar nichts. Morgen wird die Sonne wieder aufgehen und ich werde immer noch Skispringer sein", sagte der viermalige Weltmeister und deutete eine Fortsetzung der Karriere an: "2013 werde ich sicher wieder in Innsbruck und Bischofshofen springen."
Ganz anders sieht die Lage beim Österreicher Gregor Schlierenzauer aus. Nach seinen beiden Siegen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen jagt er weiter die für den Sieg bei allen vier Springen ausgelobte Rekord-Prämie von einer Million Schweizer Franken (ca. 820.000 Euro). Mit Sprüngen auf 138 und 134 Meter verwies Schlierenzauer wie schon im ersten Wettbewerb in Oberstdorf seinen Landsmann Andreas Kofler auf Rang zwei und baute den Vorsprung in der Gesamtwertung auf 22,2 Zähler aus. "Unglaublich. Das war wieder ein super Tag für mich. Es waren nicht einmal die besten Sprünge. Umso erfreulicher, dass ich trotzdem vorne war", sagte der 21-Jährige.
mib/dpa/sid
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