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Skisprung-Bundestrainer Schuster: "Wir haben das Maximale herausgeholt"

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AP/dpa

Bundestrainer Schuster: "Es überwiegt die Freude"

Severin Freund in Top-Form, aber nicht gut genug für den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee: Bundestrainer Werner Schuster ist mit dem Abschneiden seiner Springer bei der Tour dennoch hochzufrieden.

Frage: Freuen Sie sich über die beste deutsche Tournee seit 13 Jahren, oder ärgern Sie sich darüber, dass es nicht mit dem ersten Triumph eines DSV-Springers seit 14 Jahren geklappt hat?

Antwort: Es überwiegt die Freude. Es war eine harte Nuss, die wir knacken mussten. Unsere Tournee-Performance ist über Jahre hinweg nicht besser geworden, jetzt haben wir die Tür mental durchstoßen. Severin Freund ist eine sehr gute Tournee gesprungen.

Frage: Was hat ihm zum Sieg gefehlt?

Antwort: Wir haben das Maximale herausgeholt. Das Problem war, dass Peter Prevc vor der Tournee zu weit weg war. Da war er bei einem Top-Sprung fünf bis acht Meter voraus. Severins zweiter Sprung beim Finale in Bischofshofen war der beste bei der Tournee. Da waren es nur noch eineinhalb Meter. Wenn wir das Gefühl hätten, der Sieg hätte vor uns gelegen und wir haben ihn nicht aufgehoben, dann könnte man sich ärgern. Aber er lag nie da. Severin hat alles gegeben und kann stolz sein auf den zweiten Platz.

Frage: Werden Sie auf diesen Erfolg anstoßen?

Antwort: Höchstens mit einem Bier. Es gibt keine Feier, denn wir fahren ja sofort nach Willingen weiter. Das ist ein Monsterprogramm. Severin springt sehr gerne dort. Wir freuen uns auf die Wettkämpfe und verschieben die Feiern auf die Zeit nach der Saison.

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Frage: Wie frustrierend ist es für einen Sportler, wenn er Top-Leistungen abliefert, und ein anderer setzt immer noch eins drauf?

Antwort: Es ist nicht einfach. Letztes Jahr war es umgekehrt, da hat der Severin immer noch einen draufgepackt. Die Slowenen haben gut gearbeitet. Prevc hat sich hervorragend vorbereitet und ist in einer beneidenswerten Form. Er hat im Moment einfach die Nasenspitze vorn. Bis zur Skiflug-WM nächste Woche am Kulm wollen wir aufschließen und dann das Momentum für uns nutzen.

Frage: Was zeichnet Prevc derzeit aus?

Antwort: Er hat sich verbessert in der Geschwindigkeit, kommt jetzt schneller zum Schanzentisch. Dann hat er einen guten Abdruck. Die Slowenen sind eigentlich mehr auf den Flug ausgerichtet, also schnell in der Vorlage. Er hebt ein bisschen ab und ist trotzdem extrem schnell in der Vorlage. Der Unterschied ist momentan das zweite Flugdrittel. Da ist er ein bisschen näher am Ski, noch ein bisschen sauberer und ruhiger. Dadurch holt er die Meter heraus.

Frage: Wie bewerten Sie die Auftritte der anderen DSV-Springer?

Antwort: Andreas Wellinger ist immer noch etwas zu ungeduldig. Im Absprung schleift sich ein Fehler ein, dann kommt er nicht auf die Höhe. Richard Freitag ist eine solide Tournee gesprungen. Für Andreas Wank war es eine Top-Tournee, er hat sein Ziel erreicht. Stephan Leyhe hat sich durch sein Aus in Bischofshofen leider nicht belohnt.

Aufgezeichnet von Eric Dobias (dpa)

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