Trotz IOC-Sperre Russische Bobfahrer dürfen im Weltcup starten

Für die Olympischen Winterspiele sind sie gesperrt, im Weltcup dürfen sie teilnehmen: Russische Bob- und Skeletonpiloten haben vor dem Sportgerichtshof einen Erfolg errungen.

Bob Russland I mit Alexander Zubkow
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Bob Russland I mit Alexander Zubkow


Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang für Olympia gesperrten russischen Skeleton- und Bob-Piloten dürfen im Weltcup an den Start gehen. Der Weltverband IBSF scheiterte mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas, der sich für rechtlich nicht zuständig erklärte. "Als Folge dürfen die Athleten bei den IBSF-Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Weltcup, dem Europa Cup, dem Nordamerika Cup oder dem Intercontinental Cup starten", teilte die IBSF mit.

Die IBSF war im Dezember gegen eine Entscheidung der eigenen Anti-Doping-Kommission vor den Cas gezogen. Das Gremium hatte sich wegen möglicher rechtlicher Probleme gegen eine provisorische Suspendierung der Russen, darunter auch der Sotschi-Sieger Alexander Tretjakow, ausgesprochen.

Demnach stelle besonders die Zeugenaussage des Whistleblowers Grigorij Rodtschenkow vor der Oswald-Kommission ein großes Problem dar. Rodtschenkow war nicht persönlich vor der Kommission erschienen, sondern hatte nur schriftlich ausgesagt.

Nach Ansicht des IBSF-Panels verstoße diese Vorgehensweise gegen den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und die Regelungen der IBSF. Außerdem sei dies höchstwahrscheinlich nicht vereinbar mit internationalem Recht, Schweizer Verfahrensrecht und der Europäischen Konvention für Menschenrechte.

Die Entscheidung des Cas hat keine Auswirkungen auf die lebenslangen Olympiasperren durch das IOC. Insgesamt hatte die sogenannte Oswald-Kommission 43 russische Sportler wegen Dopingmanipulationen bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 lebenslang für Olympia gesperrt. Dagegen waren Dutzende russische Sportler ebenfalls vor den Cas gezogen, eine Entscheidung in diesen Fällen steht noch aus.

aha/sid

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insgesamt 3 Beiträge
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acroflyer 04.01.2018
1. Bobfahrer gedopt?
der Arzt hat bei ihnen lediglich vergessen, in ihrer Akte zu vermerken, daß sie Asthma haben.... bei Ausdauersportlern sieht das schon anderes aus, aber Bobfahrer? die rennen doch nur 20 Meter und wuchten sich dann in ihr Gefährt. Mittlerweile wird da ein Hype daraus gemacht ähnlich wie bei Gras...
midnightswim 04.01.2018
2. Genau mactruth
Der gesamte Westen führt einen Kreuzzug gegen Russland und gegen alle Russen. Wir haben alle nichts anderes zu tun. Ich als Vertreter des Westens stehe früh schon mit dem Gedanken auf, wie man denen wieder ans Bein pinkeln kann. Wie ist es eigentlich so, nur Feinde zu sehen und wenn es einem eigentlich scheiß egal ist, wie es der Bevölkerung geht, nur um einen Diktator zu schützen?
viceman 04.01.2018
3. @3
es gibt keine positive dopingprobe , von keinem der gesperrten russen. es gibt ?nur? die Aussage des Chefs des Moskauer Dopinglabors, er habe die russischen Proben ausgetauscht. also bestimmt der verbrecher darüber, wer gesperrt wird und wer nicht. selbst , wenn das alles so stimmen würde, was der herr sagt, dann bleibt nichts anderes, dass hier ein gauner seinen hals aus der schlinge ziehen will... aber evtl ist er auch nur ein freiheitskämpfer gegen einen bösen diktator , das wär dann niveau kindergarten , grosse Gruppe...
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