Vor Sportgerichtshof Cas 32 russische Athleten wollen Olympia-Teilnahme erzwingen

Sie wollen sich mit der Entscheidung des IOC nicht abfinden: 32 russische Sportler haben Klage beim internationalen Sportgerichtshof eingereicht, um ihre Teilnahme an den Winterspielen doch noch zu erzwingen.

John Coates, Präsident des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas)
DPA

John Coates, Präsident des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas)


Die russischen Olympiasieger Viktor Ahn und Anton Schipulin wollen mit Klagen beim Schweizer Bundesgericht und dem Internationalen Sportgerichtshof Cas doch noch ihre Teilnahme an den Winterspielen in Pyeongchang erzwingen. Insgesamt haben sich 32 Athleten der Klage gegen den Ausschluss durch das Internationale Olympische Komitee angeschlossen, wie der Cas am Dienstag mitteilte.

Neben Shorttrack-Star Ahn und Biathlet Schipulin wehren sich auch die Top-Skilangläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow sowie Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa gegen den Olympia-Bann.

Cas-Präsident John Coates bestätigte in der IOC-Session am Dienstag in Pyeongchang den Vorgang. "Die Athleten haben Berufung gegen die Entscheidung der Kommissionen eingelegt", sagte IOC-Mitglied Coates.

Die 32 Athleten waren auf Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission unter Vorsitz der früheren französischen Sportministerin Valérie Fourneyron vom IOC nicht nach Pyeongchang eingeladen worden. Hintergrund ist der Skandal um organisierte Dopingmanipulationen der Russen bei ihren Heimspielen 2014 in Sotschi.

Der Cas wird die Fälle mit seiner Ad-hoc-Kommission am Mittwoch verhandeln. Zuletzt hatte das höchste Sportgericht die lebenslangen Olympia-Sperren gegen 28 andere russische Sportler aus Mangel an Beweisen aufgehoben. Das Gericht betonte, es habe nicht über die Feststellung des IOC geurteilt, dass es in Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem gegeben habe, sondern lediglich die individuelle Schuld der einzelnen Athleten untersucht.

15 Russen aus dieser Gruppe wollten daraufhin ihre Teilnahme in Pyeongchang erwirken, das IOC lehnte dies jedoch ab. Ein Grund dafür seien auch zusätzliche Informationen, die das Gremium erhalten habe und die für weitere Zweifel an der Integrität der Sportler gesorgt hätten. Dazu gehörten auch die Informationen aus der Datenbank des Moskauer Kontrolllabors, die im vergangenen November in die Hände der Welt-Anti-Doping-Agentur gelangt war.

Zu den Winterspielen hatte das IOC aus einer Liste von ursprünglich 500 Russen nach Empfehlung der Prüfkommission 169 Athleten eingeladen, die unter neutraler Flagge und ohne eigene Hymne starten. Trotz Dopingskandals stellen sie damit die viertgrößte Delegation. Sechs abgelehnte Russen waren zuletzt vor dem Schweizer Bundesgericht mit einer Klage gegen ihren Olympia-Ausschluss gescheitert.

oka/dpa/sid



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Zaunsfeld 06.02.2018
1.
Was meinen Sie mit "dass die Amis MAL WIEDER vorne sind"? Die Amerikaner liegen in der Regel im Medaillenspiegel immer vorne, die Russen zunächst immer erst mal auf Platz 2, 3 oder 4. Traditionell rutschen die Russen aber im Medaillenspiegel immer nochmal 3 bis 4 Plätze ab, wenn dann im Nachhinein der Medaillenspiegel korrigiert werden muss wegen den ganzen russischen Sportlern, die nachträglich des Dopings während der Spiele überführt werden.
schueler79 06.02.2018
2. Seh ich ähnlich
Solange solche Machenschaften o.k. sind, gibt es für mich kein Olympia mehr.
az26 06.02.2018
3.
Zitat von ZaunsfeldWas meinen Sie mit "dass die Amis MAL WIEDER vorne sind"? Die Amerikaner liegen in der Regel im Medaillenspiegel immer vorne, die Russen zunächst immer erst mal auf Platz 2, 3 oder 4. Traditionell rutschen die Russen aber im Medaillenspiegel immer nochmal 3 bis 4 Plätze ab, wenn dann im Nachhinein der Medaillenspiegel korrigiert werden muss wegen den ganzen russischen Sportlern, die nachträglich des Dopings während der Spiele überführt werden.
Was zählt, ist doch der Jubel und der nationale Taumel zur Siegerehrung. Ob der Athlet hinterher, oft mit vielen Monaten Abstand, seine Medaille aberkannt bekommt, ist dann kein Thema mehr. Es ist fraglich, ob das überhaupt von den Russen (oder jeder anderen Doping-Nation) registriert wird. Vom Staat wird dazu noch ein mediales Störfeuer abgehalten, dass es wiedermal nur gegen Russland ginge. Brot und Spiele. Russland wird seine Athleten wohl auch über den Kummer einer späteren Medaillenaberkennung hinwegtrösten. Entweder man greift gegen solche Staaten und Sportler hart durch, oder man gibt das Doping frei und erklärt "Fairness" für obsolet.
Aibo 06.02.2018
4. Winterspiele?
Zitat von ZaunsfeldWas meinen Sie mit "dass die Amis MAL WIEDER vorne sind"? Die Amerikaner liegen in der Regel im Medaillenspiegel immer vorne, die Russen zunächst immer erst mal auf Platz 2, 3 oder 4. Traditionell rutschen die Russen aber im Medaillenspiegel immer nochmal 3 bis 4 Plätze ab, wenn dann im Nachhinein der Medaillenspiegel korrigiert werden muss wegen den ganzen russischen Sportlern, die nachträglich des Dopings während der Spiele überführt werden.
Bei Winterspielen? Da waren die USA das letzte Mal in Lake Placid auf Platz 1, wohlgemerkt als es die Spiele das erste Mal dort stattfanden, 1932! Im übrigen waren seit 1994 weder die USA noch Russland auf einem ersten Platz.
taglöhner 06.02.2018
5. Glasnost und Perestroika
Jetzt fällt Bach sein Eiertanz auf die Füße. Das Ausmaß der russischen Manipulatione ist derart haarsträubend, dass jeder Athlet, der nicht dauerhaft im Ausland gelebt hat zu recht unter Generalverdacht steht. In der Zusammenfassung des McLaren-Berichts für den [a href="https://www.bundestag.de/blob/503236/50b24df5ea15abff75877a30add5374b/uebersetzung-der-zusammenfassung-des-mclaren-report-data.pdf"]Sportausschuss des deutschen Bundestages.[/a] kann man nachlesen, warum. Hätte das IOC den Staatsdopern die rote Karte gezeigt, wäre längst der Grundstein für einen sauberen Neuanfang gelegt. Mutko hätte alles auf sich nehmen, den Fürsten der Lüge entlasten und der hätte sich mit einem Machtwort zur Umkehr als Retter der Sauberkeit im Sport Russlands inszenieren können. Andere autoritäre Staatslenker wären abgeschreckt und Doping wäre ein Fall für Interpol, wo es hingehört. Nach überzeugenden Reformen und Tranzparenzinitiativen hätte das IOC eine Amnestie aussprechen können und alle wären glücklich.
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