Nach McLaren-Report Bob- und Skeleton-Verband entzieht Sotschi die WM

Das russische Staatsdoping hat weitere Folgen, diesmal für den Wintersport. Sotschi wurde die Ausrichtung der Bob- und Skeleton-WM entzogen. Russland reagierte empört.

Die deutschen Bobfahrer Nico Walther und Marko Hübenbecker
DPA

Die deutschen Bobfahrer Nico Walther und Marko Hübenbecker


Der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF hat vor dem Hintergrund der jüngsten Dopingenthüllungen Sotschi die Weltmeisterschaft entzogen. Das gab der Verband auf seiner Website bekannt. Der zweite McLaren-Report hatte ein staatlich gestütztes Dopingsystem in Russland bestätigt. Insgesamt sollen über 1000 Sportler von Dopingvertuschung profitiert haben, unter anderem bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi.

Ein Ersatzort für die Titelkämpfe, die vom 13. bis 26. Februar geplant sind, soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Im Gespräch ist auch Deutschland mit der Bahn am Königssee. "Das IBSF-Exekutivkomitee war der Auffassung, dass es in dieser schwierigen Zeit nicht ratsam ist, eine solche Veranstaltung in Russland zu organisieren", hieß es in einer Mitteilung.

Moskau reagierte verärgert und sieht in den Vorwürfen eine Kampagne des Westens. Die Entscheidung, Russland die Wettkämpfe zu entziehen, sei politisch motiviert und habe ohne nähere Begründung stattgefunden, zitiert die russische Nachrichtenagentur Ria den Kreml-Sprecher Dimitri Peskow.

Die Skeleton-Verbände Lettlands und Südkoreas hatten zuvor bereits angekündigt, eine WM in Sotschi zu boykottieren. Mehrere andere Länder diskutierten denselben Schritt und erhöhten damit den Druck auf die IBSF.

bam/jan/sid



insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
cc1958 13.12.2016
1. Endlich ...
... hat mal jemand die Traute, Konsequenzen aus dem ganzen Mist zu ziehen. Hut ab - da hat das IOC noch eine große Hürde vor sich. Und die werden es wieder nicht schaffe3n, konsequent zu sein.
Klapperschlange 13.12.2016
2. Endlich tut sich .....
...... etwas. Russland glaubt sich wohl alles erlauben zu können. Ungedopte russische Sportler muss man mit der Lupe suchen. Alles läuft dort unter staatl. Aufsicht!
qwertz1234554321 13.12.2016
3. Endlich hat mal jemand
Wird aber auch höchste Zeit - richtig so!
arrache-coeur 13.12.2016
4.
"Als Ersatz ist Deutschland im Gespräch" - Na denn: Vom Staatsdopingland ins Staatsdopingland. Freiburg lässt grüssen;-) Querverweise: http://www.zeit.de/sport/2013-08/doping-bisp-wachstumshormone-forschung-akte http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/staatsdoping-im-westen-auch-durch-freiburger-aerzte--74163771.html http://www.n-tv.de/sport/Im-Westen-nichts-Neues-oder-doch-article11122746.html etc. "Der Skeleton-Verband Lettlands und Südkoreas hatte zuvor bereits angekündigt, eine WM in Sotschi zu boykottieren." - Beides USA-hörige Länder, keine Überraschung soweit.
Steve1982 13.12.2016
5. Gut!
Es gibt noch Prinzipien in dieser Welt! Endlich eine mutige Entscheidung! Hoffentlich zieht das IOC endlich mal nach.... Hoffentlich....;o)
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