Wintersport Cuche holt Double auf der Streif, Biathlon-Sieg durch Peiffer

Als erster Skifahrer seit acht Jahren gewinnt der Schweizer Didier Cuche auf der Streif in Kitzbühel nach dem Super-G auch die Abfahrt. Arnd Peiffer siegt überraschend beim Biathlon in Antholz. Abfahrerin Maria Riesch kommt wieder einmal hinter Lindsay Vonn ins Ziel.

Skirennfahrer Cuche: Nach dem Super-G auch noch die Abfahrt
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Skirennfahrer Cuche: Nach dem Super-G auch noch die Abfahrt


Hamburg - Der Schweizer Didier Cuche hat sich als erster Skirennläufer seit acht Jahren das Double auf der legendären "Streif" gesichert. Der 35-Jährige, am Freitag bereits Super-G-Sieger im österreichischen Kitzbühel, dominierte die Konkurrenz auch in der traditionsreichen Abfahrt und ist damit der erste Doppelsieger seit Stephan Eberharter (Österreich) im Jahre 2002. Cuche fuhr in 1:53,74 Minuten die Bestzeit und verdrängte so den lange überraschend führenden Andrej Sporn aus Slowenien auf Rang zwei.

"Der Sieg vom Freitag hat mir geholfen, wieder alles zu geben, und es ist mir zum Glück gelungen", sagte Cuche nach seinem vierten Erfolg auf der Streif. Der Schweizer verhinderte mit seiner Fahrt den Sensationssieg Sporns, der mit einem Rückstand von 0,28 Sekunden erstmals im Weltcup aufs Podest fuhr. Dritter wurde der Italiener Werner Heel. Die Österreicher gingen überraschend leer aus. Der Deutsche Stephan Keppler (Ebingen), der sich als 14. des Super-G am Freitag für Olympia qualifiziert hatte, schied aus.

Arnd Peiffer hat den deutschen Biathlon-Männern bei der Olympia-Generalprobe in Antholz überraschend den ersten Saisonsieg beschert. Der 22-Jährige gewann den Sprint über zehn Kilometer ohne Schießfehler und lag bei seinem zweiten Weltcup-Sieg sechs Sekunden vor dem Österreicher Dominik Landertinger. Christoph Stephan (Oberhof) komplettierte auf Platz drei das Podest. "Das wurde auch langsam Zeit mit dem ersten Saisonsieg. Ich hatte heute früh gar nicht so ein gutes Gefühl und hätte nie gedacht, dass es noch nach ganz vorn reicht", sagte Peiffer. Bundestrainer Frank Ullrich meinte: "Das ist auch für mich eine Überraschung, dass die beiden ganz vorn ankommen. Das ist ein gutes Omen für Olympia."

Riesch erneut hinter Vonn

In Cortina d'Ampezzo hatte Maria Riesch in der Abfahrt gegen die US-Amerikanerin Lindsey Vonn erneut das Nachsehen. Die Skirennfahrerin aus Partenkirchen musste sich am Samstag hinter der Seriensiegerin aus den USA mit Rang zwei begnügen. Dritte wurden zeitgleich die Schwedin Anja Pärson und Nadja Kamer aus der Schweiz. Im Gesamtweltcup baute Vonn ihre Führung auf Riesch aus. "Heute kann ich definitiv sagen, dass Lindsey mit Sicherheit nicht zu schlagen war", sagte Riesch. Im Zielraum zuckte sie bei Vonns rasanter Fahrt mit den Schultern. "Ich habe alles gegeben und bin ein gutes Rennen gefahren." Gina Stechert aus Oberstdorf verpasste dagegen eine Platzierung unter den ersten acht und ließ ihre letzte Chance auf die Olympia-Qualifikation ungenutzt.

Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle ist beim Weltcup in Rybinsk erstmals seit knapp zwei Jahren wieder auf das Podest gefahren. Die 29-Jährige belegte am Samstag in der Verfolgung hinter Justyna Kowalczyk den zweiten Platz. Nach 15 Kilometern in der freien Technik musste Sachenbacher-Stehle der Polin Justyna Kowalczyk um 9,8 Sekunden den Vortritt lassen. Steffi Böhler als Siebte, Nicole Fessel auf Rang neun und Claudia Nystad als Zehnte komplettierten das gute deutsche Abschneiden. "Alle sind gut gelaufen, und Evi war exzellent. Es war die richtige Entscheidung, die Damen aus der Tour de Ski herauszunehmen und ein Trainingslager absolvieren zu lassen", sagte Bundestrainer Jochen Behle. Bei den Männern lief René Sommerfeldt knapp am Podest vorbei. Im Jagdrennen über 30 Kilometer lag er im Zielsprint 1,6 Sekunden hinter dem Sieger Artem Schmurko aus Russland.

Martini Zweite hinter Iwanowa

Bei den Rodel-Europameisterschaften im lettischen Sigulda hat Corinna Martini den Sieg knapp verfehlt. Die 24-Jährige aus Winterberg musste sich der Russin Tatjana Iwanowa geschlagen geben. Nach zwei Läufen hatte Martini 0,325 Sekunden Rückstand. Bronze ging an die Österreicherin Nina Reithmayer. Die zweite deutsche Starterin Stefanie Sieger (Königssee/0,741) landete auf Platz fünf. Die deutsche Olympiamannschaft verzichtet auf einen EM-Start und bereitet sich in Altenberg auf die Winterspiele in Vancouver vor.

Skeleton-Pilot Frank Rommel aus Zella-Mehlis hat seinen EM-Titel verloren und musste sich mit Rang zwei hinter dem Letten Martins Dukurs zufrieden geben. Beim Weltcup-Finale auf der Natureisbahn in Innsbruck fuhr Dukurs zweimal Bestzeit und holte mit 25 Hundertstel Sekunden Vorsprung den EM-Titel, den Weltcupsieg und auch den Gesamtweltcup.

ceb/sid/dpa



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