Nach Missbrauchsvorwürfen Österreichs Skiverband trennt sich von Trainer

Der SPIEGEL hatte aufgedeckt, dass ein hochrangiger Trainer des österreichischen Skiverbands eine Frau vor seiner Tätigkeit sexuell missbraucht hatte. Nun hat sein Arbeitgeber auf den Bericht reagiert.

Streif in Kitzbühel
Michael Werlberger/Tirol Werbung/dpa-tmn

Streif in Kitzbühel


Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat sich von einem hochrangigen Trainer getrennt. Dieser sei, so heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands, "nach einem Bericht des SPIEGEL (Lesen Sie hier die ganze Geschichte) vor seiner Tätigkeit im ÖSV in einen von mehreren Männern verübten massiven sexuellen Übergriff an einer jungen Frau verwickelt" gewesen. Den Namen des Trainers nannte der ÖSV nicht.

"Es gibt Vorfälle, die mögen juristisch verjähren, aber nicht moralisch", werden ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Sportdirektor Hans Pum in der Mitteilung zitiert. Der Mann habe nach internen Untersuchungen identifiziert und befragt werden können.

Der Vorfall sei Jahre vor der Tätigkeit des Trainers beim ÖSV geschehen und vor Gericht verhandelt worden, aber als "mindergewichtige Verurteilung" nicht im Strafregister erschienen, "weshalb der ÖSV davon keine Kenntnis haben konnte". Auf Empfehlung der Juristen sei der Trainer dennoch suspendiert worden.

Auch Skilegende Toni Sailer ist von Anschuldigungen betroffen

"Der ÖSV muss Vorbildwirkung haben, wir erwarten von allen Funktionären und Trainern einen tadellosen Leumund. Alle ÖSV-Mitarbeiter verpflichten sich zu respektvollem Umgang, Achtung der persönlichen Freiheit und wertschätzendem Verhalten", sagte Schröcksnadel.

Der SPIEGEL hatte zuletzt über diverse Missbrauchsfälle im österreichischen Alpinsport berichtet. Unter anderem war Trainerikone Karl Kahr (86) schwer belastet worden. Wie die österreichische Zeitung "Standard" berichtet, sei ein Verfahren gegen Kahr am Mittwoch wegen Verjährung eingestellt worden. Auch gegen Österreichs 2009 verstorbene Skilegende Toni Sailer, der in seiner Karriere dreimal olympisches Gold gewonnen hatte, waren von ehemaligen Rennläuferinnen schwere Vorwürfe erhoben worden (Lesen Sie hier die ganze Geschichte des SPIEGEL).

bam/sid



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