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Zukunft der DFB-Elf: Jetzt erst recht

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Wie geht es nach dem WM-Aus weiter mit der Frauen-Nationalmannschaft? Einen radikalen Umbruch dürfte es nicht geben, das Gros des Teams bleibt gesetzt. Eine schlaue Strategie, denn die Perspektiven sind gut. Nur die Defensive muss dringend renoviert werden.

Fußball-Nationalmannschaft: Das Frauen-Team der Zukunft Fotos
dapd

Bundestrainerin Silvia Neid hat jetzt ganz viel Zeit. Die Viertelfinal-Niederlage der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Japan bedeutete nicht nur das Aus bei der Heim-WM. Wegen des späteren Sieges von Schweden gegen Australien verpasste ihr Team auch die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele im kommenden Jahr in London.

Neid bleiben daher ab sofort zwei Jahre, um bis zum nächsten Großereignis, der Europameisterschaft 2013 in Schweden, ein neues Team zu formen, das wieder an vergangene Erfolge anknüpfen kann. Allerdings wird das wohl fast genauso aussehen wie die Mannschaft, die gegen Japan verlor.

"Eigentlich gibt es keinen Anlass, einen großen Neuanfang auszurufen", sagt Neid der sportlichen Enttäuschung zum Trotz. Vielmehr setzt sie bei den Spielerinnen, die im eigenen Land den WM-Titel holen wollten und jäh gescheitert sind, auf eine entsprechende Reaktion bei kommenden Turnieren. "Sie sollen jetzt erst recht zeigen, dass sie da oben hingehören", so Neid. Jetzt erst recht - das ist die Haltung, die die Bundestrainerin transportiert.

Bis auf die Routiniers Birgit Prinz (33) und Ariane Hingst (31), die schon vor der WM ihren Rücktritt im Anschluss an das Turnier angekündigt hatten, bleibt die Mannschaft zusammen. Selbst ältere Spielerinnen wie Inka Grings (32), Nadine Angerer (32), Martina Müller (31) und Kerstin Garefrekes (31) haben von Rücktritt noch nichts verlauten lassen. "Außer Birgit und Ariane ist keine Spielerin zu mir mit der Ankündigung gekommen, aufzuhören", sagt Neid. Sie geht davon aus, mit dem bisherigen Kader annähernd unverändert weiterzuarbeiten.

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DFB-Trainerin Neid: Vom Erfolg verlassen
Das wird sie auch ohne großes Kopfzerbrechen machen können. An der Qualität des Kaders gibt es schließlich relativ wenig Zweifel. Im WM-Aufgebot standen, selbst wenn man Prinz und Hingst herausrechnet, 15 Europameisterinnen von 2009. Elf von ihnen waren auch schon beim WM-Triumph 2007 in China dabei. Das Durchschnittsalter der Mannschaft liegt derzeit bei rund 26 Jahren. Von Überalterung kann man daher nicht sprechen.

2013 im besten Fußballerinnenalter

Im Gegenteil: Leistungsträgerinnen wie Melanie Behringer (25), Simone Laudehr (24) oder Linda Bresonik (27) sind 2013 quasi im besten Fußballerinnenalter. Und jetzt haben sie auch noch die Erfahrung, wie es ist, unter maximalem Erwartungsdruck ein Turnier zu absolvieren. 2011 waren sie diesem Druck nicht gewachsen. In zwei Jahren in Schweden oder bei der kommenden WM 2015 in Kanada werden sie wieder unter deutlich geringerer medialer Aufmerksamkeit aufspielen. Man darf davon ausgehen, dass ihnen das gut tun wird.

Dann werden auch die Akteurinnen erfahrener sein, die im Vorjahr die U20-WM gewannen und die Zukunftshoffnung des DFB tragen. Kim Kulig (21) und Alexandra Popp (20) gehören jetzt schon zum inneren Kreis. Eine Stürmerin wie die junge Frankfurterin Dzsenifer Marozsan (19), von der Neid sehr viel hält, wird wie Popp schon als Nachfolgerin von Birgit Prinz gehandelt. Wie schwer das ist, hat Popp allerdings bei diesem Turnier leidvoll erfahren müssen. So wie für die 33-jährige Prinz die WM 2011 zu spät kam, erwies sich die 20-jährige Popp letztlich als noch zu jung für das Groß-Event im eigenen Lande.

Zwei Jahre hat Neid nun Zeit, um die Baustellen in der Mannschaft anzugehen. Die größte erwartet sie in der Innenverteidigung. Die Duisburger Abwehrchefin Annike Krahn (26) ist eine zuverlässige Ausputzerin alter Schule. Das kreative Element, das Spiel nach vorne, geht ihr allerdings vollständig ab. Mit Krahn und der neben ihr agierenden Saskia Bartusiak (28), die pro Partie gerne ein, zwei haarsträubende Fehler einbaut, ist nach derzeitigem Stand kein Titel zu gewinnen. Möglicherweise sollte es der Trainerstab riskieren, die bisherige Außenverteidigerin Babett Peter in die zentrale Position zu beordern. Peter ist mit ihren erst 23 Jahren bereits eine umsichtige Verteidigerin. Ihr ist zuzutrauen, die Abwehr zu ordnen und gleichzeitig etwas zum Spielaufbau beizutragen.

Ob es klug ist, stets mit zwei defensiven Mittelfeldspielerinnen anzutreten, wo die WM doch gezeigt hat, dass stattdessen im offensiven Mittelfeld eine gewaltige Lücke im DFB-Team klafft, ist eine weitere Zukunftsfrage. Neid wird viel damit beschäftigt sein, das Vertrauen der technisch besten deutschen Spielerin, Fatmire Bajramaj, zurückzugewinnen. Die Trainerin hat die 23-Jährige degradiert, im Viertelfinale 120 Minuten auf der Ersatzbank gelassen, obwohl es gegen Japan dringend eine kreative Offensivkraft brauchte.

Die Bundestrainerin selbst, frisch ausgestattet mit einem Vertrag bis 2016, ist angeschlagen aus diesem Turnier herausgegangen. Ihr Nimbus der Souveränität hat gelitten. Einige ihrer Personalentscheidungen waren umstritten, wenn nicht falsch. Wenn Neid sagt, "ich habe überhaupt keine Motivationsprobleme", dann ist das nachvollziehbar. Die kann sie auch nicht gebrauchen, denn die Bundestrainerin muss einiges wieder gutmachen. Zeit genug hat sie dafür.

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insgesamt 125 Beiträge
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1. Ja - die Defensive war echt der Grund!
watermark71 11.07.2011
Wie will man denn mit einer "reformierten" Defensive Tore schiessen?
2. Also die Niederlage gegen Japan geht auf die Kappe der Trainerin!
flötrolf 11.07.2011
Zitat von sysopWie geht es nach dem WM-Aus weiter mit der Frauen-Nationalmannschaft? Einen radikalen Umbruch dürfte es nicht geben, das Gros des Teams bleibt gesetzt. Eine*schlaue Strategie, denn die Perspektiven sind gut. Nur die Defensive muss dringend renoviert werden. http://www.spiegel.de/sport/0,1518,773552,00.html
Wenn es taktisch und spielerisch nicht reicht, hat die Trainerin von außen die Möglichkeit über Auswechselungen einzugreifen. Dazu bedarf es (i) einer taktischen Analyse, und (ii) der Analyse der körperlichen Fitnes einzelner Spieler/-innen. Für beide Fälle hat Frau Neid einfach kein gespür gehabt. In einer wichtigen Phase hat sie auf Posten versagt. Und das nach einer Vorbereitung wie kein Wettbewerber, inkl. Aussetzen des Ligabetriebs, sehr langer Vorbereitung, etc.pp. Für mich war es die motivationslose Art der Bundestrainerin, sie war unmotiviert. Es fehlte an Ballsicherheit, also mußten junge unbedarfte Stolperer aufs Feld. Es war die Ballsicherheit. Frau Neid hätte Birgit Prinz mit all ihrer Routine bringen müssen. Dazu die fehlende Motivation. fast parallel hat die detusche U-17 den 3. Platz bei ihrer WM erspielt. Traumfußball!!!! Angefeuert von einem Motivator. Das brauchen unsere Mädels auch. Feuer, Leidenschaft und taktische Hilfestellung. Alles was Frau Neid nicht hat. Überheblichkeit, Deutungshoheit, dumme Coolness und zu viel Nüchternheit. Das wissen wir seit Rudi Völler, dass das anders sein muss. Er hat den deutschen Fußball aus der schlimmsten Krise, der EURO 2000, ins WM-Finale in Südkorea/Japan geführt.
3. .
frubi 11.07.2011
Zitat von sysopWie geht es nach dem WM-Aus weiter mit der Frauen-Nationalmannschaft? Einen radikalen Umbruch dürfte es nicht geben, das Gros des Teams bleibt gesetzt. Eine*schlaue Strategie, denn die Perspektiven sind gut. Nur die Defensive muss dringend renoviert werden. http://www.spiegel.de/sport/0,1518,773552,00.html
Wie wäre es mit einem Systemwechsel? Garefrekes dürfte bei den nächsten Turnieren keine Rolle mehr spielen. Wieso versucht man es dann nicht mal mit einem 433. Goeßling hat mir im Mittelfeld richtig gut gefallen. Wieso spielt man in Zukunft nicht mit einem 3er Mittelfeld. Goeßling, Kuhlig und Laudehr können gut und gerne noch 6 Jahre zusammen spielen. Vorne könnte man dann mit einer engen 3er Formation spielen. Da Mdabi, Popp (Mitte) und Bajramai würden ein starkes und schnelles Angriffstrio bilden. Auf den Außenverteidiger-Positionen sehe ich in Zukunft Schmidt und Peter als gesetzt. Das sind starke Spielerinnen die in der Offensive noch ein wenig mehr riskieren könnten. Ich werde mich auf jeden Fall stärker mit der BL beschäftigen da ich viele Spielerinnen noch nicht kenne und daher kann ich die Möglichkeiten in der IV nicht bewerten aber das war ja diesmal auch weniger das Problem. Ich frage mich auch, wieso die Behringer nicht den ein oder anderen Freistoß aufs Tor geschossen hat. Die Flanken waren nach 2-3 Versuchen berechenbar. Schade war es auf jeden Fall.
4. Defensive?
Mülheimer, 11.07.2011
Zitat von sysopWie geht es nach dem WM-Aus weiter mit der Frauen-Nationalmannschaft? Einen radikalen Umbruch dürfte es nicht geben, das Gros des Teams bleibt gesetzt. Eine*schlaue Strategie, denn die Perspektiven sind gut. Nur die Defensive muss dringend renoviert werden. http://www.spiegel.de/sport/0,1518,773552,00.html
Ich dachte eigentlich, dass Problem ist die Offensive! Gegen Japan hört man ist denen doch nach vorne überhaupt nichts eingefallen. Naja, Hochmut kommt vor dem Fall: "Dritte Plätze sind was für Männer" und "Männer wir rächen Euch". Gegen diese Sprüche hätte man vorgehen müssen, aber Frau fand sie wohl gut. Jetzt lachen die Männer über solche großmäuligkeit.
5. furchtbar
bunterepublik 11.07.2011
ein furchtbarer strumpfkick war das
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Zur Person
Von der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland (26. Juni bis 17. Juli) berichtet unser Redakteur Peter Ahrens.

WM-Bilanz der DFB-Frauen
Jahr Bilanz
2015 Halbfinale (0:2 gegen USA)
2011 Viertelfinale (0:1 n. V. gegen Japan)
2007 Weltmeister (2:0 gegen Brasilien)
2003 Weltmeister (2:1 n.G.G. gg. Schweden)
1999 Viertelfinale (2:3 gegen USA)
1995 Finale (0:2 gegen Norwegen)
1991 Spiel um Platz drei (0:4 gegen Schweden)
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