Titanic: Anatomie einer Katastrophe

Vor genau hundert Jahren versank die Titanic, das damals größte Passagierschiff der Welt, im Atlantischen Ozean. SPIEGEL TV widmet sich in einer atemberaubenden vierstündigen Dokumentation der seinerzeit größten maritimen Tragödie.

Sendetermin: Freitag, 06.04.2012, 20.15 - 00.15 Uhr, VOX
Schiffskatastrophen: Frauen und Kinder zuerst? Fotos
Corbis

1490 der über zweitausend Menschen an Bord der Titanic starben im nächtlichen Eiswasser, darunter 52 Kinder und vier Milliardäre. Kurz vor Mitternacht hatte der unter voller Kraft dampfende siebenstöckige Luxusliner einen Eisberg gerammt, war leckgeschlagen und bei ansonsten spiegelblanker See innerhalb von zweieinhalb Stunden auf den 3821 Meter tiefen Ozeangrund gesunken.

Der Film von Thomas Schaefer und Amai Haukamp befasst sich intensiv mit dem Schiffsunglück: Im deutschen Fernsehen wurden die Geschichte der Titanic und der Hergang der Katastrophe noch nie in dieser Ausführlichkeit rekonstruiert wie an diesem Abend auf VOX. Es kommen Experten von internationalem Rang zu Wort, wie David Livingstone, ehemaliger Schiffbau-Konstrukteur der irischen Titanic-Werft Harland & Wolff, Titanic-Experte Claes-Göran Wetterholm aus Schweden oder Titanic-Buchautor Wolf Schneider, der Meister der Deutschen Sprache.

Dabei werden auch die von den überlebenden Offizieren übermittelten Kommandos auf der Brücke als Schutzlüge für die White Star Line enttarnt: "Hart Steuerbord" und "volle Kraft zurück" wurde nie befohlen. Es ging auch gar nicht, weil sich die mittlere Dampfturbine nicht auf Rückwärtsfahrt schalten ließ. Doch alles sollte später so aussehen, als hätten Kapitän und Reederei verantwortlich gehandelt, als hätte es nicht diese Vielzahl von Eiswarnungen gegeben und Kapitän Edward Smith nicht gewusst, welches Risiko er einging, als er mit zu hoher Geschwindigkeit auf das ihm gemeldete Eisfeld zufuhr. Die Schadensersatzansprüche hätte die amerikanisch-britische Reederei von der Bildfläche hinweggewischt, mitsamt allen ihren Arbeitsplätzen.

Ihre Jungfernfahrt überlebte die Titanic nicht. Das Geisterschiff lebt trotzdem weiter, in der Phantasie und in der realen Welt. So spielen sich Tragödien ab, sowohl in der Klasse der oberen Gesellschaft als auch in den Rängen der 3. Klasse Auswanderer, die in der Dokumentation zu neuem Leben erweckt werden. Frauen verabschieden sich von ihren Männern, nicht ahnend, dass es für immer sein wird. Denn die Evakuierung des angeschlagenen siebenstöckigen Luxusliners geschieht bei völliger Windstille und in einer hell erleuchteten Kulisse, in der die Musiker des Schiffsorchesters "Nearer, my Good, to Thee" ("Näher, mein Gott, zu Dir") gespielt haben sollen, als Abgesang auf eine ganze fortschrittsgläubige Epoche.

Die Titanic als Wendepunkt der Weltgeschichte. Die vier Stunden des Abends sind eingeteilt in vier Kapitel: 1. Die Geburt einer Legende, 2. Jungfernfahrt ins Eis, 3. Kollision und Untergang und 4. Rettung und Schuld. Über 4000 geborgene Artefakte, darunter viele persönliche Gegenstände der Passagiere, lassen den Mythos nicht untergehen.

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