Diätlügen: Was hilft wirklich?

Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig - und das, obwohl 80 Prozent der Deutschen mindestens schon einen Diätversuch hinter sich haben. Die große Samstagsdokumentation klärt, was wirklich beim Kampf gegen die Pfunde hilft.

Sendetermin: Samstag, 14.04.2012, 20.15 - 00.15 Uhr, VOX
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SPIEGEL TV

Die Erfolgsquote ist gleich null: Fast alle schleppen die mühsam erhungerten Pfunde nach einiger Zeit wieder mit sich herum. Schlimmer noch: Sie wiegen nach dem Sündenfall sogar mehr als vor der Diät. Neudeutsch heißt das 'Jo-Jo-Plus-Effekt'.

Der Kampf um die Pfunde ist zu einem gigantischen Industriezweig geworden, der uns mit speziellen Angeboten verführen will, viel Geld für Bücher und Produkte auszugeben, die schnelle und unkomplizierte Erfolge versprechen. Doch so reizvoll es klingt, im Schlaf abzunehmen oder alle Produkte nur in der Light-Version zu kaufen: Das Ergebnis der meisten Diäten ist nicht zufriedenstellend. Was also hilft wirklich im Kampf gegen die Pfunde?

Die große Samstagsdokumentation stellt die bekanntesten Diäten auf den Prüfstand. Mediziner und Ernährungswissenschaftler erklären, was wirklich hilft und welche Fehler man vermeiden sollte. "Moppel-Ich"-Verfasserin Susanne Fröhlich, die Journalistin und Bestseller-Autorin Ildiko von Kürthy und Schauspielerin Christine Neubauer beschreiben ihre oft frustrierenden Diätkarrieren. Neubauer erinnert sich noch gut an den Auslöser ihres persönlichen Diätwahns. Sie wurde in ihrer ersten großen Rolle umbesetzt, weil sie nicht in die Kostüme passte. Ein Trauma, auf das viele Abnehmversuche folgten. "Eigentlich war mein Körper mit 16 perfekt, aber ich fühlte mich zu dick. Und die Diäten haben meinen Stoffwechsel zerstört!" Susanne Fröhlich bedauert, dass viele inzwischen ein natürliches Verhältnis zum Essen verloren haben. "Man sieht am Buffet ja kein Stück Weißbrot mehr liegen, sondern das Böse schlechthin".

Die Musikmanagerin Uli Schreiber aus Hamburg wagt für die Samstagsdokumentation den Selbstversuch: Was bringt die Kohlsuppendiät und kann man im Schlaf schlank werden? Das Ergebnis fällt ernüchternd aus.

"Es gibt viele Ursachen für Übergewicht"

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit den Ursachen von Übergewicht. Aktuelle, vieldiskutierte Studien gehen der Frage nach, welche Rolle täglicher Stress bei Übergewicht spielt, ob der Darm schuld daran ist und inwieweit schon entscheidende Weichen während der Schwangerschaft gestellt werden.

"Es gibt viele Ursachen für Übergewicht", sagt der Adipositas-Spezialist Dr. Peters aus Lübeck, "aber Stress ist mit Sicherheit die Nummer Eins!"

"Man kann sich gegen sein genetisch festgelegtes Gewicht nicht wehren", behauptet zum Beispiel der Mediziner Dr. Gunter Frank, "und nach der zehnten Diät nimmt man noch nicht mal mehr ab!"

Die berühmte englische Psychologin Susie Orbach, die schon Lady Dianas Essstörungen therapierte, macht die Diätindustrie für unser Übergewicht verantwortlich "Statt draufzuschreiben, dass Diätprodukte einem ein ganz neues, besseres Lebensgefühl geben werden, sollten die Hersteller lieber schreiben: Die Fehlerquote liegt bei 95 Prozent!"

Der Diäten-Markt ist riesig, jedes Jahr werden neue Programme entworfen. So wie "metabolic balance", das mit mehr als 10.000 neuen Kunden pro Monat einer der erfolgreichsten Newcomer unter den Diäten ist. Der Ernährungsplan wird anhand des eigenen Blutbildes erstellt und kostet pro Teilnehmer rund 400 Euro. Scharlatanerie oder erfolgreiche Ernährungsumstellung? SPIEGEL TV blickt hinter die Kulissen des Abnehmprogramms von Dr. Wolf Funfack.

Was also hilft wirklich, wenn man abnehmen möchte? Wie bleibe ich dauerhaft schlank? Und wie kann man fettleibigen Menschen helfen? Bernd Horny wog bei einer Größe von 1,75 Metern schon einmal über 300 Kilogramm. Seit mehr als drei Jahren begleitet SPIEGEL TV den Mann aus Sachsen-Anhalt bei seinem - oft vergeblichen - Kampf gegen das Gewicht.

Jochen Werner aus der Nähe von Hamburg hat es erst durch eine Magenverkleinerung geschafft, von ehemals 300 sind nur noch 100 Kilogramm übrig, doch die Angst, wieder in alte Gewohnheiten zurückzufallen, bleibt.

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