80.000 Menschen leben als so genannte Intersexuelle mit sowohl weiblichem als auch männlichem Chromosomensatz: Die gar nicht so seltene Diagnose ist ein Tabuthema – und fast immer löst sie bei jungen Eltern einen Schock aus. Das Wort "Zwitter" empfinden sie als herabwürdigend. Ein Leben in Heimlichkeit und Abgeschiedenheit ist die Folge.
In vielen Fällen schafft erst ein aufwendiger Chromosomentest Gewissheit über das Geschlecht eines Neugeborenen. Doch in Deutschland verlangt das Personenstandsregister spätestens sieben Tage nach der Geburt eine eindeutige Zuweisung: Mann oder Frau.
Oftmals sollen Operationen Gewissheit und Normalität schaffen. Ziel ist es, dem Kind ein eindeutiges, äußeres Geschlecht zuzuweisen. Nicht selten rücken dabei sachliche Kriterien in den Hintergrund – weshalb viele Intersexuelle in ihrer weiteren Entwicklung zu depressivem und selbstverletzendem Verhalten neigen.
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