Mittwoch, 10. Februar 2010

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Erotik in der Krise

Eine Industrie kämpft ums Überleben

Jahrzehntelang sorgte das Geschäft mit Erotikvideos für klingende Kassen. Produzenten und Darsteller provozierten mit ihrem Sortiment die deutsche Öffentlichkeit und wurden obendrein reich belohnt.

Das Produkt "Sex" galt als krisensicher und hochprofitabel. Doch inzwischen prägen sinkende Umsätze, mangelhafte Qualität und kostenlose Konkurrenz aus dem Internet das Bild. Die Erotikbranche durchlebt ihre tiefste Krise seit Bestehen.

Zumindest bei den Videoproduzenten gehören die Zeiten des großen Geldverdienens der Vergangenheit an. Ähnlich wie im Musikgeschäft machen illegale Downloads und Internetpiraterie den Anbietern das Leben schwer. Der Konsument bevorzugt kostenlose Ware aus den Tauschbörsen des World Wide Web. Gravierend sind die Auswirkungen: Der ehemalige Milliardenmarkt setzt derzeit gerade noch geschätzte 500 Millionen Euro pro Jahr um, der Kurs des börsennotierten Branchenriesen Beate Uhse AG schmolz auf drei Prozent seines Ausgabewertes. Die Erotikbranche kämpft ums Überleben.

Jedes Jahr im Herbst treffen sich die wichtigsten Anbieter in Berlin zur weltgrößten Messe im Erotikgewerbe - der "Venus". Viele kommen nur noch als Zaungäste, einen eigenen Stand können sie sich nicht mehr leisten. Selbst Erotik-Ikone Dolly Buster sieht Handlungsbedarf und orientiert sich neu.

SPIEGEL TV geht den Frustrationen der Lustbranche nach und beobachtet die "Venus am Abgrund".

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