Wenn das Meer ruft Berufsziel: Hochseefischer

Der Job ist hart, unbequem und gefährlich obendrein: Nach Meldungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sterben weltweit täglich 70 Fischer auf See, im Jahr wird die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle auf 24.000 geschätzt.


Motivationsstrategie: Hochseefischer sind häufig finanziell am Fang beteiligt
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Motivationsstrategie: Hochseefischer sind häufig finanziell am Fang beteiligt

Zwar landeten deutsche Kutterfischer im Jahr 2001 mehr als 118.000 Tonnen Fisch aus Ost- und Nordsee an. Ihr Anteil an weltweit etwa 15 Millionen Meeresfischern wird jedoch immer geringer, weil mit der sinkenden Zahl der Fischereibetriebe in der Bundesrepublik auch die Arbeitsplätze rar werden.

Den schlechten Voraussetzungen zum Trotz gibt es hier zu Lande junge Leute, denen weder Kälte, Sturm noch das hohe Berufsrisiko etwas ausmachen: Sie wollen Hochseefischer werden. An Berufsschulen wie der Landesfischereischule im schleswig-holsteinischen Rendsburg werden solch Unverzagte zum "Fischwirt" ausgebildet. Der Job fordert eine robuste Kondition und starke Nerven: Hochseefischer/innen fangen nicht nur Frischfisch, Krabben oder Muscheln, sondern sortieren den Fang nach Art und Größe, schlachten, säubern und sorgen für die sachgerechte Lagerung und Kühlung der Fische. Mit dem Löschen des Fangs im Hafen ist noch lange nicht Feierabend: Maschinen, Geräte und Werkzeuge müssen gepflegt, die Netze gegebenenfalls geflickt werden. Neben der praktischen Arbeit sind Kenntnisse in Nautik, Wetterkunde und Fischereibiologie Voraussetzung.

Die Ausbildungsinhalte in den Fischereischulen sind dementsprechend weit gefächert: Netzkunde, Fangtechnik, Motorenkunde und Sicherheitslehre stehen ebenso auf dem Stundenplan wie Wirtschaft, Mathematik und Englisch. Neben acht Wochen Blockunterricht im Jahr wird Berufspraxis groß geschrieben: Das Ausbessern und Flicken der Netze, die erste Seekrankheit und der Kampf mit den Naturgewalten werden an Bord eines Kutters erlebt.

Von den knapp 100 Rendsburger Berufsschülern im letzten Jahr ließen sich 86 im Fachbereich "Küsten- und Hochseefischerei" ausbilden, der Rest belegte den zweiten Fachbereich "Fluss- und Seenfischerei". Offiziell ist der Zugang zur Tätigkeit als Hochseefischer "nicht geregelt", was bedeutet, dass man auch angelernt werden kann, ohne eine Ausbildung zu absolvieren. Wenn es darum geht, kräftig anzupacken, um Scholle, Butt und Dorsch an Land zu ziehen, sind Mädchen wenig zimperlich - aber noch immer selten vertreten.

ADRESSEN:


Fischereischule Rendsburg
Am Kamp 13
24768 Rendsburg
Tel.: 04331 840694


Justus-v.Liebig-Schule
Altenbekener Damm 79
30173 Hannover
Tel. 0511 98091-0


Berufliche Schule des Kreises Rügen
Straße der Jugend 7
18546 Sassnitz
Tel.: 038392 32116


Fischereischule Königswartha
Hauptstraße 12
02699 Königswartha
Tel.: 035931 20208


Landesanstalt für Fischerei Nordrhein-Westfalen
57399 Kirchhundem-Albaum
Tel.: 02723 779


Bayerische Landesanstalt für Fischerei
Weilheimer Straße 8
82319 Starnberg
Tel.: 08151 2692-21
Fax: 08151 2692-70


Staatlichen Berufsschule Starnberg
Von-der-Tann-Straße 28
82319 Starnberg
Tel.: 08151 90887-30
Fax: 08151 90887-44



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