Kinderarbeit wird verboten, die Schulpflicht eingeführt. Zugleich werden Kinder zum "öffentlichen Objekt", und der Staat beginnt, zielgerichtet auf die Jungen zuzugreifen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen diese Kinder vor dem Nichts, leben in Trümmern ohne Väter. Doch so schnell sich die deutsche Gesellschaft von der Katastrophe erholt, die sie über die Welt gebracht hat, so schnell formiert sich auch eine jugendliche Opposition.
Rock 'n' Roll, Jeans und Coca Cola dienen den Halbstarken als Waffe gegen die revisionistische Bürgerlichkeit der 50er Jahre. Zehn Jahre später entdecken auch die Kinder der Bildungsbürger ihre Protestkultur.
Die von den "68ern" hervorgerufenen Erschütterungen der deutschen Gesellschaft wirken bis heute nach und verändern die Vorstellungen von Kindheit und Jugend in Deutschland noch einmal grundlegend. Gegen Ende des Jahrhunderts sind die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen geprägt von der Konsumkultur und dem Verschwinden eines gemeinsamen Identifikationsmoments. Die Schere zwischen Arm und reich öffnet sich wieder weit, Kinderarmut und Arbeitslosigkeit beginnen, deutsche Kindheit und Jugend erneut zu prägen. Das Jahrhundert der Kinder ist zu Ende.
SPIEGEL Geschichte zeigt von Montag, 12.09. 2011, bis Donnerstag, 15.09. 2011, jeweils um 19.20 Uhr auf Sky in einer vierteiligen Dokumentationsreihe, wie sich die Kinderwelten und Jugendkulturen Deutschlands in den letzten 100 Jahren gewandelt haben.
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