Haben Ausbilder der Bundeswehr Rekruten gedemütigt und gefoltert? Ein Hauptmann und 17 Unteroffiziere einer Ausbildungskompanie in Coesfeld stehen im Visier der Münsteraner Staatsanwaltschaft. Zum Abschluss der Grundausbildung sollen die Männer Untergebene mit Stromstößen misshandelt haben. Das ganze habe den Titel "Geiselbefreiung" getragen. Bei Nachtmärschen sollen Rekruten überwältigt, gefesselt und mit Stoffsäcken über den Kopf in die Kaserne gebracht worden sein. Dort sollen sie in einem Dusch- und Kellerraum gequält worden sein. Nachdem diese Vorwürfe bekannt wurden, meldeten sich noch andere Zeugen zu Wort, die über ähnliche Zustände berichteten. Nach Aussage eines Soldaten aus Ahlen soll es auch innerhalb des Panzergrenadier-Batallions 192 der Westfalen-Kaserne zu brutalen Übergriffen gekommen sein. Vor allem während der sogenannten Geiselbefreiungen sei unangemessen stark Gewalt angewendet worden. Auch berichtet der Zeuge gegenüber SPIEGEL TV von eindeutig rechtsextremen Tendenzen im Unteroffiziers-Corps. Peter Hell hat mit ihm gesprochen.
Exklusiv -
Das geheime Musik-Netzwerk der Neonazis
Die internationale Szene der rechten Musikfans agiert am liebsten im Untergrund. Konzerte werden konspirativ organisiert, Termine und Karten erst im letzten Moment und auch nur an Eingeweihte abgegeben. Auf den gut besuchten Veranstaltungen, die oft als Geburttagsfeiern getarnt sind, treten deutsche Bands wie "Legion of Thor", "Propaganda" oder "Faustrecht" auf. Der Saalschutz wird von einer uniformierten Sicherheitsgruppe namens "Division 28" übernommen - offenbar einer inoffiziellen Nachfolge-Organisation der verbotenenen Neo-Nazi-Vereinigung "Blood and Honour". "Blood and Honour" steht für "Blut und Ehre" - einer Losung der Hitlerjugend. Ziel der ehemals in England gegründeten Vereinigung: die nationalsozialistische Weltanschauung mithilfe von Musik zu verbreiten.
SPIEGEL TV ist es gelungen, auf den geheimen Konzerten der Neonazis, für die sich der deutsche Staatsschutz nur mäßig interessiert, zu drehen.
Der Terrorprediger und seine deutsche Strafakte -
Anstifter für van-Gogh-Mord kam aus dem Sauerland
Der Fall Reduan al Issar erscheint wie ein Paradebeispiel der Sicherheitslücken, durch die Terrorverdächtige in Deutschland schlüpfen können. Jahrelang lebte der Syrer trotz dubioser Aktivitäten und mehrerer Vorstrafen im Sauerland - mal im Asylbewerberheim Olsberg, mal privat zur Miete. Schon der Name des Mannes ist unklar. Mal nennt er sich Reduan al Issar, mal Abu Khaed, die Liste seiner zahlreichen Aliasnamen ist ebenso lang, wie undurchsichtig. In den Niederlanden nannte man ihn am Schluss nur noch "der Scheich". Obwohl sein Asyl-Antrag abgelehnt wurde und er bereits 1996 im Zusammenhang mit Drogen verhaftet wurde, erhält Issar eine Duldung in Deutschland. SPIEGEL TV liegen die Unterlagen zu den Verfahren vor. Zwei Jahre später verschwand der Syrer dann plötzlich und fünf Jahre später stand er in Holland vor Gericht. Laut Anklage hatten Issar und seine islamistische Gruppe mehrere Anschläge auf jüdische Einrichtungen geplant. 2003 wurde er freigesprochen, kehrte nach Deutschland zurück und stellte erneut einen Asylantrag. Die sorglosen Reisen eines Terror-Paten - Oliver Richardt berichtet.
Rosa Reisefreuden -
Mit Polit-Kasper Wowi unterwegs
Klaus Wowereit - seines Zeichens Regierender Bürgermeister von Berlin - versteht die ganze Aufregung nicht. "Ich lasse mir meine gute Laune nicht verderben", erklärte er Anfang der Woche seinen Kritikern. Das scheint auch kaum möglich zu sein, denn über gute Laune und ausgelassene Heiterkeit verfügt der Party-König der Politik tatsächlich reichlich. Ob knutschend mit Dschungel-Queen Désirée, oder scherzend mit mexikanischen Clowns oder mit rosa Pünktchen-Krawatte bei einem offiziellen Empfang in Thailand - der Mann weiß, wie man auffällt und der in Deutschland zurückgebliebenen Opposition missfällt. Amai Haukamp über einen Politiker, der anstatt einer guten Party und einem peinlichen Fettnäpfchen lieber mal eine langweilige Regierungssitzung ausfallen lässt.
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