Sonntag, 22. November 2009

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Popstars hinterm Herd

Der Boom der Fernsehköche

Weitere Themen der Sendung: Schießwütige Polizei - Wildwest-Methoden in Thüringen; Clements Chaos-Truppen - 5,2 Millionen Arbeitslose in der Hartz-IV-Falle; Möllemanns Rache - Ingo Wolf, FDP-Spitzenkandidat in NRW; Thüringen - Neonazis in Pößneck




Popstars hinterm Herd -
der Boom der Fernsehköche


Jamie Oliver: Star der medialen Gourmet-Szene
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RTL II

Jamie Oliver: Star der medialen Gourmet-Szene

Brutzeln, braten, backen und zwischendurch ein bißchen Dampfgeplauder: Kochsendungen laufen zur Zeit wie von selbst. Die Stars der medialen Gourmet-Szene heißen Tim Mälzer, Sarah Wiener oder Jamie Oliver. Helden im Kampf gegen Fertigkost, fade Eintöpfe und andere kulinarische Schwerverbrechen. Kochen - so wollen die Pfannenkünstler glauben machen - kann jeder. Und was noch wichtiger ist: Kochen ist cool. Mit dieser Botschaft treffen sie den Nerv einer Zeit, in der Menschen ihre Küche bislang vorwiegend zum Kaffee kochen oder Pizza aufbacken benutzten. Dank der zahlreichen Fernsehkochshows wissen sie nun, daß Salzburger Nockerln keine Hautkrankheit sind und daß man Kalbsbäckchen tatsächlich essen kann. Jamie Oliver - der Teeniestar unter den britischen Schaumschlägern - hat es jetzt sogar geschafft, in den Wahlkampf einzugreifen. Mit der Bitte, die Nahrungsqualität an heimischen Schulen zu verbessern, überreichte der Fernsehkoch dieser Tage eine viertel Millionen Unterschriften an Premierminister Tony Blair. Detlev Konnerth über die neue Kochkultur.


Schießwütige Polizei -
Wildwest-Methoden in Thüringen

Es ging alles blitzschnell. Am Mittwoch rast ein Auto auf zwei Polizisten zu. Die Beamten eröffnen das Feuer. Siebzehnmal schießen sie. Der Mann am Steuer ist sofort tot, die Beifahrerin verletzt. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt in eigener Sache. Es ist nicht der erste Vorfall in Thürigen, bei dem die Polizei eine mehr als unklare Rolle spielt. Vor einer Woche verursachten Ermittler bei der Verfolgung eines Autodiebes einen folgenschweren Unfall. Ein unbeteiligter LKW-Fahrer, der mit seinem Fahrzeug eine Straßensperre errichten sollte, kam dabei ums Leben. Ein paar Tage zuvor versagten Beamte bei dem Versuch, ein Nazi-Konzert zu beenden. Sie hatten die Lage unterschätzt und schlicht zuwenig Personal im Einsatz.

Adrian-Basil Müller, Udo Müller und Felix Kasten über eine offensichtlich überforderte Polizeieinheit.


Clements Chaos-Truppen -
5,2 Millionen Arbeitslose in der Hartz-IV-Falle

Hartz-IV-Proteste (in Berlin): In den Job-Centern grassiert das Chaos
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AP

Hartz-IV-Proteste (in Berlin): In den Job-Centern grassiert das Chaos

Hartz IV ist seit einem Viertel Jahr in Kraft und die Arbeitslosenzahlen sind verheerender denn je. Vor allem das Gerangel zwischen Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen droht die Reform zum Scheitern zu bringen. In den neu geschaffenen Job-Centern grasssiert das Chaos. Computersysteme funktionieren nicht, die Wartezeiten sind endlos, die Öffnungszeiten lächerlich und die frisch eingestellten Vermittler ertrinken in einer nicht enden wollenden Antragsflut. Und die beteiligten Behörden arbeiten eher gegen- als miteinander. Dabei sollte Hartz IV Schluß machen mit dem Irrsinn, dass Deutschland sein Arbeitslosenheer von zwei getrennten Behördenapparaten verwalten ließ. Doch die Hofffnung, daß die Arbeitsgemeinschaft aus beiden Ämtern - kurz "Arge" - die Reform vorantreibt, hat sich bislang nicht bestätigt. Im Gegenteil. Wirtschaftsminister Clement kann "das ewige Gemaule" nicht mehr hören. "Gewisse Anlaufschwierigkeiten seien einfach unvermeidlich". Felix Kasten, Frances Moosavi und Oliver Richardt haben sich ein Bild von der Lage gemacht.


Möllemanns Rache -
Ingo Wolf, FDP-Spitzenkandidat in NRW

Ingo Wolf ist in Deutschland eher ein Unbekannter. Doch obwohl der Nachfolger von Jürgen Möllemann ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist, verfügt er über einen äußerst unfangreichen Gehaltszettel. Die Grünen verspotten den Großverdiener bereits als "Florida Rolf". Denn mit jährlich rund 200 000 Euro, zuzüglich 26 000 Euro Aufwandsentschädigung, erreicht der No-Name-Politiker fast das Amtsgehalt des Bundespräsidenten. Mit Ministerpräsident Peer Steinbrück von der SPD liegt er - zumindest finanziell - bereits gleichauf. Auch verbal gilt der Mann als ziemlich dicker Brocken. Mit seinen Redebeiträgen im Parlament sorgt er mitunter für betretenes Schweigen - wenn er etwa behauptet, daß nur "Arbeit die Menschen wirklich frei macht". Birte Möller hat sich den Politiker mit der großen Klappe und dem fetten Gehalt näher angesehen.


Thüringen -
Neonazis in Pößneck

Es sollte sein vorerst letztes Konzert sein: Michael Regener alias Lunikoff spielte Anfang April im thüringischen Pößneck. Und alle kamen: Mehr als 1000 Neonazis wollten dem ehemaligen "Landser"-Frontmann lauschen. Regelrecht verpennt hatte der thüringische Verfassungsschutz das Konzert. Und das, obwohl der Bundesgerichtshof die Neonazi-Band Landser kürzlich als kriminelle Vereinigung eingestuft hatte. Außerdem ist Regener kürzlich zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Der Auftritt von Lunikoff bringt jetzt auch Innenminister Gasser in Bedrängnis. Felix Kasten hat die Schlampereien in Thüringen untersucht.

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