
Berlin nach Kriegsende: Passanten vor dem Brandenburger Tor
Weniger bekannt ist, dass die US-Luftwaffe im März 1945 einen Alleingang unternahm. Sie schickte Spezialkameras, besonderes Filmmaterial und über ein Dutzend Kameramänner an die Front und in die Ruinen des besiegten Landes.
1972 übergab das Archiv der US-Luftwaffe eine Sammlung von über 260 Rollen 16-Millimeter-Film an das Nationalarchiv in Washington unter der Bezeichnung "Special Film Projekt 186". Hinter dieser Nummer verbergen sich etwa 60 Stunden sensationelle Farbaufnahmen, gedreht zwischen März und Juli 1945 in Deutschland. Die Filmrollen nennen die Namen der Chronisten, darunter die Kameramänner Carter, Stindt, Mack, Kelley, Haglund und King. Sie haben das Grauen des Krieges, die Barbarei des Dritten Reiches, die Hoffnungslosigkeit der Besiegten und den Jubel der Sieger dokumentiert.
SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft hat die gesamte Sammlung gesichtet und neu ausgewertet.

Michael Kloft
Auf der Suche nach der farbigen Vergangenheit
Schon während seines Politik-Studiums beschäftigte sich der 1961 in Bonn geborene Michael Kloft intensiv mit dem Dritten Reich. Als freischaffender Autor war er für verschiedene zeithistorische Fernsehdokumentationen bei "Chronos-Film" und SPIEGEL TV tätig. 1992 beteiligte er sich als Regieassistent von Heinrich Breloer an der Produktion "Wehner - Die unerzählte Geschichte".mehr...
FOTOSTRECKE
Armut und Aufbruch: Berlin nach Kriegsende
Kamerateams der amerikanischen Luftwaffe dokumentierten seit Anfang Juli 1945 die immensen Zerstörungen in der ehemaligen Reichshauptstadt. SPIEGEL ONLINE zeigt eine Auswahl der Farbaufnahmen, die im Rahmen des "Special Film Project 186" entstanden.mehr...
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