Fotostrecke Das Ende der Twin Towers


Detail eines Deckenträgers, der den Kern des World Trade Centers mit der Fassade verband. Der hier zu sehende Fachwerkknoten wird von L-Trägern gehalten und verbindet Ober- und Untergurt des Deckenträgers. Die Fachwerkträger galten als größte Schwachstelle des Gebäudes, weil sie der Hitze nicht standhielten, ihre Form verloren, absackten und in Folge an der Fassade zerrten und den Turm zum Einsturz brachten Decken- und Bodenträger verbanden den Kern des WTC mit der Fassade. Nachdem der Feuerschutzmantel geschmolzen war, war der Stahl enormer Hitze ausgesetzt. Bei Temperaturen von etwa 500 Grad verliert Stahl die Hälfte seiner Festigkeit. Die Folge: Die Träger sackten ab, zerrten an der äußeren Konstruktion und belasteten damit die Pfeiler der Fassade, so dass diese nach außen wegbrachen - der Turm sackte in sich zusammen Um 8.46 Uhr wird der Nordturm des WTC frontal von den Terroristen angeflogen und auf Höhe des 96. Stockwerks getroffen. Die Boeing rast mit 943 km/h direkt in den Gebäudekern und zerstört dabei zwei Drittel der stählernen Pfeiler. Weil sich das Gewicht rund um das riesige Loch verteilt, bleibt der Turm zunächst stehen. Die Explosion der vollgetankten Maschine richtet jedoch verheerende Schäden an. Um 10.28 Uhr stürzt auch der Nordturm ein, das WTC existiert nicht mehr
Die Experten sind sich einig darüber, dass ein Betonkern den Flammen länger getrotzt hätten. Maximal 120 Minuten hält ein mit Gipskarton ummantelter Stahlträger - Betonpfeiler hingegen stehen bis zu 180 Minuten. Wertvolle Zeit, die der Evakuierung von Gebäudeinsassen dienen kann Im Sinne einer maximalen Flächennutzung wurde das Gewicht des WTC vorwiegend auf die Fassade übertragen. Indem man den Kern des Gebäudes über Deckenträger mit der äußeren Konstruktion verband, konnte man auf massive Stützpfeiler im gesamten Gebäude verzichten. Die Abstände zwischen dem Kern und den jeweils 63,4 Meter breiten Außenwänden betrugen 10,66 und 18,28 Meter Weil sie besonders leicht sind, wurden Gipsbetonwände für den Brandschutz des Gebäudekerns gewählt. Wie wenig stabil dieses Material ist, zeigt die Tatsache, dass es einem Fensterputzer im WTC gelang, sich aus einem steckengebliebenen Lift einzig mit seinem Arbeitswerkzeug - einem Scheibenwischer - durch die Wand buchstäblich in die Freiheit zu kratzen. Als die erste Boeing 767 in den Nordturm rast, dringt sie bis in den Kern vor und lässt von den Gipswänden nichts übrig
Um sie mit möglichst wenig Gewicht zu belasten, wurden die Fachwerkträger mit einem Mineralfaser-Schaum gegen Feuer und Hitze geschützt Um 9.02 Ortszeit wurde der Südturm an seiner östlichen Außenwand zwischen dem 78. und 84. Stockwerk aufgeschlitzt. Zwar verfehlten die Attentäter den Gebäudekern, sie trafen den Turm jedoch an einer besonders kritischen Stelle, weil die Einschlagstelle tiefer lag als beim Nordturm. Die Konstruktion musste mehr Gewicht aushalten. Das Feuer breitete sich über die Fahrstuhlschächte aus, der Turm kollabierte um 10.05 Uhr. Die Anpralllast war so groß, dass der Turm entgegen der Einflugrichtung wegknickte Von drei Treppenhäusern des Südturms war nach dem Einschlag des Flugzeuges nur noch eines begehbar. Von den insgesamt 2000 Menschen in dem Gebäude befanden sich 1500 unterhalb der Einschlagstelle



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