Ute Ohoven Spendenkönigin auf Gottes Geheiß

Wenn es darum geht, die Geldbörsen der Reichen für Kinder in Not zu öffnen, ist Unesco-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven ein wahres Naturtalent. Etwa 20 Millionen Euro konnte sie in den letzten zehn Jahren für verschiedene Hilfsprojekte auftreiben - und es ist kein Ende ihrer Wohltätigkeit in Sicht.


Ute Ohoven und ihr Mann Mario bei einer Jubiläumsveranstaltung zugunsten der Unesco-Aktion "Bildung für Kinder in Not" im Essener "Colosseum Theater"
DDP

Ute Ohoven und ihr Mann Mario bei einer Jubiläumsveranstaltung zugunsten der Unesco-Aktion "Bildung für Kinder in Not" im Essener "Colosseum Theater"

Seit Juli 2002 ist die schwäbische Unternehmerstochter nun auch Präsidentin des Kuratoriums ZNS. Auf Anregung von Altbundeskanzler Helmut Kohl trat sie damit die Nachfolge von dessen verstorbener Frau Hannelore an, die dem Gremium seit 1983 vorsaß.

Der Verein für Menschen mit Schäden des Zentralen Nervensystems setzt sich für die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten und der Lebensumstände von Unfallopfern ein. Von den jährlich etwa 300.000 Menschen mit Schädel-Hirnverletzungen ist ein Drittel auf therapeutische Betreuung angewiesen. Die Spenden fließen in Forschungsvorhaben, die Beschaffung von modernen Diagnose- und Therapiesystemen sowie die Vermittlung von Reha-Plätzen.

Ute Ohoven ist seit 17 Jahren weltweit für das Projekt "Bildung für Kinder in Not" tätig. Die Mutter von vier Kindern und Ehefrau von Mario Ohoven, dem Chef der Düsseldorfer "Investor- und Treuhand- Beratungsgesellschaft", engagiert sich unter anderem für krebskranke Kinder und war an der Gründung des ersten Knochenmarkspendenregister in Deutschland beteiligt. 1992 berief die Unesco Ohoven zur "Botschafterin des Guten Willens". Bereits zwei Jahre später ernannte man die Millionärin zur weltweit einzigen Sonderbotschafterin. In dieser Eigenschaft verantwortet sie die Aktion "Unesco Bildung für Kinder in Not", die jährlich etwa 120.000 Kindern in Kriegs- und Krisengebieten zu besseren Bildungschancen im eigenen Land verhilft.

Die "größte Sammlerin der Welt" hat in den letzten zehn Jahren rund 20 Millionen Euro an Spenden zusammengebracht. Allein die diesjährige Benefiz-Veranstaltung "Kinder in Not" im "Swissôtel" in Neuss spülte 910.000 Euro in die Charity-Kasse - ungefähr das Doppelte dessen, was der Gala-Diamantschmuck kostete, den sie an diesem Abend trug. 1400 geladene Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur hatten bereitwillig gegeben, was sie erübrigen konnten.

Ohoven bezeichnet sich selbst als "knallharte Managerin" und "ansehnliche Powerfrau" und lässt über ihre Motivation zu guten Taten keinen Zweifel: "Gott hat mir dieses Amt übertragen", beichtete sie unlängst der "Bunten". "Er sagte mir: Das ist deine Bestimmung auf Erden."

Ansprechpartner, Projektbeschreibungen und Spendeninformationen finden Sie auf der:



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