Neues Leben in Norwegen: Deutsche Auswandererschicksale

Als Kai Knoll im Jahre 2005 auf dem Fährschiff nach Oslo saß, da wollte er nur eins: "Schrauben, schrauben, schrauben. Das ist es, wo ich hingehöre". Der gelernte KfZ-Mechaniker fand in Deutschland schlichtweg keine Arbeit und wollte deshalb auswandern.

Sendetermin: Montag, 25.02.2013, 22.30 - 23.15 Uhr, Sat.1
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Auswandererpaar in Norwegen

Da ging es ihm wie rund 4,9 Millionen anderen Deutschen in dem Jahr auch. Gemeinsam mit einer Gruppe gleichgesinnter junger Männer startete Kai Knoll gut vorbereitet und voller Optimismus in einen Neuanfang im hohen Norden.

In einem Dorf in der Nähe von Trondheim gab es eine kleine Werkstatt, die einen neuen Mitarbeiter suchte. Was Kai außer einem Arbeitsplatz an der Schärenküste vorfand, waren kahle Berge, enge Täler, Einsamkeit. Er traf auf nette Kollegen, fand aber keine Freunde. Doch er hielt durch: "Einfach abhauen, wenn's schwierig wird, kommt nicht in Frage". Kai hatte mit vielen Rückschlägen zu kämpfen: Krankheit, Kündigung, Trennung von der Partnerin. Wie sieht es heute für ihn aus, sieben Jahre danach. Hat sich das Durchhalten gelohnt? Wie hat sein Kollege Silvio Laurisch, Berufsanfänger und mit 19 Jahren der Jüngste der Truppe damals, die Jahre genutzt? Die beiden sind die Einzigen aus der sechsköpfigen Auswanderergruppe, die noch immer in Norwegen leben.

Als "Auto-Schrauber" fängt man in Norwegen mit nur einem Jahr Berufserfahrung bei rund 3000 Euro Bruttogehalt im Monat an. Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen eines KfZ-Mechanikers in Deutschland liegt bei rund 1800 Euro brutto. Doch Zufriedenheit im Beruf und guter Verdienst sind nicht alles im Leben - erst recht nicht in der Fremde. Rund 70 Prozent aller Auswanderer kehren zurück.

SPIEGEL-TV-Autorin Beate Schwarz hat zwei junge deutsche Wirtschaftsflüchtlinge bei ihren ersten Schritten in der neuen Heimat begleitet und erhielt nun Einblicke in ihr neues Leben in einem reichen Land.

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